Frank Baumann (r.), Sportchef des SV Werder Bremen, steht auch in der aktuellen Krise zu Trainer Florian Kohfeldt.
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Frank Baumann (r.), Sportchef des SV Werder Bremen, steht auch in der aktuellen Krise zu Trainer Florian Kohfeldt.

Dramatischer Abstiegskampf in Bremen

Trotz des erneuten Werder-Absturzes: Frank Baumann hält auch diesmal an Kohfeldt fest

Bremen – Im Moment der schlimmen Schmach und tiefen Enttäuschung war Florian Kohfeldt vorübergehend verschwunden. Kurze Gratulation an den Kollegen Bo Svensson, Shakehands mit Schiedsrichter Marco Fritz, dann Abgang in die Katakomben des Weserstadions. Dort habe er sich die entscheidenden Szenen des Spiels angesehen und aus Wut „kurz gegen die Heizung getreten“, sagte Kohfeldt später. Zu seinen Spielern auf den Platz ging der Trainer des SV Werder Bremen – anders als sonst – nach dem 0:1 (0:1) gegen Mainz 05 nicht.

Keine Umarmungen, kein sofortiger Trost, kein Mutzusprechen. Und der Grund dafür war dieser: Temporäre Sprachlosigkeit bei dem sonst so redegewandten Coach. „Ich hatte einfach das Gefühl: Was soll ich da jetzt sagen?“, erklärte Florian Kohfeldt hinterher und befeuerte damit ein Bild, das zuvor auch die Mannschaft auf dem Rasen abgegeben hatte: Werder Bremen weiß keinen Rat mehr, wie die aktuelle sportliche Krise gemeistert werden könnte. Klar ist nur, dass Kohfeldt auch in den noch verbleibenden vier Spielen weiter nach Lösungen suchen darf. Einen Trainerwechsel kurz vor Saisonende schloss Sportchef Frank Baumann auf Nachfrage der DeichStube aus. „Ich habe keine Zweifel, dass Florian Kohfeldt der richtige Trainer für uns ist“, erklärte er.

Dabei gibt es harte Fakten, die gegen Kohfeldt und seine Arbeit bei Werder Bremen sprechen. Zum zweiten Mal in Folge steckt er mit der Mannschaft knietief im Abstiegskampf, hat dabei binnen Wochen einen Elf-Punkte-Vorsprung auf die Abstiegszone nahezu aufgebraucht. Zudem stagniert die Mannschaft in ihrer sportlichen Entwicklung, in manchen Bereichen macht Werder, machen die Bremer Profis Rück- statt Fortschritte. Das Ergebnis: Sechs Niederlagen am Stück.

Kein anderer Trainer des SV Werder Bremen hat jemals eine so schwarze Serie wie Florian Kohfeldt hingelegt

Kein anderer Bremer Trainer hat jemals eine solche schwarze Serie hingelegt. Egal ob Dutt, Skripnik oder Nouri – alle wurden entlassen, bevor es so weit kommen konnte. Kohfeldt aber darf bleiben, und Baumann nutzt zur Begründung beinahe die identischen Aussagen wie in der vergangenen Saison, als er und der Coach schon einmal gemeinsam durchs Feuer gegangen waren: „Florian hat gezeigt, dass er ein guter Trainer ist und schwierige Saisonphasen bewältigen kann.“

Rund um den Verein ist die Stimmung freilich längst gekippt. In den Stadien können die Fans ihre Meinung nicht kundtun, weshalb Kohfeldt bei seinem schnellen Abgang nach dem Mainz-Spiel auch von den zu erwartenden Pfiffen und „Kohfeldt-raus“-Rufen verschont blieb. In den Foren der Social-Media- und Internet-Plattformen wächst der Unmut jedoch stetig. Baumann nimmt die Skepsis und den Protest zur Kenntnis – mehr aber auch nicht. „Wir unterschätzen die sportliche Situation in keinster Weise, und ich habe die Zuversicht, dass wir mit diesem Trainer und diesem Kader die Klasse halten werden“, sagte er.

Werder Bremen-Trainer Florian Kohfeldt: „Haben nur noch die bessere Tordifferenz gegenüber Bielefeld“

Allerdings steht die Zuversicht des Sportchefs im Verdacht, vor allem von Zweckoptimismus gespeist zu werden. Die Leistung der Mannschaft kann es jedenfalls nicht sein. Denn gegen Mainz galt das gleiche Prinzip, wie schon in vielen Partien zuvor. Werder Bremen war engagiert und leistungsbereit, verfügte aber nicht über das fußballerische Rüstzeug, um das Unheil abzuwenden. Oder anders gesagt: Viel Wille, zu wenig Können, mehr Brei als Bravour. Wenngleich Kohfeldt so manchen Vorwurf an sein erfolgloses Team als überzogen empfindet: „Es ist nicht alles top, aber es ist auch nicht so, dass wir Kraut und Rüben zusammenspielen. Wir sind auch nicht kopflos.“ 

Weil Werder Bremen aber Woche für Woche erkennen muss, dass es entweder Gegner gibt, die klar besser (Bayern, Leipzig, Dortmund) oder wenigstens gut genug sind, den offensiv limitierten Bremern kein Tor zu gestatten (Mainz, Stuttgart), ist die Lage jetzt extrem angespannt. Zwar sind es noch vier Punkte bis zur Abstiegszone, aber da Hertha BSC als Tabellen-16. zwei Spiele weniger und deshalb virtuell bis zu sechs Punkte mehr auf dem Konto hat, ist zumindest der Vorsprung auf den Relegationsrang ein trügerischer Wert. Kohfeldt ordnete das Ganze nüchtern ein: „Alles, was wir jetzt noch haben, ist die bessere Tordifferenz gegenüber Bielefeld. Uns darauf verlassen, dass Hertha seine Spiele nicht gewinnt, können wir nicht.“

Werder Bremen hat „jetzt vier Endspiele vor der Brust - da müssen wir liefern“

Eigene Punkte müssen her – angefangen beim Auswärtsspiel bei Union Berlin mit Ex-Werder-Kapitän Max Kruse am Samstag. Danach bleiben noch die Partien gegen Bayer Leverkusen, beim FC Augsburg und gegen Borussia Mönchengladbach, um das Schlimmste abzuwenden. „Wir haben jetzt diese vier Endspiele vor der Brust – da müssen wir liefern“, forderte Baumann.

Der Trend spricht allerdings total gegen den SV Werder Bremen. Während die Bremer mit den die Niederlagenserie flankierenden Depressionen kämpfen müssen, befinden sich die Konkurrenten aus Köln, Bielefeld und Mainz nach Siegen im Aufschwung. Doch das sei alles noch umkehrbar, so Frank Baumann: „Dass wir nach sechs Niederlagen nicht vor Selbstvertrauen strotzen, ist klar. Wir schauen nicht nach links und rechts, sondern bleiben bei uns, werden in Berlin eine Reaktion zeigen und wieder aufstehen.“ (csa) Auch interessant: „Niemand hat die Lage unterschätzt“ - Werder-Boss Marco Bode im Interview über den Absturz, Kohfeldt und Baumann.

Weiter zur letzten Meldung:

Frank Baumann stärkt Werder Bremen-Trainer Florian Kohfeldt den Rücken

Bremen – Kurz vor dem heißen Saisonendspurt steckt Werder Bremen erneut mittendrin im Abstiegskampf. Nach sechs Niederlagen in Folge taumelt die Mannschaft regelrecht durch die Bundesliga. Sportchef Frank Baumann ist dennoch nach wie vor davon überzeugt, dass Florian Kohfeldt der richtige Trainer für den Verein ist. Einen Tag nach der schmerzhaften 0:1-Niederlage gegen Mainz 05 stärkte er dem 38-Jährigen demonstrativ den Rücken.

„Ich habe keine Zweifel daran, dass Florian der richtige Trainer für uns ist“, sagte Baumann im Gespräch mit der DeichStube. Natürlich ist auch dem Manager des SV Werder Bremen nicht entgangen, dass der Wind am Osterdeich zunehmend rauer wird, dass die Kritik an der Arbeit Florian Kohfeldts deutlich zunimmt.

Werder Bremen im Abstiegskampf: Frank Baumann glaubt an Klassenerhalt mit Trainer Florian Kohfeldt

Weil Werder Bremen nach dem Fast-Abstieg im Vorjahr erneut vor tabellarischen Existenznöten steht, fordern immer mehr Fans die Ablösung des Trainers, der sich mit der Mannschaft zum Ziel gesetzt hatte, stabil in der Bundesliga zu bleiben, was vier Spieltage vor dem Saisonende kaum mehr vorstellbar ist. Vielmehr sieht es erneut nach „Zittern bis zum Schluss“ für die Bremer aus.

„Wir unterschätzen die sportliche Situation in keinster Weise, und ich habe die Zuversicht, dass wir mit diesem Trainer und diesem Kader die Klasse halten werden“, betonte Frank Baumann, dessen Vertrauen in Florian Kohfeldt sich auch aus dem letztlich gemeisterten Klassenerhalt im Vorjahr speist: „Florian hat gezeigt, dass er ein guter Trainer ist und schwierige Saisonphasen bewältigen kann.“ (dco) Auch interessant: In unserem TV-Guide erfahrt ihr, wie ihr Werder Bremen gegen Union Berlin live im TV und im Livestream sehen könnt.

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