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Dieter Burdenski (re.) kritisierte zuletzt verantwortliche von Werder Bremen. Frank Baumann verkündet am Dienstag: Das Kriegsbeil ist begraben.

Nach Kritik an Werder Bremen

Aussprache zwischen Baumann und Burdenski - Kriegsbeil bei Werder Bremen schon wieder begraben

Klaus Allofs hat einen Verdacht. Dass Werder Bremen am Samstag nach vier Monaten endlich mal wieder ein Bundesliga-Spiel gewann, hatte auch mit dem öffentlich ausgetragenen Krach zwischen Kritiker Dieter Burdenski und Sportchef Frank Baumann sowie Coach Florian Kohfeldt zu tun.

Jedenfalls glaubt das der ehemalige Boss des SV Werder Bremen. Diese „positive Unruhe“ habe der Verein vielleicht mal gebraucht, mutmaßte er bei Sky: „Werder hat es ganz gut getan, dass etwas Feuer reingekommen ist.“ Sollte das stimmen, dann wären Frank Baumann und Dieter Burdenski nun gefordert, ihr Scharmützel zum Wohl des SV Werder einfach mal fortzusetzen. Aber das wird nicht passieren. Laut Baumann ist es schon am Sonntag zum Friedensschluss zwischen ihm und Ehrenspielführer Burdenski gekommen.

„Wir haben miteinander gesprochen. Dieter und ich haben ein sehr freundschaftliches Verhältnis, und es wird zwischen uns nichts hängenbleiben“, erklärte Baumann am Montag vor dem Werder-Spiel gegen Gladbach. Der Werder-Manager hatte am Freitag noch scharf auf Burdenskis Kritik an Trainer Florian Kohfeldt sowie der Arbeit der Club-Führung („alle versippt und verschwägert“) reagiert und zurückgeschossen, indem er gegenüber der DeichStube Burdenskis Versuch offenlegte, den eigenen Sohn irgendwie im Bremer U23-Team unterzubringen. Dieser Konter hatte fraglos gesessen, die Aussprache hat jetzt aber alles bereinigt, meint Baumann: „Ich konnte gewisse Dinge nicht einfach so stehen lassen, musste bei uns einzelne Personen schützen. Dieter ist von seiner Persönlichkeit her aber jemand, der mit Kritik sehr gut umgehen kann.“

Werder Bremen: Für Florian Kohfeldt ist das Thema durch

Nun herrscht angeblich wieder Ruhe, wo Klaus Allofs gerade noch ein leistungsförderndes Knistern gespürt hatte. Das Knistern hat Coach Kohfeldt natürlich hautnah mitbekommen, dass es aber tatsächlich Einfluss auf seine Spieler und deren Auftritt in Freiburg hatte, hält er für „spekulativ. Für die Spieler ist das nicht wirklich relevant.“ Und überhaupt: „Wir sollten allein wegen unserer Leistungen in der Vergangenheit und der Tabelle angepiekst genug sein.“ Da sollte niemand einen Tritt in den Allerwertesten von Außenstehenden nötig gehabt haben. Für Kohfeldt, der klar gesagt hatte, was er von der Kritik, die Burdenski und auch Club-Legende Rune Bratseth gehalten hat („Das hat sehr weh getan“, „eine Frechheit“), ist das Thema nun auch durch: „Dazu ist alles gesagt.“ (csa)

Zur letzten Meldung vom 22. Mai 2020

Zoff bei Werder: Sportchef Baumann kontert Burdenski mit brisanter Geschichte - Fischer fürchtet „Scherbenhaufen“ 

Bremen – Jetzt kracht es richtig in der Werder-Familie. Nachdem Vereinslegende Dieter Burdenski Trainer Florian Kohfeldt und auch die Clubführung des SV Werder Bremen mehrfach heftig kritisiert hatte, meldete sich Sportchef Frank Baumann mit einem deutlichen Konter zu Wort. Derweil befürchtet Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer einen „Scherbenhaufen“.

„Wir können sehr wohl mit Kritik umgehen. Aber das kann ich so nicht hinnehmen“, sagte Frank Baumann der DeichStube, wehrte sich gegen die Vorwürfe von Dieter Burdenski und erzählte dabei eine interessante Geschichte.

Burdenski hatte die Verantwortlichen des SV Werder Bremen in einem Interview mit dem „Weser Kurier“ als beratungsresistent bezeichnet und die Entlassung von Florian Kohfeldt gefordert: „Es ist schwer zu verkaufen, dass Kohfeldt der beste Trainer sein soll, wenn man diese Saison sieht.“ In der „Bild“ legte der 69-Jährige später dann noch mal nach: „Kritik gilt bei den Verantwortlichen im Club als Nestbeschmutzung. Hier sind alle versippt und verschwägert. Ich habe mich monatelang zurückgehalten. Aber irgendwann muss man sich doch äußern dürfen.“

Werder Bremen: Zoff zwischen Frank Baumann und Dieter Burdenski geht in die nächste Runde

Mit Meinungsäußerungen habe Frank Baumann grundsätzlich kein Problem. „Wir sind in der Vergangenheit oft genug kritisiert worden – gerade auch von ehemaligen Spielern“, meinte Baumann und verwies dabei auf Ex-Profis des SV Werder Bremen wie Uli Borowka, Frank Rost, Mario Basler oder auch Tim Wiese: „Da haben wir uns nie beschwert und es hingenommen.“ Doch Burdenskis Kritik habe eine nicht hinnehmbare Dimension erreicht. „Wir hatten immer regelmäßig Kontakt. Ich schätze Dieter sehr, gerade weil er so kritisch ist. Erst vor zehn Tagen haben wir uns getroffen“, erzählte Baumann im Gespräch mit der DeichStube. Dabei sei es Burdenski aber längst nicht nur um seine Kritik an Florian Kohfeldt gegangen, so Baumann: „Er hat mich unter anderem gebeten, dass sein Sohn nächste Saison bei uns als älterer Spieler in der U23 in der Regionalliga einen Vertrag bekommt.“ Grundsätzlich sei jede Frage erlaubt, sagte Frank Baumann, „aber dass uns ausgerechnet Dieter jetzt öffentlich vorwirft, dass wir versippt und verschwägert sind, empfinde ich als Frechheit“.

Werder Bremen: Frank Baumann empfindet Kritik von Dieter Burdenski als eine „Frechheit“

Eine Verpflichtung von Fabian Burdenski (28), der in der Werder-Jugend gespielt hat und in dieser Saison für den Regionalligisten FSV Frankfurt aufgelaufen ist, sei aus sportlichen Gründen kein Thema gewesen. Natürlich würden immer mal wieder ehemalige Spieler zurückkehren und auch einen Job bei Werder Bremen bekommen, „aber nur, wenn es Sinn macht. Hier wird nicht gemauschelt, sondern immer im Sinne des Vereins entschieden“, so Baumann.

Ob Burdenskis Kritik nun eine Retourkutsche für das Nein bei seinem Sohn gewesen ist, das wollte Frank Baumann nicht bewerten. Der ehemalige Keeper sei mit seiner Kritik einfach zu weit über das Ziel hinausgeschossen. Das gelte auch für den Fall Kohfeldt. Der Werder-Trainer und er seien nicht befreundet oder würden privat etwas unternehmen. Da seien seine Beziehungen zu den Vorgängern Viktor Skripnik und Alexander Nouri wegen einer gemeinsamen sportlichen Vergangenheit viel enger gewesen. „Florian und ich haben ein sehr großes Vertrauensverhältnis. Aber er ist hier nicht Trainer, weil ich ihn sympathisch finde, sondern weil ich überzeugt bin, dass er der passende Werder-Trainer ist – auch in dieser Situation“, hob Baumann hervor. Dass Dieter Burdenski dies anders sehe, sei sein gutes Recht. „Aber die Kritik, dass die Geschäftsführung beratungsresistent sei und knallhart ihr Ding durchziehe, die kann ich so nicht stehen lassen, weil sie einfach nicht stimmt“, meinte Baumann, dem vor allem die Art und Weise von Burdenski nicht gefällt. Dieser Vorwurf der Kungelei auch in der Trainerfrage sei „nicht hinnehmbar“.

Werder Bremen-Zoff: Frank Baumann kontert Dieter Burdenski - Klaus-Dieter Fischer warnt vor Scherbenhaufen

„Mir geht es nicht darum, jemandem wehzutun, sondern mir geht es um diesen Verein“, hatte Dieter Burdenski versichert. Doch Frank Baumann ließ diese Worte als Entschuldigung nicht gelten und ärgerte sich: „Ich habe zwar diese Kritik wahrgenommen, von ihm aber auch noch keine konstruktiven Vorschläge mit überzeugenden Argumenten erhalten.“

Klaus-Dieter Fischer sieht das offenbar ganz ähnlich. Nicht, dass sich der Ehrenpräsident nicht schon genug Sorgen um seinen SV Werder Bremen machen würde - schließlich droht der Abstieg. Doch nun auch noch die öffentliche Kritik von Vereinslegenden wie Dieter Burdenski und Rune Bratseth. Das will Fischer so nicht hinnehmen und warnt davor, „dass wir am Ende der Saison nicht nur abgestiegen sind, sondern auch noch vor einem Scherbenhaufen stehen. Wir müssen Ruhe und Besonnenheit bewahren, sonst wird das gravierende Folgen haben. Und neun Spiele vor Schluss bringt es nichts, sich öffentlich an allen Verantwortlichen abzuarbeiten.“ Aus Sicht von Fischer steht nichts weniger als die Zukunft des Clubs auf dem Spiel. „Unser Bild in der Öffentlichkeit wird mehr und mehr beschädigt“, sagte der 79-Jährige: „Das können wir uns nicht leisten. Wir müssen jetzt zusammenhalten!“ (kni/csa)

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