Frank Baumann
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Frank Baumann stärkt Trainer Alexander Nouri weiter den Rücken.

Vor dem Spiel in Köln

Baumann verlängert Nouris Job-Garantie

Bremen - Die Spieler hatten frei, der Sportchef nicht: Frank Baumann übernahm die Öffentlichkeitsarbeit, stellte sich den Medien und verlängerte dabei die Jobgarantie für Cheftrainer Alexander Nouri.

Auf die Frage ob die Partie am Sonntag beim 1. FC Köln ein Schicksalsspiel für den in die Kritik geratenen Trainer sei, antwortete Baumann: „Nein, wir sind von Alexander Nouri und seinem Team überzeugt. Ich weiß nicht, was am Sonntag passieren sollte, damit sich das ändert.“ Demnach dürfte Nouri wohl auch nach einer Niederlage weitermachen und am Mittwoch darauf im Pokal gegen Hoffenheim auf der Bank sitzen.

Aber Vorsicht! Es gibt bei Sportchefs ein ungeschriebenes Gesetz: Rücke in der Öffentlichkeit niemals einen Millimeter und auch nicht weniger von deinem Trainer ab, ansonsten beschädigst du ihn. Daran hielt sich Baumann an diesem Dienstagmorgen im Medienraum des Weserstadions. „Ganz schön volles Haus“, sagte er mit Blick auf die vielen Kameras und Journalisten. Rund 20 Medienvertreter hatten sich auf Einladung von Werder eingefunden, ganz schön viel für so einen Termin in der Woche.

Aber Werders Lage ist nun mal auch dramatisch. Aus acht Spielen haben die Bremer erst vier Punkte geholt und immer noch nicht gewonnen. Da ist die Partie am Sonntag beim ebenfalls noch sieglosen Tabellenletzten Köln (erst ein Punkt) fast schon ein Endspiel. Denn wenn nicht gegen Köln, gegen wen will Werder sonst gewinnen? Baumann ließ die Frage abprallen. „So funktioniert Fußball nicht“, erwiderte der Ex-Profi: „Du kannst das eine Spiel verlieren und drei Tage später schon wieder erfolgreich sein. Außerdem beschäftigen wir uns nicht mit Niederlagen.“ Das Was-wäre-wenn-Szenario ist demnach tabu – auf jeden Fall öffentlich.

Zu einem Plan B, also der parallelen Suche nach einem möglichen Nachfolger, meinte Baumann: „Wir beschäftigen uns mit Plan A und konzentrieren uns darauf, einen Sieg zu holen. Es gibt weder einen direkten noch einen indirekten Kontakt.“ Wen genau er damit meinte, sagte Baumann nicht – doch jeder wusste natürlich, dass damit andere Trainer gemeint sind. Längst werden in den Medien mögliche Nachfolger gehandelt. Und wahrscheinlich wird sich Baumann zumindest mit Namen beschäftigt haben, das gehört zu seinem Job als Sportchef. Doch noch ist der Glaube an Nouri und die Mannschaft da. Darauf setzt Baumann.

Mit einem Kurztrainingslager gegen die Blockade

Wenngleich es ein schwieriger Weg wird. „Die Bundesliga ist noch ausgeglichener und noch besser geworden. Es gibt keine kleinen Mannschaften mehr. Du brauchst in dieser Saison viele Punkte, um in der Liga zu bleiben“, prophezeite Baumann. Mit vier Punkten nach knapp einem Viertel der Saison steht Werder nicht umsonst auf einem Abstiegsplatz. Das soll sich ändern – und dabei vor allem mentale Arbeit helfen. „Wir müssen die Blockade lösen“, meinte Baumann.

Deshalb fährt der Werder-Tross bereits einen Tag früher als sonst bei Auswärtsspielen nach Köln – also schon am Freitagmorgen. Dort sollen viele Gespräche geführt werden. Am Sonntag wird es dann ernst – und Baumann warnte schon mal: „Das wird ein heißes Spiel, da dürfen wir nicht die Nerven verlieren.“ Deshalb hatten die Profis am Dienstag auch frei, „um ein bisschen den Kopf frei zu bekommen“, wie Baumann erklärte.

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