Werder Bremen braucht jetzt neue, frische Energie. Die Batterie Frank Baumann ist aber leer.
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Werder Bremen braucht jetzt neue, frische Energie. Die Batterie Frank Baumann ist aber leer.

Kommentar zur Zukunft des Managers

Frank Baumanns Batterie ist leer, Werder Bremen braucht nun frische Energie - ein Kommentar

Ein Kommentar von Carsten Sander: Es war ein amüsanter Moment am Sonntagmittag, ein bisschen auch zum Fremdschämen. Im „Doppelpass“, der Fußball-Talkrunde von Sport1, saß Stefan Effenberg und richtete eine Frage an Frank Baumann. Er wollte wissen, was um Himmels Willen bei Werder Bremen nach dem 24. Spieltag passiert sei, dass die Mannschaft ab diesem Zeitpunkt nur noch einen Punkt holte und deshalb polternd in der Zweiten Liga landete.

Baumann, der Absteiger-Sportchef, setzte zu einer Erklärung an, die mit einem Augenzwinkern versehen war, was Stefan Effenberg eigentlich hätte verstehen sollen. „Du warst ja auch mal ein ganz ordentlicher Fußballer“, sagte Frank Baumann also und führte aus, dass es im Fußball „immer mal Phasen gibt, in denen nicht alles funktioniert“. Effenberg fühlte sich durch das „ordentlich“ aber angegangen. Giftig und mit Tigerblick antwortete er: „Du hast gerade gesagt: Ich war ein ordentlicher Spieler? Da muss ich sagen: Du warst ein ordentlicher Spieler. Ich war besser. Genauso arbeiten sie anscheinend in Bremen...“

Ja, wie arbeiten sie denn in Bremen? Schlecht, muss man sagen. Und den SV Werder Bremen hat das nach 40 Jahren den Status eines Erstligisten gekostet. Ein Hauptgrund dafür ist ganz ohne Frage, dass Baumann, der einst „ordentliche“ Fußballer, seinen Job als Manager des Clubs ganz gewiss nicht mehr ordentlich gemacht hat. Kein Gespür für Transfers (siehe Selke, siehe Chong, siehe Erras), kein Timing in der Trainerfrage, kein erkennbares Krisenmanagement. Obwohl eine offizielle Bestätigung durch den Aufsichtsrat noch aussteht, zeichnet sich ab, dass der 45-Jährige trotz der Fehleistungen den Neuaufbau in Liga zwei leiten darf. Wieso eigentlich?

Bei Werder Bremen wiederholt sich ein Muster

Bei Werder Bremen wiederholt sich gerade ein Muster: Es gibt in der Club-Führung – einschließlich des Aufsichtsrates – niemanden, der schnell und zielgerichtet harte Entscheidungen treffen kann. Das war so, als das Team unter Kohfeldt immer tiefer in die Krise rutschte, der Coach aber so lange im Amt bleiben durfte, bis es zu spät war. Nun erhält Baumann offenbar weiter das Vertrauen, obwohl er den sportlichen Niedergang maßgeblich zu verantworten hat.

Dabei braucht Werder eigentlich wieder einen harten Sanierer. Wie einst Thomas Eichin, der ganz ohne Verknüpfungen in die Vergangenheit des Vereins und ohne Freundschaften zu anderen Funktionären neue Strukturen schuf, aufräumte. Nicht alles war gut an Eichin, keine Frage. Aber an das Modell sollte sich Werder jetzt erinnern, nachdem im vergangenen Jahr ein „Weiter so“ zwar abgelehnt, dann aber doch betrieben wurde. Diesen Fehler jetzt zu wiederholen, wäre fatal. Werder Bremen braucht jetzt neue, frische Energie. Die Batterie Frank Baumann ist aber leer. Selbst seine Witze zünden bei Ex-Kollegen wie Stefan Effenberg nicht mehr. (csa) Auch interessant: Umworbener Felix Agu - Bundesliga-Topclubs buhlen um Außenverteidiger des SV Werder! Lies auch: Frank Baumann im Interview über seinen Verbleib, die Trainersuche und Transfers!

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