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„Was ab dem 1. Juli passiert, entscheiden wir nach dem letzten Spiel“, sagte Frank Baumann über die Personalie Ishak Belfodil.

„Ishak ist in der Verpflichtung, sich zu zeigen“

Baumanns Breitseite für Belfodil

Bremen - Florian Kohfeldt ist grundsätzlich ein gesprächsbereiter Mensch. Auch auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen hat er am Donnerstagmittag bereitwillig die Themen des Tages und der Woche bearbeitet.

Nur einmal hatte die Auskunftsfreude Pause. Es ging um Ishak Belfodil. Und um die Frage nach dessen aktueller Arbeitsmoral. Auf Kohfeldts Gesicht zog ein Schatten und er verwies schmallippig auf das, was Sportchef Frank Baumann Sekunden vorher „sehr umfassend“ gesagt hatte. Das hatte es wiederum in sich.

Baumann hatte dem bis Saisonende von Standard Lüttich ausgeliehenen Belfodil indirekt ein ganz und gar nicht astreines Verhalten bescheinigt. „Wir erwarten von ihm, dass er im Training um seinen Platz im Team kämpft. Und dass er sein Einzelinteresse nicht über das der Mannschaft stellt. Ishak ist in der Verpflichtung, sich zu zeigen“, hatte der Geschäftsführer gesagt. Es war eine Note 4- für Belfodil im Fach „Betragen und Trainingseifer“ – mit starker Tendenz zur 5.

Der Rüffel des Sportdirektors ist ein weiteres Indiz dafür, dass es zwischen Belfodil und Werder knistert und kracht. Diesen Eindruck hatte zuvor auch Belfodils Berater mit Aussagen im „kicker“ befeuert. Mohamed Al Faiech widersprach in dem Beitrag deutlich Baumanns Darstellung die bisherige Vorgehensweise hinsichtlich einer Weiterverpflichtung des Spielers betreffend. Der Bremer Geschäftsführer hatte unlängst erklärt, dass Club und Belfodil gemeinsam entschieden hätten, die mit Lüttich vereinbarte Kaufoption verstreichen zu lassen, um neu verhandeln zu können. Stimmt nicht, sagt nun Al Faiech.

„Ich verstehe diese Darstellung nicht. Es war das Recht des Spielers, diese Klausel zu lösen, und er allein hat das entschieden“, behauptet der Berater. Das wiederum versucht Baumann zu entkräften. Sein Statement zur Sache: „Wir haben darüber gesprochen, darüber gibt es auch Schriftverkehr, dass wir gemeinsam entscheiden und gemeinsam Standard Lüttich mitteilen, dass die Kaufoption nicht gezogen wird. Das ist Tatsache.“

Verlässt Belfodil Werder im Sommer?

Wieso es überhaupt so wichtig ist, wer wem was mitgeteilt hat? Vielleicht weil jeder den Eindruck erwecken will, das Heft des Handelns in der Hand zu haben und in der stärkeren, der entscheidungsfähigen Position zu sein. Mittlerweile ist jedoch die Frage erlaubt, ob es überhaupt noch einen gemeinsamen Willen zur weiteren Zusammenarbeit gibt.

Baumann hatte dazu zwar schon einmal grundsätzlich Ja gesagt, jetzt verschiebt er die Antwort auf später: „Was ab dem 1. Juli passiert, entscheiden wir nach dem letzten Spiel.“ Angeblich erst dann soll bewertet werden, „wie die Leistung von Ishak war, welche Rolle er gespielt hat, welche Rolle wir ihm in der Zukunft zutrauen“. Das heißt für Belfodil: Er, der sich nach seinem Nicht-Einsatz gegen Borussia Dortmund beleidigt in die Kabine verkrümelt hatte, hat noch eineinhalb Trainingswochen Zeit, den Beweis zu erbringen, dass er auch als Reservist teamkompatibel ist.

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