Frank Fahrenhorst, früherer Profi des SV Werder Bremen und heutiger U21-Trainer des VfB Stuttgart, erinnert sich noch heute haargenau an das schmerzhafte Champions-League-Aus der Grün-Weißen gegen Juventus Turin.
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Frank Fahrenhorst, früherer Profi des SV Werder Bremen und heutiger U21-Trainer des VfB Stuttgart, erinnert sich noch heute haargenau an das schmerzhafte Champions-League-Aus der Grün-Weißen gegen Juventus Turin.

Fahrenhorst: „In der damaligen Situation war es brutal“

Böse Erinnerungen: Ex-Bremer Frank Fahrenhorst denkt an Tim Wieses legendäre Rolle und sein Aus bei Werder zurück

Bremen – Die Erinnerungen sind weiterhin frisch. Und sie tun noch immer weh. Wie auch bei vielen Fans des SV Werder Bremen. Dabei ist die Szene mehr als 16 Jahre her. „In der damaligen Situation war es brutal, ich habe es noch vor Augen. Der Ball flog in den Sechzehner, Tim kam raus und pflückte ihn runter, es passierte alles wie in Zeitlupe“, schilderte Frank Fahrenhorst. Der frühere Verteidiger trug von 2004 bis 2006 das Trikot der Bremer – und war somit ganz nah dabei, als sich eine der größten sportlichen Tragödien der Vereinshistorie abspielte: das Achtelfinal-Aus in der Champions League gegen Juventus Turin im März 2006. Im Interview mit „transfermarkt.de“ sprach der heute 45-Jährige unter anderem über jene 88. Minute, in der eine verunglückte Rolle von Torhüter Tim Wiese Werder das Weiterkommen kostete.

„Pavel Nedved müsste es gewesen sein, der neben mir stand und nur ,Puma, Puma‘ schrie – das war der Spitzname von Émerson, der sich geistesgegenwärtig drehte und den Ball ins Tor schob“, beschrieb Frank Fahrenhorst den entscheidenden Moment. Werder Bremen kassierte so das 2:1 und schied aus. „Es gab keinen Vorwurf an Tim, weil er uns zuvor das eine oder andere Mal im Spiel gehalten hatte. Es waren Momente, in denen man auch aus Niederlagen vieles mitnehmen kann.“

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Einen weiteren Nackenschlag kassierte der Abwehrspieler ein paar Monate später. Eigentlich besaß er eine Vierjahresvertrag an der Weser, hatte trotz einiger Verletzungen bis zum Sommer 2006 insgesamt 55 Pflichtspiele für die Grün-Weißen absolviert – und rechnete damit, dass noch weitere folgen würden. Doch Werder Bremen bemühte sich nach der WM im eigenen Land um Per Mertesacker. Im August ging der Wechsel nach einigen Querelen schließlich über die Bühne, im Gegenzug ging Frank Fahrenhorst zu Hannover 96. Die Art und Weise des Transfers gefiel ihm allerdings überhaupt nicht.

„Vor Saisonstart und zum Vorbereitungsbeginn wurde mir ganz klar gesagt, dass ich Teil der Planungen und ein wichtiger Faktor sein werde. Nichtsdestotrotz würden sich die Verantwortlichen im nächsten Jahr mit Per beschäftigen“, berichtete Frank Fahrenhorst von den Gesprächen mit dem damaligen Werder-Trainer Thomas Schaaf und Manager Klaus Allofs. „Das ist dann jedoch ein wenig früher passiert. Also hieß es zum Ende der Vorbereitung, ich sollte mich doch noch einmal umschauen, weil ich weniger Spielzeit erhalten würde. Deswegen habe ich angemerkt: Das hätte mir auch mal einer fünf, sechs Wochen früher sagen können.“

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Zu diesem Zeitpunkt habe der Defensivakteur des SV Werder Bremen nach eigener Aussage nämlich ein lukratives Angebot eines anderen Bundesligisten vorliegen gehabt, sich damit aber nicht weiter auseinandergesetzt. „Dass sich ein Club mit neuen guten Spielern beschäftigt, ist völlig normal. Aber die Art und Weise hat mir damals nicht gefallen“, betonte Frank Fahrenhorst. „Ehrlichkeit und Offenheit sind für mich einfach große Werte. Ich wäre niemandem böse gewesen, wenn er frühzeitig gesagt hätte: Wir haben dieses und jenes vor, und es ist besser, wenn du dich umschaust.“

Nach weiteren Stationen beim MSV Duisburg und dem FC Schalke 04 II beendete der zweifache Nationalspieler schließlich 2012 seine aktive Karriere. Inzwischen ist Frank Fahrenhorst als Trainer unterwegs. Direkt nach seiner Zeit als Spieler blieb er in Gelsenkirchen, war erst Assistent der Reserve und später Coach der U16 und U17. 2020 wechselte er schließlich zum VfB Stuttgart, wo er seither für die U21 der Schwaben verantwortlich ist. (mbü) Schon gelesen? Nazi-Kontakte? Ex-Torwart Tim Wiese wehrt sich - und auch Werder Bremen reagiert!

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