Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen Werder Bremens Trainer Markus Anfang wegen der angeblichen Nutzung eines gefälschten Impfzertifikats eingeleitet.
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Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen Werder Bremens Trainer Markus Anfang wegen der angeblichen Nutzung eines gefälschten Impfzertifikats eingeleitet.

Impfnachweis angeblich gefälscht

Der Fall Markus Anfang: Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Werders Cheftrainer lösen Beben am Osterdeich aus

Bremen – Als hätte ihn jemand eigens für diesen Zweck bestellt. Damit er genau an diesem Tag, gut sichtbar für jedermann, direkt vor dem Wohninvest Weserstadion parkt – und seine Botschaft sendet. Die Aufschrift des Lastwagens, mit dem gerade frisches Obst angeliefert wurde, hätte die allgemeine Stimmungslage am Freitagmorgen rund um den Osterdeich jedenfalls nicht zynischer auf den Punkt bringen können. „Wir machen keine krummen Dinger“ stand dort vor einem Hintergrundbild mit lauter Bananen geschrieben, während nur wenige Meter Luftlinie entfernt ein Mann seiner Arbeit nachging, dem genau das vorgeworfen wird – ein ziemlich krummes Ding bei Werder Bremen gedreht zu haben.

Update: Am Samstagmorgen wurde mitgeteilt, dass Markus Anfang kein Trainer mehr von Werder Bremen ist!

Die Staatsanwaltschaft Bremen hat am Freitagmorgen offiziell bestätigt, ein Ermittlungsverfahren gegen Werder Bremens Cheftrainer Markus Anfang eingeleitet zu haben. Es geht dabei um den Vorwurf, dass der 47-Jährige der Bremer Gesundheitsbehörde einen gefälschten Impfnachweis vorgelegt haben soll. Die Gesundheitsbehörde hatte deshalb bereits am späten Donnerstagnachmittag Strafanzeige gegen den Werder-Coach gestellt – und damit ein wahres Beben am Osterdeich ausgelöst.

Markus Anfang selbst beteuert in einer Mitteilung des Vereins vehement seine Unschuld und versichert, beide Corona-Schutzimpfungen „in einem offiziellen Impfzentrum erhalten und dafür die entsprechenden Aufkleber im gelben Impfpass bekommen“ zu haben. Genau bei diesem Pass hatte das Gesundheitsamt jedoch Unstimmigkeiten festgestellt.

Impftermin von Markus Anfang soll sich mit einem Einsatz bei Werder Bremen überschneiden

Nach der Corona-Infektion von Abwehrspieler Marco Friedl war Markus Anfang im Zuge der Kontaktnachverfolgung in den Fokus der Behörde geraten. Nach Informationen der DeichStube sind in seinem Impfnachweis sowohl bei der detailliert überprüfbaren Chargennummer des Impfstoffs als auch beim Impfdatum Unstimmigkeiten aufgetaucht, die nun von der Staatsanwaltschaft überprüft werden. Einer der beiden Impftermine in Anfangs Pass soll sich mit einem Einsatz als Trainer bei Werder Bremen überschneiden, sprich einen Zeitpunkt benennen, zu dem sich der Trainer gar nicht hätte impfen lassen können. Anfang selbst wollte sich auf Nachfrage der DeichStube am Freitag nicht zu den Vorwürfen äußern. Nachdem der Trainer das Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Schalke 04 am Vormittag regulär geleitet hatte, war es Sportchef Frank Baumann, der vor die Kameras trat und erklärte, dass er der Darstellung Anfangs glaubt.

Das Wohninvest Weserstadion, aufgenommen am Freitagvormittag – inklusive Lastwagen, dessen Aufschrift die allgemeine Stimmungslage rund um den Osterdeich zynisch kommentierte.

„Markus hat uns versichert, dass alles korrekt gelaufen und er geimpft ist. Es gibt für uns keinen Anlass, daran zu zweifeln“, sagte Baumann, der damit die folgende Botschaft sendete: So lange die Vorwürfe gegen Markus Anfang nicht en Detail geklärt sind, bleibt der Trainer im Amt, wird also – Stand jetzt – am Samstagabend auf der Trainerbank sitzen. Darüber hinaus äußerte der Sportchef von Werder Bremen sein Unverständnis für das Vorgehen der Behörden und kritisierte, dass Anfang nicht darüber in Kenntnis gesetzt worden sei, woraus der Vorwurf gegen ihn konkret besteht: „Bis jetzt ist es so, dass Markus selbst noch überhaupt nicht kontaktiert wurde. Für ihn ist es nicht schön, mit Vorwürfen belastet zu werden, von denen man gar nicht weiß, was genau das Problem ist.“

Werder Bremen rechnet im Fall Markus Anfang erst kommende Woche mit detaillierten Information

Ein Vorgehen, das aber absolut üblich ist. In Ermittlungsverfahren gehört es in der Regel nicht zu den ersten Schritten einer Staatsanwaltschaft, den Beschuldigten über die Sachlage zu informieren – allein schon, um einer möglichen Verdunklungsgefahr vorzubeugen. Erhärtet sich der Verdacht nicht, erfahren Beschuldigte zum Teil nie, dass überhaupt gegen sie ermittelt wurde. Ist das Gegenteil der Fall, kann zu einem späteren Zeitpunkt eine Vorladung erfolgen.

Ob es bei Markus Anfang soweit kommt, bleibt abzuwarten. Baumann rechnet frühestens „in der kommenden Woche“ mit detaillierten Infos, und natürlich gilt auch für den Trainer von Werder Bremen die Unschuldsvermutung. Sollten sich die Vorwürfe allerdings als wahr erweisen, dürfte seine Zeit an der Weser umgehend beendet sein. Schließlich hätte er dann nicht nur Vereinsführung und Öffentlichkeit belogen, sondern sich auch der Dokumentenfälschung schuldig gemacht, was mit Geldstrafen oder im schlimmsten Fall sogar mit einer Haftstrafe geahndet wird.

Der Fall Markus Anfang hat innerhalb der Mannschaft von Werder Bremen hohe Wellen geschlagen

Innerhalb der Bremer Mannschaft hat der Fall am Freitag wenig überraschend hohe Wellen geschlagen und die Vorbereitung auf das wichtige Schalke-Spiel empfindlich gestört. Schließlich haben die Profis jeden Tag engen Kontakt zu Anfang, begegnen ihm auf dem Platz, im Büro und in der Kabine – und das, wie zu erfahren ist, ohne vorherige Corona-Testung des Trainers. Seit einiger Zeit müssen sich geimpfte Personen bei Werder Bremen nämlich nur noch in Ausnahmefällen testen lassen. Gäbe dann jemand vor, geimpft zu sein und ist es nicht, würde er damit sein direktes Umfeld gefährden. Während ungeimpfte Personen bei einem Corona-Fall im Team sofort in Quarantäne müssen, gilt das für Geimpfte nicht.

Als Markus Anfang im Sommer bei Werder Bremen vorgestellt wurde war er noch nicht geimpft

Bekannt ist, dass Markus Anfang noch nicht geimpft war, als er im Sommer als neuer Werder-Coach vorgestellt wurde. Das hatte er selbst bei Dienstantritt verkündet – zu einem Zeitpunkt, als noch viele Menschen auf ihren Impftermin warten mussten. Im Herbst soll er dann bei Werder Bremen seinen Impfnachweis vorgelegt haben, wodurch er aus dem Testprogramm ausschied.

Der Druck auf die handelnden Personen im Profi-Fußball, sich impfen zu lassen, ist im Laufe der Zeit um einiges größer geworden und hatte spätestens mit dem Fall Joshua Kimmich einen Höhepunkt erreicht. Inzwischen ist der Impfstatus gesellschaftlich längst zu einer politischen Frage geworden, die Anfang in einem Interview in der Vorwoche wie folgt beantwortet hatte: „Ich bin selbst geimpft, aber jeder darf seine Entscheidung treffen.“ Da war noch nicht klar, dass das Ganze ein Fall für die Bremer Staatsanwaltschaft werden würde. (dco/csa/kni) Lest dazu einen Kommentar: Ermittlungen gegen Markus Anfang: Der Fall muss Konsequenzen haben – so oder so!

Zur letzten Meldung um 10.00 Uhr:

Jetzt bestätigt: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Werder-Trainer Anfang

Bremen – Es wird ernst für Markus Anfang. Wie die Staatsanwaltschaft Bremen gegenüber Radio Bremen bestätigte, hat sie Ermittlungen gegen Werder-Trainer Markus Anfang eingeleitet. Nach Angaben von Sprecher Frank Passade habe zuvor das Bremer Gesundheitsamt Strafanzeige gegen Anfang gestellt. Der 47-Jährige, seit dieser Saison Chefcoach des SV Werder Bremen, steht in Verdacht, ein gefälschtes Zertifikat zum Nachweis einer Corona-Schutzimpfung benutzt zu haben. Anfang hat diese Vorwürfe in einer am späten Donnerstagabend verbreiteten Club-Mitteilung energisch zurückgewiesen. Seitens der Vereinsführung hat es bislang keine Stellungnahme zu dem Verdacht und dem Vorgang gegeben.

„Ich habe genau wie jeder andere doppelt geimpfte Bürger meine beiden Impfungen in einem offiziellen Impfzentrum erhalten und dafür die entsprechenden Aufkleber im gelben Impfpass bekommen. Den habe ich anschließend in der Apotheke digitalisieren lassen und ging selbstverständlich davon aus, dass damit alles seine Ordnung hat. Ich hoffe sehr, dass sich das Thema schnell aufklärt“, ließ sich Markus Anfang von seinem Arbeitgeber zitieren. Er sei „verärgert und irritiert“, hieß es in der Mitteilung. Für eine weitere Stellungnahme war Anfang am Freitagmorgen noch nicht zu erreichen. Sollten sich die Vorwürfe gegen ihn bewahrheiten, wäre er als Trainer des SV Werder Bremen wohl nicht mehr vermittelbar.

Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Werder Bremens Trainer Markus Anfang

Der Club betont bei jeder Gelegenheit, dass er sich in der Corona-Pandemie genauestens an alle Vorgaben des Gesundheitsamtes und der Politik halten würde. So kämpft Werder Bremen um jeden Zuschauer im Stadion, schlussendlich um sein wirtschaftliches Überleben. Ein Trainer, der Arbeitgeber und Behörden in dieser Phase über seinen Impfstatus fehlinformiert oder sogar bewusst täuscht, sich damit unter Umständen sogar strafbar macht, wäre der Öffentlichkeit nur noch sehr, sehr schwer zu vermitteln. Doch noch ist nichts belegt, noch laufen die Ermittlungen gegen Markus Anfang. (csa) Update! Frank Baumann hat gesprochen: Der Werder-Manager glaubt der Anfang-Darstellung und wundert sich über das Vorgehen der Behörden!

Weiter zur Erstmeldung:

Wirbel um Werder Bremens Coach Markus Anfang: Impfzertifikat gefälscht?

Bremen – Wenn der SV Werder Bremen um 22.27 Uhr eine Stellungnahme auf seiner Internetseite veröffentlicht, dann muss es schon ein ganz besonderes Thema sein – und in diesem Fall ist es ein besonders unangenehmes Thema. Denn es geht darum, dass von einer Bremer Behörde gegen Werder-Coach Markus Anfang ein Ermittlungsverfahren wegen der Nutzung eines gefälschten Impfzertifikats eingeleitet worden sein soll. Ein heftiger Verdacht, dem Anfang gegenüber Werder vehement widersprochen hat. Der Club ist damit dann selbst an die Öffentlichkeit gegangen, ohne allerdings die Aussagen des 47-Jährigen zu bewerten.

„In einem persönlichen Gespräch mit der Geschäftsführung hat Markus Anfang die Anschuldigungen entschieden zurückgewiesen und nachdrücklich versichert, vollständig geimpft zu sein und ein gefälschtes Impfzertifikat nicht genutzt zu haben“, heißt es in dem Text mit der Überschrift „Stellungnahme zum Impfstatus von Markus Anfang“. Der SV Werder Bremen sei am Donnerstagabend über das eingeleitete Ermittlungsverfahren informiert worden.

Werder Bremen: Gefälschtes Impfzertifikat? Schwere Vorwürfe gegen Markus Anfang!

„Markus Anfang zeigt sich irritiert und ist verärgert“, heißt es in dem Werder-Bericht, der dann Anfang wie folgt zitiert: „Ich habe genau wie jeder andere doppelt geimpfte Bürger meine beiden Impfungen in einem offiziellen Impfzentrum erhalten und dafür die entsprechenden Aufkleber im gelben Impfpass bekommen. Den habe ich anschließend in der Apotheke digitalisieren lassen und ging selbstverständlich davon aus, dass damit alles seine Ordnung hat. Ich hoffe sehr, dass sich das Thema schnell aufklärt.“
Im vergangenen Sommer hatte Markus Anfang bei Dienstantritt bei Werder Bremen verkündet, dass er noch nicht geimpft sei. Gegenüber der „Bild“ erklärte der 47-Jährige vor knapp einer Woche dann: „Ich bin selbst geimpft, aber jeder darf seine Entscheidung treffen.“ (kni) Lest auch: Masken für die VIPs, aber sonst läuft bei Werder Bremen alles wie gehabt - noch! Und: So könnte die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen gegen den FC Schalke 04 aussehen!

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