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Riesenjubel bei Werder Bremen: Claudio Pizarro (l.) erzielt das 2:2 gegen Borussia Dortmund - nach 0:2-Rückstand.

Möhwald und Pizarro machen 0:2-Rückstand wett

Respekt! Werder kämpft sich zum 2:2 gegen den BVB

Bremen - Werder schien schon tot und der Traum von Europa geplatzt, doch dann standen die Bremer gegen den Titelaspiranten Borussia Dortmund wieder auf. Das Team von Florian Kohfeldt machte aus einem 0:2, das sich anfühlte wie ein 0:4 oder 0:5, noch ein 2:2.

Beinahe hätte es sogar noch zum Sieg gereicht. Die Chancen auf Europa sind dadurch für Werder mit vier Punkten Rückstand auf Platz sieben und nur noch zwei Spielen zwar eher gesunken, aber diese Mannschaft hat sich jede Menge Respekt verdient. Kevin Möhwald (70.) und Claudio Pizarro (75.) sorgten mit ihren Treffern für eine Mega-Stimmung im Weserstadion. Fast vergessen waren da die beiden Dortmunder Tore durch Christian Pulisic (6.) und Paco Alcacer (41.). Der BVB dürfte seine Chance auf die Meisterschaft damit wohl verspielt haben.

Der Abend hatte mit einer ganz schlechten Nachricht für die Gastgeber begonnen. Werder musste nicht nur auf den gesperrten Abwehrchef Niklas Moisander, sondern auch auf den verletzten Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie. Ihn musste mangels echter Alternativen im Kader Linksfuß Marco Friedl ersetzen – wie übrigens schon beim 2:0-Sieg im DFB-Pokal-Viertelfinale auf Schalke.

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Pulisic erzielt das frühe 1:0 für Dortmund

Aber diesmal hieß der Gegner Dortmund – und die Borussen sind auch ohne den gesperrten Marco Reus offensiv ein ganz anderes Kaliber. Das war von Beginn an zu sehen. Die Gäste machten so viel Dampf, als wollten sie ihren Glauben an die Titelchance in den Rasen brennen. Nach nur sechs Minuten überrannte Christian Pulisic die Bremer Abwehr und vollstreckte eiskalt zum 1:0. Werder-Außenverteidiger Ludwig Augustinsson hatte den schnellen Angriff des BVB mit einem ganz schlechten Pass auf Nuri Sahin eingeleitet. Der Sechser verlor den Ball an Thomas Delaney, der Pulisic auf die Reise schickte. Und der US-Amerikaner ließ dann vor allem Milos Veljkovic ganz schlecht aussehen.

So ging es weiter: Nur acht Minuten später hätte Mario Götze beinahe auf 2:0 erhöht, doch Jiri Pavlenka im Bremer Tor reagierte glänzend. Werder kam selbst kaum zum Zug – und haderte dann mit Schiedsrichter Marco Fritz. Der zeigte Davy Klaassen nach einem Foul an Axel Witsel zwar zu Recht Gelb, aber direkt davor hätte er die Partie nach einer Attacke gegen Yuya Osako unterbrechen müssen. Für das nächste Spiel gegen Hoffenheim ist Klaassen nun gesperrt.

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Da kann sich Jiri Pavlenka strecken, wie er will: Der Freistoß von Paco Alcacer segelt zum 0:2 ins Eck.

Und es kam noch schlimmer für Werder: Nach einem Zweikampf zwischen Friedl und Pulisic entschied Fritz auf Freistoß – zum Ärger der Bremer. Dem Unparteiischen hatte ein leichter Kontakt kurz vor dem Strafraum ausgereicht, er zeigte sogar Gelb. Und den Freistoß versenkte Paco Alcacer unhaltbar zum 2:0 (41.).

Der Zeitpunkt war aus Werder-Sicht extrem bitter. Denn das Team von Florian Kohfeldt hatte sich endlich mal in der Offensive gezeigt und die Dortmunder durchaus vor Probleme gestellt. Das galt vor allem für den quirligen Milot Rashica. Aber so richtig gefährlich zum Abschluss kamen die Bremer nie. Im Gegensatz zu den Dortmundern, die kurz vor der Pause durch Pulisic (44.) und Abdou Diallo (45.) die Partie beinahe schon entschieden hätten.

Wer wollte jetzt noch an eine Wende und vor allem an Europa glauben? Werder kam unverändert aus der Kabine – und konnte sich unverändert selten mal in Szene setzen. Außerdem spielte stets die Angst mit, ausgekontert zu werden. So wie in der 58. Minute, als Alcacer zwar traf, aber der Treffer wegen einer Abseitsposition nicht zählte.

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Fotostrecke: Möhwald und Pizarro kontern Pulisic und Alcacer

Werder Bremen gegen Borussia Dortmund
Werder Bremen gegen Borussia Dortmund © gumzmedia
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Weserstadion bebt: Möhwald und Pizarron treffen

Die Dortmunder waren einfach zu gut für diese Bremer. Das spürten offenbar auch die Werder-Fans, die ganz große Unterstützung von den Rängen im mit 42.100 Zuschauern ausverkauften Weserstadion blieb aus. Von einem Hexenkessel wie noch zehn Tage zuvor im DFB-Pokal gegen die Bayern konnte keine Rede sein. Ein Stimmungsmacher musste also her – und so brachte Kohfeldt nach einer Stunde Claudio Pizarro für den blassen Osako. Und Kevin Möhwald ersetzte Sahin. Das zahlte sich aus.

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Möhwald hielt einfach mal drauf und überraschte damit BVB-Keeper Roman Bürki, der den Ball durch Arme und Beine ins Tor flutschen ließ (70.). Nur noch 1:2, Werder war wieder da! Jetzt bebte auch das Weserstadion – und sollte in der 75. Minute fast explodieren. Denn ausgerechnet Pizarro gelang das 2:2, nachdem Augustinsson super nachgesetzt und Manuel Akanji den Ball an der Grundlinie gestohlen hatte.

Der Wahnsinn ging sofort weiter. Dortmunds Mario Götze sprang im Strafraum der Ball an die Hand, Werder forderte Elfmeter – und Schiri Fritz schaute sich die Szene auch am Spielfeldrand an. Doch ihm reichte es nicht für einen Strafstoß (77.). Werder war zwar gefrustet, machte aber sofort weiter. Die Bremer wollten die allgemeine Dortmunder Verunsicherung nun zum Sieg nutzen. Und die Chance war tatsächlich da: Rashica lief allein auf Bürki zu, scheiterte aber am Schweizer (87.).

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