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Die Fans von Eintracht Frankfurt hatten bereits vor dem DFB-Pokal-Achtelfinale ein kreatives Banner in der Commerzbank-Arena aufgehängt.

DFB-Pokal-Viertelfinale

Werder zu Gast in Frankfurt: Was würde bei einem Spielabbruch passieren?

Frankfurt - Vorrangig geht es um den Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals, das ist klar. Aber dennoch ist es nicht unwahrscheinlich, dass während des Viertelfinales zwischen Eintracht Frankfurt und Werder Bremen (Mittwoch, 20.45 Uhr, DeichStuben-Liveticker) Fan-Proteste gegen die Rückkehr der Kollektivstrafe im Mittelpunkt stehen.

Am vergangenen Bundesliga-Spieltag waren mehrere Partien deshalb unterbrochen worden, hatten sogar kurz vor dem Abbruch gestanden. Aber welcher Punkt muss erreicht sein, damit ein Spiel tatsächlich abgebrochen wird? Und für welche der beiden Mannschaften würde die Partie in einem solchen Fall gewertet?

Der Deutsche Fußball Bund (DFB) geht bei den Themen Rassismus und Diskriminierung seit einigen Jahren nach einem sogenannten „Drei-Stufen-Plan“ vor. Dieser legt fest, „welche Maßnahmen die Schiedsrichter durchzuführen haben, wenn sie Kenntnis von Diskriminierungen jeglicher Ausprägung im Stadion erhalten“, erklärt der DFB auf seiner Internetseite.

Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt: Drei Stufen bis Spielabbruch

Die drei Stufen sehen dabei so aus: 1. Durchsage durch den Stadionsprecher. 2. Spielunterbrechung. 3. Spielabbruch. Punkt zwei war am vergangenen Wochenende in gleich mehreren Bundesligastadien erreicht worden. Wichtig: Proteste im Allgemeinen sind den Fankurven während des Spiels natürlich nicht untersagt, es gilt das Recht auf freie Meinungsäußerung. Erst wenn es beleidigend, rassistisch oder diskriminierend wird, greift der Drei-Stufen-Plan.

Sollte es tatsächlich zu einem Spielabbruch kommen, ist in der offiziellen Rechts- und Verfahrensordnung des DFB geklärt, wie die Partie gewertet wird. In Paragraf 18 heißt es: „Trifft eine Mannschaft oder ihren Verein (...) ein Verschulden an dem Spielabbruch, ist das Spiel dem (...) Schuldigen mit 0:2-Toren für verloren, dem Unschuldigen mit 2:0-Toren für gewonnen zu werten.“ Die Fans werden ihren Clubs dabei zugerechnet. Sorgen also beispielsweise die Bremer Anhänger für einen Abbruch des Pokalspiels in Frankfurt, steht die Eintracht im Halbfinale.

Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt: Entscheidung würde vor Sportgericht fallen

Sollten beide Seiten für einen Abbruch verantwortlich sein, würden sie laut DFB-Statuten in der Bundesliga beide als Verlierer gewertet. Im Pokal gestaltet sich die Auslegung dieser Regel naturgemäß schwieriger, weil eine Mannschaft weiterkommen muss. Die Entscheidung über Sieger und Verlierer würde in einem solchen Fall vor dem Sportgericht fallen, wie DFB-Richter Hans E. Lorenz gegenüber der „Hessenschau“ erklärte: "In diesem extrem unwahrscheinlichen Fall würde sich das Sportgericht damit auseinandersetzen. Das ist eine Einzelfallentscheidung."

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