Franklin Bittencourt ist eine Legende bei Energie Cottbus. Sohn Leonardo (oben) wurde dort ebenfalls Profi und trifft nun mit Werder Bremen im DFB-Pokal auf den Ex-Club.
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Franklin Bittencourt (hier im Jahr 2000) ist eine Legende bei Energie Cottbus. Sohn Leonardo (oben) wurde dort ebenfalls Profi und trifft nun mit Werder Bremen im DFB-Pokal auf den Ex-Club.

Jubel über DFB-Pokal-Los

„Werden 30 Karten brauchen“: Für Franklin Bittencourt wird Werder gegen Cottbus zur Familienfeier

Bremen - Werder Bremen gegen Energie Cottbus – für die meisten Fans und Spieler fällt diese DFB-Pokal-Paarung in die Kategorie „Typisches Erstrundenlos“. Bundesligist gegen Regionalligist, drei Klassen Unterschied, wenig Brisanz. Doch in einer Familie war der Jubel über die Auslosung riesengroß – in der Familie Bittencourt.

Werder-Profi Leonardo Bittencourt stammt aus der Jugend des FC Energie, wo sein Vater einst als Profi in der Bundesliga spielte. Und dieser Franklin Bittencourt ist über das Los ganz aus dem Häuschen. „Ganz ehrlich, wir haben alle laut gefeiert, als Energie Cottbus und Werder Bremen ausgelost worden sind. Wir haben die Auslosung mit der gesamten Familie vor dem Fernseher verfolgt“, berichtet der 53-jährige Brasilianer in der Lausitzer Rundschau. „Wir sind sehr glücklich über diese Auslosung. Energie Cottbus ist nach wie vor unser Heimatverein.“

Werder Bremen gegen Energie Cottbus: Leonardo und Franklin Bittencourt jubeln über DFB-Pokal-Los

Die Familie hat ihren Lebensmittelpunkt zwar inzwischen nach Köln verlegt, wo Leonardo Bittencourt zwischenzeitlich spielte. Doch mit Verwandten und Freunden geht es für die Bittencourts zum Pokalspiel – das noch keinen genauen Termin hat, aber zwischen dem 29. Juli und 1. August steigt – natürlich ins Stadion der Freundschaft. „Ich glaube, wir werden rund 30 Karten brauchen“, sagt Franklin Bittencourt. Für ihn und seinen Junior wird es eine besondere Reise in die Vergangenheit.

1998 war Franklin vom VfB Leipzig zu Energie Cottbus gewechselt, dort spielte der Angreifer zwei Jahre in der 2. und sogar drei Jahre in der 1. Bundesliga. Insgesamt kam Bittencourt auf 89 Pflichtspiele und 22 Tore für den FCE. Es war eine Hochphase für den Verein aus Brandenburg. Zur Truppe von Trainer Eduard Geyer zählten damals etwa Torwart Tomislav Piplica, Spielmacher Vasile Miriuta und eben Bittencourt, der nach der aktiven Karriere auch als Co-Trainer für erste und zweite Mannschaft sowie die U17 der Cottbusser arbeitete.

Werder Bremen gegen Energie Cottbus: Leonardo Bittencourt hat im DFB-Pokal Unterstützung von Vater Franklin sicher

Sohn Leo Bittencourt durchlief bei Energie Cottbus die gesamte Jugend, wurde Profi und machte schon in jungen Jahren auf sich aufmerksam. 2012 wechselte er zu Borussia Dortmund, später zu Hannover 96, zum 1. FC Köln, Hoffenheim und eben Werder Bremen. In all den Jahren gab es aber nie ein Duell mit dem FCE, der sportlich von der ganz großen Bühne verschwand und sich vornehmlich in der Regionalliga Nordost einrichtete.

„Das ist echt ein Highlight für mich. Ich habe jetzt schon Gänsehaut, wenn ich an die Rückkehr denke“, wurde Leonardo Bittencourt nach der DFB-Pokal-Auslosung auf der Vereinshomepage von Werder Bremen zitiert. „Da geht ein kleiner Traum in Erfüllung.“ Und auch wenn es gegen die alte Liebe geht – die Unterstützung seiner Familie hat er sicher. „Ich bitte um Verständnis – aber wir werden natürlich Werder Bremen die Daumen drücken. In dem Fall geht die Familie vor“, sagt Franklin Bittencourt. „Dennoch werde ich auch mit dem halben Herz bei Energie Cottbus sein. Vor allem aber hoffe ich, dass wir alle ein echtes Fußballfest erleben.“ (han)

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