Niklas Moisander kritisierte das Auftreten des eigenen Teams beim Nordderby gegen den Hamburger SV.
+
Niklas Moisander kritisierte das Auftreten des eigenen Teams beim Nordderby gegen den Hamburger SV.

Nach Nullnumer in Hamburg

Moisander: "Es ist eine Schande"

Hamburg - Eigentlich wollte er gar nicht poltern. Eigentlich war Niklas Moisander mit dem 0:0 in Hamburg nämlich gar nicht mal unglücklich. „In Hamburg zu spielen, ist schwierig. Da ist ein Punkt besser als keiner“, sagte der Verteidiger des SV Werder nach dem Nordderby.

Doch dann machte der Finne einen Schwenk weg von der Milde und Güte. Moisander kritisierte das Auftreten des eigenen Teams, sogar das Wort „shame“ (englisch für Schande) fiel.

Was Moisander meinte, war das Bremer Offensivverhalten. „Jetzt haben wir in Ishak Belfodil einen Spieler, der vorne die Duelle gewinnt und die Bälle behaupten kann, aber niemand ist da, um ihm zu helfen. Es ist eine Schande“, schimpfte der Finne. 

Die Lücken zwischen den beiden Angreifern Belfodil sowie Fin Bartels und dem Bremer Mittelfeld waren oft groß. Zu groß, so Moisander: „Speziell in der ersten Halbzeit war das ein Problem. Es wurde erst besser, als Zladdi (Zlatko Junuzovic, d. Red.) ins Spiel kam.“

Auch Teamkollege Delaney monierte den Sicherheitsdgedanken

Im Grunde sagte der 32-Jährige damit das Gleiche, wie sein Teamkollege Thomas Delaney eine Woche zuvor nach der Nullnummer gegen den SC Freiburg. Es wird nicht nachgerückt, der Sicherheitsgedanke steht im Vordergrund. Die Torgefahr bleibt dabei zwangsläufig auf der Strecke. Moisander: „Wir müssen mehr investieren, müssen auch ein bisschen mehr ins Risiko gehen. Wir sind ein bisschen zu vorsichtig, müssen uns mehr trauen. Das müssen wir trainieren.“

Problem erkannt, Problem gebannt? Auch Trainer Alexander Nouri monierte nach dem 0:0 die unzureichende Organisation auf dem Platz. „Wenn man die langen Bälle spielt, braucht man eine gute Staffelung, um die zweiten Bälle zu gewinnen. Das war nicht optimal.“

Ein „schwieriges Thema“

Bleibt aber weiterhin die Frage, ob der Missstand auf Versäumnisse der Spieler oder auf einen Fehler im System zurückzuführen ist. Ein „schwieriges Thema“ sei das, meinte Moisander, und blieb eine Antwort schuldig. Vielleicht um die öffentliche Diskussion um die richtige oder falsche Ausrichtung des Teams nicht noch weiter anzuheizen. Was er aber noch sagte, war dies: „Mit ein bisschen mehr Qualität hätten wir gewinnen können, aber wir waren nicht gut genug.“

Einzelkritik: Pavlenka wieder Werders Bester, Bartels enttäuscht

Jiri Pavlenka: Bestätigte seine Leistung aus dem Freiburg-Spiel und war Werders bester Mann. Wurde er gebraucht, war er da. Vor der Pause gegen Sakai (23.) und Hahn (26.) zur Stelle, nach dem Wechsel dann gegen Hahn (56.), Wood (60.) und Hunt (79.). Note: 2
Jiri Pavlenka: Bestätigte seine Leistung aus dem Freiburg-Spiel und war Werders bester Mann. Wurde er gebraucht, war er da. Vor der Pause gegen Sakai (23.) und Hahn (26.) zur Stelle, nach dem Wechsel dann gegen Hahn (56.), Wood (60.) und Hunt (79.). Note: 2 © nordphoto
Robert Bauer: Mit seiner Mentalität genau der richtige Mann für ein Derby – keine Frage. War giftig in den Zweikämpfen, bisweilen aber zu übermotiviert. Hatte zudem Probleme mit dem schnellen Ito. Note: 3,5
Robert Bauer: Mit seiner Mentalität genau der richtige Mann für ein Derby – keine Frage. War giftig in den Zweikämpfen, bisweilen aber zu übermotiviert. Hatte zudem Probleme mit dem schnellen Ito. Note: 3,5 © nordphoto
Milos Veljkovic: Agierte wie zuletzt im Zentrum der Dreierkette und das ohne größere Fehler. In den Drangphasen des HSV wirkte der Serbe jedoch teilweise unorientiert. Leistete sich unnötige Fouls. Note: 3,5
Milos Veljkovic: Agierte wie zuletzt im Zentrum der Dreierkette und das ohne größere Fehler. In den Drangphasen des HSV wirkte der Serbe jedoch teilweise unorientiert. Leistete sich unnötige Fouls. Note: 3,5 © nordphoto
Niklas Moisander: Hinten links so sachlich wie gewohnt. Bemühte sich darum, in der hitzigen Atmosphäre Ruhe ins Bremer Spiel zu bringen, spielte aber auch den ein oder anderen Fehlpass. Was weitestgehend fehlte: Seine präzisen Pässe in der Spieleröffnung. Note: 3
Niklas Moisander: Hinten links so sachlich wie gewohnt. Bemühte sich darum, in der hitzigen Atmosphäre Ruhe ins Bremer Spiel zu bringen, spielte aber auch den ein oder anderen Fehlpass. Was weitestgehend fehlte: Seine präzisen Pässe in der Spieleröffnung. Note: 3 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie: Zu Beginn sehr offensiv, vorne aber wie so oft ohne das nötige Glück. Im Laufe des Spiels dann mehr und mehr defensiv gegen Ito gefordert, wobei er nicht immer gut aussah. Note: 3,5
Theodor Gebre Selassie: Zu Beginn sehr offensiv, vorne aber wie so oft ohne das nötige Glück. Im Laufe des Spiels dann mehr und mehr defensiv gegen Ito gefordert, wobei er nicht immer gut aussah. Note: 3,5 © nordphoto
Philipp Bargfrede (bis 63.): Erhielt zum zweiten Mal in Folge den Vorzug vor Maximilian Eggestein. Ging als Sechser zwar keinem Duell aus dem Weg, Akzente im Spiel nach vorne setzte er aber nicht. Verlor dafür zu viele Bälle. Dass die Luft bei ihm nicht für 90 Minuten reicht, war nach dem Wechsel klar zu sehen. Note: 4
Philipp Bargfrede (bis 63.): Erhielt zum zweiten Mal in Folge den Vorzug vor Maximilian Eggestein. Ging als Sechser zwar keinem Duell aus dem Weg, Akzente im Spiel nach vorne setzte er aber nicht. Verlor dafür zu viele Bälle. Dass die Luft bei ihm nicht für 90 Minuten reicht, war nach dem Wechsel klar zu sehen. Note: 4 © nordphoto
Ulisses Garcia: Rückte für den verletzten Augustinsson in die Startelf. Auf der linken Seite vor allem darum bemüht, hinten keine Fehler zu machen, was ihm zunächst gelang. Sah dann vor Hahns Heber aber gar nicht gut aus (56.). Vorstöße auf dem Flügel zeigte er keine. Note: 4,5
Ulisses Garcia: Rückte für den verletzten Augustinsson in die Startelf. Auf der linken Seite vor allem darum bemüht, hinten keine Fehler zu machen, was ihm zunächst gelang. Sah dann vor Hahns Heber aber gar nicht gut aus (56.). Vorstöße auf dem Flügel zeigte er keine. Note: 4,5 © nordphoto
Florian Kainz (bis 63.): In der Offensive im ersten Durchgang der auffälligste Bremer. Wirbelte viel, auch wenn der Ertrag nicht groß war. Scheiterte per Freistoß an HSV-Keeper Mathenia (39.), später flog eine Direktabnahme übers Tor (56.). Tauchte im zweiten Durchgang ab. Note: 4
Florian Kainz (bis 63.): In der Offensive im ersten Durchgang der auffälligste Bremer. Wirbelte viel, auch wenn der Ertrag nicht groß war. Scheiterte per Freistoß an HSV-Keeper Mathenia (39.), später flog eine Direktabnahme übers Tor (56.). Tauchte im zweiten Durchgang ab. Note: 4 © nordphoto
Thomas Delaney: Hatte per Kopf die erste Bremer Chance des Spiels (9.). Rieb sich in den Zweikämpfen auf. Die ganz großen Ideen hatte aber auch er nicht – ganz im Gegenteil: Oft war der Ball sofort wieder weg, wenn er bei ihm war. Kein gutes Spiel des Dänen. Note: 4
Thomas Delaney: Hatte per Kopf die erste Bremer Chance des Spiels (9.). Rieb sich in den Zweikämpfen auf. Die ganz großen Ideen hatte aber auch er nicht – ganz im Gegenteil: Oft war der Ball sofort wieder weg, wenn er bei ihm war. Kein gutes Spiel des Dänen. Note: 4 © nordphoto
Fin Bartels (bis 90.): Die Partie lief vor der Pause komplett an ihm vorbei. Kein Abschluss, keine auffällige Szene – keine gute Leistung. Wurde auch in Hälfte zwei nicht besser, hatte aber Werders größte Chance, als er an Mathenia scheiterte (71.) Note: 5
Fin Bartels (bis 90.): Die Partie lief vor der Pause komplett an ihm vorbei. Kein Abschluss, keine auffällige Szene – keine gute Leistung. Wurde auch in Hälfte zwei nicht besser, hatte aber Werders größte Chance, als er an Mathenia scheiterte (71.) Note: 5 © nordphoto
Ishak Belfodil: Körperlich war der 1,92-Meter-Mann zu Beginn enorm präsent, dazu sehr lauffreudig. Köpfte über das Tor (13.), mehr Gefahr strahlte er aber nicht aus. In den zweiten 45 Minuten kaum noch zu sehen. Note: 4,5
Ishak Belfodil: Körperlich war der 1,92-Meter-Mann zu Beginn enorm präsent, dazu sehr lauffreudig. Köpfte über das Tor (13.), mehr Gefahr strahlte er aber nicht aus. In den zweiten 45 Minuten kaum noch zu sehen. Note: 4,5 © nordphoto
Maximilian Eggestein (ab 63.): Sollte das zerfahrene Bremer Spiel ordnen und machte es besser als Vorgänger Bargfrede. Note -
Maximilian Eggestein (ab 63.): Sollte das zerfahrene Bremer Spiel ordnen und machte es besser als Vorgänger Bargfrede. Note - © nordphoto
Zlatko Junuzovic (ab 63.): Saisondebüt für den Österreicher. Mit ihm kam mehr Struktur ins Werder-Spiel. Schade: Blieb mit einem Freistoß in der Mauer hängen (69.). Note -
Zlatko Junuzovic (ab 63.): Saisondebüt für den Österreicher. Mit ihm kam mehr Struktur ins Werder-Spiel. Schade: Blieb mit einem Freistoß in der Mauer hängen (69.). Note - © nordphoto
Izet Hajrovic (ab 90.): Kam als Joker für die letzten Minuten, stach aber nicht mehr. Note -
Izet Hajrovic (ab 90.): Kam als Joker für die letzten Minuten, stach aber nicht mehr. Note - © nordphoto

Lest auch de Kommentar von Carsten Sander: Eine Chance hat Nouri noch verdient

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare