+
Wissenswertes vor dem Heimspiel von Werder Bremen gegen den SC Paderborn: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Klemm-Brett vor Werder gegen SC Paderborn

Notizen vor Paderborn: „Schlangen-Beschwörer“, Elfer-Pech und ein Husarenstück

Von Hans-Günter Klemm. Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Expertise rund um Werder Bremen, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 14. Spieltag geht es um den SC Paderborn.

Heimspiel am Sonntag (18 Uhr, DeichStube-Live-Ticker) gegen das Tabellenschlusslicht SC Paderborn. Das ist für Werder Bremen angesichts des Befreiungsschlags gegen den VfL Wolfsburg und der immer noch unbefriedigenden tabellarischen Situation eigentlich ein Pflichtsieg. Im Weserstadion zählt für die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt nur ein Dreier. Doch Vorsicht ist geboten! Nicht, dass ausgerechnet die Ostwestfalen zum Stolperstein für die Grün-Weißen werden.

Spruch von Paderborn-Trainer Steffen Baumgart

„Es geht darum, nicht jede Woche Blumen zu kriegen, sondern auch Punkte.“

Trainer Steffen Baumgart nach den Lobeshymnen bei den nicht gewonnenen Auftaktspielen.

Paderborn-Trainer Steffen Baumgart zählt zu den emotionalen Vertretern seiner Zunft.

Werder Bremen gegen Paderborn: SCP-Trainer Steffen Baumgart – ein populärer Mann des Fußball-Volkes

In aller Munde war der neue Mann: Steffen Baumgart, bislang nur Kennern der 2. Liga bekannt, gewann beim Saisonstart rasch an Popularität. Zunächst ein überzeugender Auftritt im Aktuellen Sportstudio, dann das Bekenntnis, seiner Elf auch nach dem Aufstieg in die höchste Spielklasse unerschrockenen Offensivfußball zu verordnen – der Coach verbuchte Sympathiepunkte. Überdies ging er in die Geschichte ein: Als erster Trainer sah er die Gelbe Karte. Aus Verärgerung und Protest gegen eine Entscheidung von Schiedsrichter Tobias Welz, der einen Vorteil abgepfiffen hatte, hatte Baumgart seine Mütze weggeworfen. 

Kommentar des Sünders, der sich nicht so fühlte: „So langsam werden wir schwachsinnig. Wir wollen Emotionen und so werden diese weggenommen.“ Baumgart ist ein Mann des Volkes, des Fußballvolkes, ein Fürsprecher für die Fans. So verurteilte er jüngst die Preispolitik im Profifußball. Bei einem Durchschnittspreis von etwa 50 Euro für einen Platz im Stadion rechnete der Paderborner vor, was eine vierköpfige Familie berappen muss, wenn sie sich auch die obligatorische Wurst und ein Getränk in der Arena gönnt. Er kam auf gut 250 Euro. „Ich weiß nicht, wie lange dies alle noch mitmachen.“

Hier das Bundesliga-Spiel des SV Werder Bremen gegen den SC Paderborn im Live-Ticker der DeichStube verfolgen!

Idole des SC Paderborn 07

Bekannte Spieler, die das Paderborner Trikot trugen, gibt es einige. Die namhaftesten: Thomas von Heesen, Dieter Hecking, Michael Lameck, Patrick Owomoyela, Gerd Roggensack, Christian Schreier, Günter Kutowski und Jürgen Sobieray.

Statistik: Werder Bremen gegen den SC Paderborn 07

Zwei Spiele gab es bisher zwischen Werder Bremen und dem SC Paderborn 07. Ein Sieg für Werder, ein Remis. Plus für die Bremer in der Tordifferenz: 6:2. Das Heimspiel am 29. November 2014 gewann Werder souverän mit 4:0. Die Torschützen: Zlatko Junuzovic, Davie Selke, Fin Bartels und Levent Aycicek. Die Auswärtspartie in Ostwestfalen endete 2:2, wobei Davie Selke und Izet Hajrovic erfolgreich waren, für Paderborn trafen Mario Vrancic und Moritz Stoppelkamp.

SC Paderborn im Elfer-Pech – auch gegen Werder Bremen?

Der ominöse Punkt. Gleich zweimal scheiterten die Paderborner zuletzt vom Elfmeterpunkt und vergaben so wertvolle Punkte. Beim 1:2 gegen Mainz verschoss Jamilu Collins, beim 0:1 gegen Augsburg vergab Klaus Gjasula. Die beiden sind die ersten Schützen, so von Trainer Baumgart eingeteilt. Beide fühlten sich sicher, beide schossen daneben. Pech für Paderborn.

Ex-Werder-Bremen-Spieler und SC Paderborn-Manager Martin Przondziono im DeichStube-Interview: „Otto Rehhagel war kein Freund meines Spiels“.

Welches System spielt Paderborn gegen Werder Bremen?

Es ist stets die Frage. Wie lässt Steffen Baumgart gegen Werder Bremen spielen? 4-3-3 oder 4-4-2 als Grundordnung. „Wir haben in beiden Formationen schon gute und schlechte Spiele gemacht“, beantwortet der Coach diese Systemfrage nicht. Für ihn ist es wichtiger, die richtige Balance zu finden zwischen Angriff und Absicherung. Beim Achtungserfolg in Dortmund formierte sich die Elf zu einem 4-4-2.

Klemm-Brett-Anekdote zum SC Paderborn 07: Ein Club zum Anfassen

Ich kam dazu wie die Jungfrau zum Kind, wie es so schön heißt. Damals 2013, als ich als Reporter für den kicker gemeinhin den Fußball-Norden beackerte und mich parallel auf die Weltmeisterschaft in Brasilien vorbereitete und konzentrierte. Nun zählt Paderborn, wie alle wissen, nicht zum Norden, sondern liegt in Nordrhein-Westfalen an der Grenze zu Niedersachsen. Dort tat sich einiges. Paderborn, die Fußball-Diaspora, blühte auf, lief der Bielefelder Arminia, Platzhirsch in jenen Regionen, den Rang ab. Der kicker musste reagieren, vor Ort sein, dieses Fußball-Wunder in Augenschein nehmen. Meine Chefs schicken mich dorthin. Ich nahm also Kurs auf die Provinz. Es machte Spaß. Leichte Arbeit, Zugang zu den Spielern und zum Trainer, der Andre Breitenreiter hieß. Ich kannte ihn als Spieler aus Hamburg und Hannover. 

Ein Termin beim inzwischen verstorbenen Vereinspatron Wilfried Finke. Kein Problem. Nette Gespräche, alles verbindlich und freundlich, der Emporkömmling als Ausnahme im sonst so geschäftsmäßigen und reglementierten Bundesliga-Betrieb. Aufstieg geschafft, ich war dabei, sah die ersten Partien in der 1. Liga. Die Alltagsarbeit übernahmen dann die Kollegen aus dem Westen. Ich verfolgte aus der Ferne den Werdegang meines „Zeitweise-Clubs“. Als sie schon wieder abgestiegen waren, hatte ich noch einmal engeren Kontakt. Im Winter, in der Türkei, im Trainingslager, als ein gewisser Stefan Effenberg sich als Trainer versuchte. Experiment gnadenlos gescheitert. Die geliebten Paderborner benötigten etwas Zeit und Ruhe, um sich davon zu erholen und wieder zu sich selbst zu finden. Es gelang ihnen mit Markus Krösche und Steffen Baumgart. Sie schafften das zweite Wunder, meldeten sich zurück auf der großen Bühne. Ich gönne es ihnen und spreche ihnen schon jetzt Mut zu, wenn das eigentlich Unvermeidliche eintritt, sollte es erneut abwärts geht.

Paderborns Husarenstück

In Dortmund schafften sie ihr Husarenstück. 3:0 geführt zur Pause, 3:2 geführt und erst in der Nachspielzeit erwischt worden. Am Ende stand es 3:3 beim haushohen Favoriten BVB. Ein Erfolg für die Paderborner, deren Trainer Steffen Baumgart sich „stolz und zufrieden“ zeigte. Baumgart kletterte nach dem Schlusspfiff auf den Zaun und setzte zur Laola an.

Vor dem Spiel gegen Werder Bremen: Der SC Paderborn 07 im Form-Check

Auch am letzten Wochenende überzeugten die Paderborner. Imposante Aufholjagd gegen Leipzig, nachdem sie schnell 0:3 zurückgelegen hatten. „Es ist nicht selbstverständlich, immer wieder aufzustehen“, lobte Steffen Baumgart seine Mannschaft, die nach der Pause aufdrehte, mit Leidenschaft und Willen überzeugte und nach Toren von Mamba und Gjasula auf 2:3 verkürzte. Wieder viele Komplimente, doch keine Punkte. Paderborn blieb zum fünften Mal sieglos, liegt am Tabellenende mit nur fünf Punkten.

Streli Mambas Schlangen-Jubel auch gegen Werder Bremen?

Eine besondere Art des Jubelns hat er sich ausgedacht. Streli Mamba dachte an seinen Namen und die Assoziation zu dem gefährlichen Tier. Also entwarf der 25-Jährige eine ganz spezielle Masche: den Schlangenjubel. Der aus Cottbus geholte Stürmer, der neben der deutschen auch die Staatsangehörigkeit der Demokratischen Republik Kongo besitzt, konnte diese Bekundung seiner Freude schon öfter praktizieren. Fünf Tore stehen auf dem Konto des blitzschnellen Angreifers, der neun Spiele absolviert hat. Zuletzt bestach „Schlangenbeschwörer“ Mamba beim 3:3 in Dortmund mit zwei Torerfolgen, im Heimspiel gegen RB Leipzig mit einem Treffer. Sein Kommentar: „Ich habe gefragt, ob mich jemand mal zwicken kann.“ Doch er blieb auf dem Boden der Tatsachen trotz dieses Erfolgserlebnisses. Der Torjäger gab zu, dass er eine Großchance vergeben hatte: „Ich treffe den Ball nur mit der Hacke.“ Ein möglicher Lucky Punch, so Mamba, sei somit verpasst worden.

Mehr News zum SV Werder Bremen

Lest hier die Notizen vor Werder Bremen gegen die TSG Hoffenheim am 19. Bundesliga-Spieltag.

Neues aus der Gerüchteküche: Der SV Werder Bremen soll Linksverteidiger Konstantinos Tsimikas von Olympiakos Piräus ins Visier genommen haben. Unterdessen hat der SSC Neapel ein offenbar ein Auge auf Milot Rashica geworfen.

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Kommentare