Die Manschaft von Holstein Kiel empfängt am Abend den SV Werder Bremen.
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Die Manschaft von Holstein Kiel empfängt am Abend den SV Werder Bremen.

15. Zweitliga-Spieltag im Holstein Stadion

Werder-Gegner-Check: Historie, Trainer, Form, Star – so tickt Holstein Kiel

Kiel – Der Beinahe-Aufsteiger in die Bundesliga schwächelt in diesem Spieljahr: Holstein Kiel, in der Relegation am 1. FC Köln gescheitert, hat einen schlechten Start erwischt. Erfolgstrainer Ole Werner, wahrscheinlich bald neuer Coach von Werder Bremen, trat im Oktober zurück. Nachfolger Marcel Rapp konnte das Blatt bisher noch nicht wenden. Die Kieler haben noch nicht in die Erfolgsspur zurückgefunden und verharren auf dem Relegationsplatz.

Die Historie von Werder Bremen-Gegner Holstein Kiel

Es war knapp, es hat nicht ganz gereicht. Der Höhenflug der Störche aus dem Norden stockte abermals in der Relegation. Im Duell mit den Kölnern scheiterte Kiel, erneut den Aufstieg in die Bundesliga, so greifbar nah für den Verein, der als erstes aus dem nördlichsten Bundesland Schleswig-Holstein in die Erstklassigkeit hätte aufsteigen können, hauchdünn verpasst. Wie 2018 gegen den VfL Wolfsburg mit dem ehemaligen Coach von Werder Bremen, Markus Anfang. Der Klub von der Förde erlebte seine beste Zeit am Anfang des 20. Jahrhunderts, Holstein Kiel lange erstklassig, mit dem Höhepunkt des Gewinns der deutschen Meisterschaft 1912.

Nach einer Phase, wo der Club in der dritten und vierten Liga spielte, glückte 2017 der Aufstieg in die 2. Liga. Gleich in der ersten Saison trumpfte die Truppe auf mit dem dritten Platz, was auch in der letzten Spielzeit glückte. Holstein Kiel war eigentlich nie in Abstiegsgefahr. So soll es bleiben, Holstein will weiter den Hecht im Karpfenteich spielen. Bei Instagram gab Kapitän und Abwehrchef Hauke Wahl die Losung aus: #keinerhatunsaufdemzettel. Nach der Enttäuschung des wiederum verpassten Aufstiegs fand ein Umbruch statt. Säulen wie Janni Serra, Jae-Sung Lee und Jonas Meffert verließen die Norddeutschen. Die Defensive um Wahl, mit nur 35 Gegentreffern zuletzt die stabilste Viererkette in der Spielklasse, blieb beisammen. Für die Offensive kamen aus Brescia der Isländer Holmbert Aron Fridjonsson, der Ex-Schalker Steven Skrzybski sowie Fiete Arp, das einstige Mega-Talent des HSV, das auch bei Bayern München den Durchbruch nicht geschafft hat. Und Patrick Erras, bei Werder Bremen unter ferner liefen, verstärkt nun die Bremer Clique um Fin Bartels und Aleksander Ignjovski.

Marcel Rapp: Der Trainer von Holstein Kiel

Der Mann war gefragt. Mehrere Clubs waren auf den Erfolgstrainer aus dem hohen Norden aufmerksam geworden: Ole Werner, der seine Lizenz zum Fußballlehrer erworben hatte, stand auf der Wunschliste anderer Vereine, auch auf der von Werder Bremen. Wie neuerdings auch wieder nach der Trennung von Markus Anfang. Auch der Hamburger SV und Hertha BSC Berlin zeigten sich interessiert. Doch der 33-Jährige, der die Relegation erreicht hat und bis ins Pokal-Halbfinale vorgedrungen war, blieb Holstein treu, ging in seine dritte Saison. Aber der Start missglückte: nur ein Sieg aus sieben Spielen. Werner warf das Handtuch, trat zurück. Seine Begründung: „Die neuen Reize haben nicht den erhofften und nachhaltigen Effekt gebracht.“ So endete nach 15 Jahren die Tätigkeit des Coaches, der mit 67 Partien in der 2. Liga als bisheriger Rekordhalter des Clubs in die Geschichte eingeht.

Anfang Oktober übernahm (nach einer kurzen Übergangszeit mit Dirk Bremser) mit Marcel Rapp ein Vertreter, der aus der Hoffenheimer Schule stammt. Der 42-Jährige war bei 1899 zuletzt Assistent und auch Interimstrainer. Er unterschrieb einen Vertrag bis 2024. Zum damaligen Zeitpunkt stand Holstein Kiel nach dem neunten Spieltag mit acht Punkten (je zwei Siegen und Remis sowie fünf Niederlagen) auf dem 15. Platz. Der neue Mann baute um: statt des vom Vorgänger präferierten 4-3-3-Systems setzt er auf eine 3-5-2 -Ordnung. Zudem nahm er sofort einen personellen Wechsel vor: Im Tor stand Thomas Dähne an Stelle von Ioannis Gelios – ein Wechselspiel, das es in der letzten Spielzeit öfter gegeben hat.

Johannes van den Bergh: Der Star bei Werder-Gegner Holstein Kiel

229 Einsätze in der 2. Liga stehen auf seinem Konto. Damit ist Johannes van den Bergh der Akteur im Kader, der auf die größte Erfahrung verweisen kann. Der Außenverteidiger, seit 2017 in Kiel, ist 35 Jahre alt und somit auch der älteste Spieler. Auf ihn können die Kieler noch nicht verzichten und wollten es auch nicht. Mit dem zuletzt arbeitslosen, zuvor bei Hannover 96 beschäftigten Julian Korb soll van den Bergh die defensiven Außenbahnen beackern. Dass er dies vorzüglich kann, hat er an verschiedenen Stationen schon öfter bewiesen. Vor seinem Wechsel an die Ostsee hatte er sich in Spanien beim FC Getafe verdingt, davor in Deutschland in Fürth, bei Hertha BSC, Düsseldorf, Leverkusen und gleich zweimal in Mönchengladbach. Der Haudegen bringt es auch auf 86 Einsätze in der Bundesliga, in dieser Hinsicht nur von den beiden früheren Werderanern Bartels (170 Spiele) und Ignjovski (117) übertrumpft.

Die Form der KSV Holstein Kiel

Fünf Spiele, drei Remis, je eine Niederlage und ein Sieg. Sechs Punkte konnte Holstein mit dem neuen Trainer bislang erobern. Als Marcel Rapp übernahm, stand die Truppe nach dem 9. Spieltag mit acht Punkten (je zwei Siegen und Remis sowie fünf Niederlagen) auf dem 15. Platz. Geändert hat sich tabellarisch nicht viel: Holstein weist nun 14 Zähler auf und ist einen Rang abgerutscht: Platz 16, der Relegationsrang, punktgleich mit Hannover 96 und Aue, zwei Punkte vor Sandhausen (noch mit einem Nachholspiel) und acht vor dem schon abgeschlagenen Schlusslicht Ingolstadt. Am letzten Wochenende unterlagen die Norddeutschen mit 1:2 in Heidenheim, obwohl es zunächst gut angefangen hatte. Die Führung durch eine Gemeinschaftsproduktion zweier Ex-Profis von Werder Bremen: Marnon Busch fälschte glücklich einen Schuss von Fin Bartels ab. Eine Führung, die Kiel nicht über die Zeit retten konnte.

Die Besonderheit bei Holstein Kiel

Wer ist die Nummer eins im Land? Kiel oder Lübeck, der KSV Holstein oder der VfB? Diese beiden norddeutschen Traditionsclubs streiten sich darum, wer der Beste in Schleswig-Holstein ist. Zumeist sicherte sich Holstein diesen inoffiziellen Titel. Vor dem 2. Weltkrieg ohnehin die unumstrittene Nummer eins in der damaligen preußischen Provinz, haben die Kieler in der Gesamtbilanz der bisher über 120 direkten Begegnungen seit 1932 die Nase vorn. Die Mannschaft aus der Landeshauptstadt ist Spitze, wenngleich zeitweise auch andere Vereine neben dem VfB Lübeck mitmischten. Phönix Lübeck, der VfR Neumünster, kurzzeitig auch der TuS Hoisdorf, der Itzehoer SV und der SC Norderstedt. Außer dem Derby gegen den VfB Lübeck zählen für die Kieler auch die brisanten Auseinandersetzungen mit den Hamburger Rivalen HSV und St. Pauli. Der Beweis: Der Zuschauerrekord im Holstein-Stadion datiert aus dem März 1951. Etwa 30.000 sahen die Partie gegen den HSV, die 3:3 ausging. Der Name für dieses Spiel damals: Nordmarkschlager. (hgk) Verfolgt das Auswärtsspiel von Werder Bremen gegen Holstein Kiel im Liveticker der DeichStube!

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