Torsten Frings, Legende des SV Werder Bremen, scheiterte einst als Trainer bei Darmstadt 98. Ex-Bremer Sandro Wagner wurde am Böllenfalltor zum Star.
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Torsten Frings, Legende des SV Werder Bremen, scheiterte einst als Trainer bei Darmstadt 98. Ex-Bremer Sandro Wagner wurde am Böllenfalltor zum Star.

Darmstadt 98 im Gegner-Check

Wo Werder-Legende Frings als Trainer flog und Werder-Flop Wagner zum Star wurde

Darmstadt 98 auf Torejagd: Der Club, in der letzten Saison noch von Werder-Coach Markus Anfang betreut, stellte nach dem 9. Spieltag den gefährlichsten Angriff der 2. Liga. Die momentane Bestmarke der Lilien steht bei 21 Treffern. Der nächste Gegner der Bremer hat sich nach dem Erstliga-Abstieg 2017 im Unterhaus etabliert und gilt als ein Standort, wo sich Spieler wie Sandro Wagner, Serdar Dursun, Aytac Sulu oder Victor Palsson entwickelt haben.

Die Historie

Die Lilien sind allgegenwärtig in Darmstadt. Sowohl im Wappen der Stadt als auch im Logo des 1898 gegründeten Fußball-Clubs. Folgerichtig, dass die Mannschaft des Zweitligisten, der 1978 und 1981 die Meisterschaft im Unterhaus gewann, überall in Deutschland nur die Lilien genannt wird. Insgesamt stieg Darmstadt 98 dreimal in die Bundesliga auf, zuletzt 2015. Beim dritten Anlauf gelang auch der erste Klassenerhalt, 2017 ging es dann aber wieder runter ins Unterhaus. Die Trainer damals: zwei Ex-Bremer. Erst Norbert Meier, dann Torsten Frings. Die grün-weiße Legende übernahm die Mannschaft in einer schon aussichtslosen Lage, stieg ab und sollte sie dann in Liga zwei neu aufbauen. Nach 346 Tagen Amtszeit wurde er aber entlassen.

In der 2. Liga haben sich die Hessen, die von 1994 bis 2014 in der 3. und 4. Liga verschwunden waren, mittlerweile etabliert: In der letzten Saison belegten sie den siebten Rang, davor Platz fünf und zweimal Platz zehn. In der Ewigen Tabelle dieser Spielklasse sind die Lilien auf dem neunten Platz zu finden. 

Verfolgt das Zweitliga-Duell von Werder Bremen gegen Darmstadt 98 im Live-Ticker der DeichStube!

Werder Bremen gegen Darmstadt 98: Torsten Frings, Markus Anfang und Sandro Wagner arbeiteten für beide

Der Trainer

Werder-Coach Markus Anfang war sein Vorgänger, der aktuelle Schalker Dimitrios Grammozis auch: Torsten Lieberknecht besitzt auch einen klangvollen Namen. Der aus dem Südwesten stammende Coach hatte zuletzt den MSV Duisburg betreut und war davor gut zehn Jahre lang bei Eintracht Braunschweig beschäftigt, wo er mehr als erfolgreich gearbeitet und die Niedersachsen sogar überraschend in die 1. Liga geführt hatte. Zuletzt indes war der 48-Jährige nicht mehr so vom Erfolg verwöhnt – zwei Abstiege an seinen Wirkungsstätten, gleichbedeutend mit zwei Entlassungen. Dies will Lieberknecht am Böllenfalltor korrigieren: „Es treibt mich an, zu zeigen, dass ich eine Mannschaft Richtung Aufstieg führen kann.“ Eine Mannschaft, die sich indes in einer Umbruchphase befindet. Die Stützen sind gegangen: Lars Lukas Mai und Nicolai Rapp zu Werder, Victor Palsson nach Schalke, Serdar Dursun zum türkischen Erstligisten Fenerbahce Istanbul. Ein radikaler Neubeginn mit Lieberknecht und dem sportlichen Leiter Carsten Wehlmann, der eine neue Formation zusammenstellen musste.

Der Star 

281 Spiele in der 2. Liga stehen auf seinem Konto, zudem 31 Partien in der 1. Liga. Auf seine Erfahrung kann Darmstadt bauen. Tobias Kempe, der aus Westdeutschland stammende Mittelfeldspieler, zählte schon zur Aufstiegself von 2015. Danach wechselte er für eine Spielzeit zum 1. FC Nürnberg, bevor er vor vier Jahren zurückkehrte nach Hessen. Der mittlerweile 32-Jährige, der von 2008 bis 2010 auch für die Werder-Reserve auflief, kam in seiner abwechslungsreichen Laufbahn zudem für Aue, Paderborn und Dresden zum Einsatz. Er ist auch in einer anderen Hinsicht die Ausnahmeerscheinung im Kader: Kempe wurde mehrfach in die Nachwuchsmannschaften des DFB berufen und nahm 2009 an der Junioren-Weltmeisterschaft teil. Neben Kempe weisen nur noch fünf Akteure Erfahrung in der 1. Liga auf: Lasse Sobiech, Mathias Bader, Fabian Holland, Aaron Seydel und der Bremer Benjamin Goller, seit dem Sommer an Darmstadt verliehen.

Werder Bremen-Gegner SV Darmstadt 98 stellt nach 9 Spieltagen den gefährlichsten Angriff der 2. Liga

Die Form

Wer hätte das gedacht? Nach neun Spieltagen stellen die Lilien den gefährlichsten Angriff der 2. Liga. 21 Treffer stehen auf dem Konto. Auffällig dabei: 16 Tore erzielte die Truppe in drei Spielen, in denen ihr souveräne Siege gelangen. 6:1 gegen Ingolstadt am 3. Spieltag, 4:0 gegen Hannover 96 am 5. Spieltag sowie 6:1 in Sandhausen am jüngsten Spieltag. Nach eher durchwachsenem Start, auch bedingt durch einige Corona-Ausfälle, kommt die Lieberknecht-Elf ins Rollen und belegt augenblicklich einen Mittelplatz: 13 Zähler, einen weniger als Werder, bedeuten Platz neun. 

Die Besonderheit

Für ihre kluge Transferpolitik werden die Hessen gerühmt. Am Böllenfalltor, das zurzeit runderneuert wird und zu Beginn der Spielzeit 2022/23 in neuem Glanz erstrahlen soll, konnten sich schon immer Talente entwickeln. Ein Stadion und ein Club als Gesundbrunnen: Hier fand einst ein gewisser Sandro Wagner, zwei Jahre auch an der Weser aktiv, in die Spur. Hier entpuppte sich der aus Fürth gekommene Serdar Dursun als Torjäger, so dass er auf den Radar des türkischen Spitzenclubs Fenerbahce rückte. In Darmstadt entwickelte sich auch der in Zürich umstrittene Victor Palsson zu einem gefragten Profi. Hier machte Ehrenspielführer Aytac Sulu, nun im Nachwuchsbereich tätig, ebenso auf sich aufmerksam wie der nun in Kufstein kickende Dominik Stroh-Engel. (hgk) Lest auch: So seht ihr Werder gegen Darmstadt live im TV und im Live-Stream! Und: So könnte die Aufstellung von Werder Bremen gegen Darmstadt 98 aussehen!
 

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