Der KSC im Check: So läuft es beim Gegner von Werder Bremen.
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Der KSC im Check: So läuft es beim Gegner von Werder Bremen.

Werder muss beim KSC ran

Werder-Gegner-Check: So läuft es beim Karlsruher SC

Karlsruhe - Ein Ex-Bremer gibt neuerdings das Kommando beim Karlsruher SC, der Fahrstuhlmannschaft der letzten Jahrzehnte. Der in der nordbadischen Metropole geborene Jerome Gondorf, kurzzeitig mal beim SV Werder Bremen engagiert, amtiert beim überraschenden Tabellensechsten des Vorjahrs als Kapitän. Berufen wurde der 33-Jährige von Trainer Christian Eichner, dem Trainer, der seit gut einem Jahr den KSC in ein ruhiges Fahrwasser bugsiert hat.

Die Historie:

Der KSC, der in der Ewigen Tabelle den 19. Platz belegt und es auf 24 Spielzeiten in der höchsten deutschen Spielklasse bringt, zählte zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga. Bis 1968 spielten die Nordbadener erstklassig, entwickelten sich danach zu einer Fahrstuhlmannschaft. Bis Ende des vorigen Jahrhunderts datierte das erfolgreichste Jahrzehnts des Clubs, das mit dem Namen des Trainers Winfried Schäfer verbunden ist. Es folgte ein Absturz in die Regionalliga, die Insolvenz drohte. Ein stetes Auf und Ab, seit 2019 gehört Karlsruhe wieder der 2. Liga an. Zunächst Platz 15, überraschend am Ende der letzten Spielzeit Rang sechs.

Der Trainer:

Seit Februar 2020 ist Christian Eichner im Amt, der den recht erfolgreichen Aufstiegstrainer Alois Schwartz abgelöst hat. Der Ex-Profi, ein Eigengewächs des KSC, zudem in Hoffenheim, Köln und Duisburg als Aktiver engagiert, kehrte 2016 zu seinem Stammverein zurück. Der 38-Jährige durchlief viele Stationen in der Nachwuchsarbeit, war vor gut vier Jahren schon mal Interimscoach bei der Ersten und ist nun verantwortlich für ein neues Konzept, vor allem für eine Zukunftsvision des Vereins. „Ich hoffe auf eine sorgenfreie Runde“, sagt das Urgestein. Nach dem sensationellen Platz 6 im Vorjahr hofft Eichner zudem auf eine ähnliche Überraschung. Der Aufstieg in die Erstklassigkeit ist kein erklärtes Ziel, doch durchaus im Hinterkopf vorhanden. Der Pädagoge ist anerkannt im Team, überzeugt durch seine Persönlichkeit und seinen Fleiß.

Der Gegner von Werder Bremen im Check: So läuft es beim KSC

Der Star:

Neben dem ehemaligen Bremer Jerome Gondorf, in der Spielzeit 2017/18 mit 21 Einsätzen für Werder Bremen, ist ein Stürmer der Dreh-und Angelpunkt im Team. Sein Name: Philipp Hofmann, 28 Jahre alt, mehrfacher Nationalspieler in den Nachwuchsmannschaften des DFB, seit 2019 beim KSC. Der gebürtige Westfale, der seine Karriere auf Schalke startete, danach sowohl in Paderborn als auch Ingolstadt, in Kaiserslautern und Fürth, zuletzt vor dem Wechsel nach Baden in Braunschweig spielte, ist der Torjäger des Zweitligisten. In 63 Spielen für Karlsruhe erzielte er 30 Tore. Auch in dieser Saison ist der unlängst auch von Werder umworbene Angreifer treffsicher – drei Spiele, drei Tore.

Die Form:

Gemeinsam mit Dynamo Dresden liegt der KSC auf dem zweiten Platz: sieben Punkte, Tordifferenz plus 5. Nur Jahn Regensburg mit neun Zählern steht nach drei Spieltagen besser da. Die Karlsruher, auch im Pokal nach einem überzeugenden Auftritt in Lotte weiter, überraschten gleich zum Auftakt mit einem 3:1-Erfolg bei Hansa Rostock. Es folgte ein souveränes 3:0 im Heimspiel gegen Darmstadt, bevor zuletzt ein torloses Remis in Sandhausen verbucht wurde. Ein Handicap ist der Ausfall des Innenverteidigers Robin Bormuth, in allen vier Pflichtspielen im Abwehrzentrum gesetzt. In Sandhausen brach sich der Abwehrchef das Jochbein und fehlt zumindest drei Wochen. Auch auf Neuzugang Leon Jensen (aus Zwickau), der einen Bänderriss erlitten hat, müssen die Süddeutschen verzichten, die erstmals seit Jahren keinen radikalen Umbruch im Sommer einleiten mussten. Das Team konnte gehalten werden, wurde verstärkt durch schnelle Außenbahnspieler wie Lucas Cueto von Viktoria Köln und Fabio Kaufmann aus Braunschweig sowie den erfahrenen Zweitliga-Stürmer Fabian Schleusener (zuletzt 1. FC Nürnberg).

Werder Bremen gegen den KSC gibt es hier im Live-Ticker der DeichStube!

Die Besonderheit:

„FC Baden München“ – dieser Spitzname machte vor Jahren die Runde. Es war die Zeit, als Talente vom KSC reihenweise zum deutschen Rekordmeister wechselten und dort für Furore sorgten. Die prominenten Namen: Oliver Kahn und Mehmet Scholl, von Winnie Schäfer in Baden ausgebildet. Weitere Fälle: Michael Sternkopf, Michael Tarnat, Thorsten Fink und Oliver Kreuzer, aktuell Manager bei seinem Heimatklub. Der Trost für den KSC: Er kassierte viele Millionen Ablöse. Die neue Masche: Bayern kaufte zuletzt einige Trainer für den Nachwuchsbereich. So kostete der diplomierte Sportwissenschaftler Tim Walter, inzwischen Coach beim HSV, vor Jahren 200.000 Euro Ablöse, als er für die U17 der Münchner geholt wurde. (hgk)

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