Jurica Vranjes, Ex-Profi des SV Werder Bremen, in Nahaufnahme
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Jurica Vranjes appelliert an die Spieler des SV Werder Bremen, einem Gehaltsverzicht zuzustimmen.

Gehaltsverzicht? Klartext von Vranjes und Klasnic!

Erneuter Gehaltsverzicht beim SV Werder Bremen? Jurica Vranjes: „Kein Profi wird verhungern“

Bremen – In der Coronakrise muss der SV Werder Bremen sparen und hat seine Profis um einen Gehaltsverzicht von 20 Prozent gebeten. Bislang vergeblich. Es rumort zwischen Club und Spielern.

Ex-Werder-Profi Jurica Vranjes kann das überhaupt nicht verstehen. „20 Prozent weniger – wo ist da das Problem? Deshalb wird kein Profi verhungern“, behauptet der 40-Jährige im Gespräch mit der DeichStube. Sein einstiger Teamkollege Ivan Klasnic wünscht sich, dass es schnell zu einer Einigung kommt. Und Jürgen Born, Ex-Boss des SV Werder Bremen, bringt die Deutsche Fußball-Liga (DFL) als Lösung ins Spiel.

„Ideal wäre es, wenn das die DFL regeln könnte und alle Vereine eine einheitliche Lösung umsetzen würden“, sagt Born. Denn natürlich würden Profis in den Verhandlungen gerne auf andere Clubs zeigen, wenn bei denen in der Krise kein Gehaltsverzicht gefordert wird. Doch mit der Solidarität ist es im Fußball und speziell in der DFL, dem Zusammenschluss der 36 Bundesligisten, so eine Sache. Es werden zwar vornehmlich Musterverträge benutzt, aber die beinhalten diverse Sondervereinbarungen. Letztlich sind Profis Ich-AGs, die ihre Dienste auf Zeit an die Clubs verkaufen.

Werder Bremen: Für Jurica Vranjes zeigt sich beim Thema Gehaltsverzicht der Charakter der Spieler

„Fußballer haben meistens nur um die zehn Jahre Zeit, um richtig Geld zu verdienen“, sagt Ivan Klasnic und wirbt ein wenig um Verständnis für die Zunft der Kicker. Der Ex-Profi musste wegen einer Nierenerkrankung seine Karriere selbst früher beenden, als ihm lieb war. Andererseits bezeichnet der 40-Jährige das Zusammenspiel zwischen Clubs und Profis auch als „ein Geben und Nehmen“. Wenn es den Vereinen nun in der Coronakrise unverschuldet schlecht gehe, „dann muss man über einen Gehaltsverzicht sprechen“, so Klasnic: „Durch diese 20 Prozent weniger würde kein Spieler wirklich ärmer.“ Da sei nun vor allem der Mannschaftsrat gefordert. „Es gibt immer einen Spieler, der dagegen ist, aber den muss man dann als Team überzeugen“, findet der Double-Sieger von 2004 und ist da bei Werder Bremen optimistisch: „Sie werden schon eine Lösung mit dem Verein finden.“

Darauf hofft auch Jurica Vranjes, wenngleich er ein bisschen skeptisch ist: „Die Vereine haben wegen Corona riesengroße Probleme. Aber heute geht es den meisten Fußballern doch nur noch ums Geld. Die interessiert es auch nicht, bei einem Traditionsclub wie Werder zu sein.“ Und so nimmt der Mittelfeldspieler, der von 2005 bis 2010 für Werder 90 Mal in der Bundesliga auf dem Platz stand, seine Nachfolger in die Pflicht: „Jetzt zeigt sich der Charakter der Spieler.“

Gehaltsverzicht bei Werder Bremen: Jurica Vranjes hat einen Vorschlag für Spieler und Frank Baumann

Die finanziellen Einbußen seien dabei überschaubar. „Wenn es um 50, 60 oder 70 Prozent gehen würde, dann könnte ich die Spieler ja verstehen“, sagt Vranjes: „Aber es geht nur um 20 Prozent, und das auch nur vom Gehalt. Die Punktprämien sind davon nicht betroffen. Wenn sie also erfolgreich spielen, sind sie am Ende vielleicht sogar im Plus.“ Fast jeder Profi bekäme zudem noch Bonuszahlungen, wenn er eine bestimmte Anzahl von Pflichtspielen absolviert.

Jurica Vranjes ist sich sicher, zu seiner Profi-Zeit hätte es in diesem Moment eine schnelle Lösung gegeben. „Bei uns wäre das mit so vernünftigen Spielern wie Claudio Pizarro, Per Mertesacker und Clemens Fritz nach zwei Minuten erledigt gewesen.“ Aber Vranjes will nicht nur meckern, er hat für die aktuellen Führungsspieler um Kapitän Niklas Moisander in den Verhandlungen mit Sportchef Frank Baumann auch noch einen Tipp: „Sie könnten doch zu ,Baumi“ gehen und ihm sagen: ,Okay, wir verzichten auf 20 Prozent. Aber wenn wir es am Ende der Saison nach Europa geschafft haben oder ins Pokalfinale gekommen sind, dann bekommen wir einen Teil davon zurück. Damit wäre doch allen geholfen.“ (kni)

Werder Bremen: Patrick Erras spricht über Gehaltsverzicht und Transfers:

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