Werder Bremen um Marvin Ducksch zeigte im Geheim-Testspiel gegen Twente Enschede eine durchwachsene Leistung.
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Werder Bremen um Marvin Ducksch zeigte im Geheim-Testspiel gegen Twente Enschede eine durchwachsene Leistung.

Geheimer Werder-Test in Enschede

Unentschieden im Werder-Geheim-Testspiel gegen Twente Enschede: Gute Ansätze, aber noch viel Arbeit

Enschede – Eine Spielzeit von 4x30 Minuten ist im Fußball eher unüblich, klar. Auch sechs Tore fallen natürlich längst nicht in jeder Partie. Und dennoch: Das Ungewöhnlichste am Testspiel zwischen dem niederländischen Erstligisten FC Twente Enschede und dem Bundesliga-Aufsteiger SV Werder Bremen war am Samstagnachmittag etwas anderes – nämlich, dass es im Geheimen über die Bühne ging.

Die Partie, die kurzfristig aus Lotte nach Enschede verlegt worden war, hatte auf Anweisung der niederländischen Behörden im Vorfeld nicht öffentlich angekündigt werden dürfen. Im Trainingszentrum von Twente Enschede sollte ohne Zuschauer gespielt werden. Und so gab es außer den direkt Beteiligten nicht allzu viele Augenzeugen eines insgesamt durchwachsenen Auftritts des SV Werder Bremen, der mit einem 3:3 (1:1) endete, womit Werder-Trainer Ole Werner alles andere als rundum zufrieden war.

Als seine Spieler hinter ihm auf dem Weg in Richtung Kabine waren, nannte der 34-Jährige unweit der Trainerbank vor allem zwei Punkte, die ihm während des vorangegangenen XXL-Tests über insgesamt 120 Minuten nicht gefallen hatten. Erstens: Unaufmerksamkeiten in der Defensive („Zwei der drei Gegentore haben wir viel zu leicht bekommen“). Und zweitens: die mangelnde Chancenverwertung. „Wir standen vier, fünf Mal allein vor dem Torwart, ohne dass wir getroffen haben“, monierte Werner – und hielt fest: „So etwas wird auf Bundesliganiveau ganz anders bestraft.“ Der FC Twente Enschede hatte die Schwächen des SV Werder Bremen allerdings auch dankend ausgenutzt und eine Woche nach einem 5:1-Testspielsieg gegen Fortuna Düsseldorf auch Werder vor Probleme gestellt.

Werder Bremen: Geheim-Testspiel gegen Twente Enschede - Viel Startelf, wenig Experimente

Vor Beginn des Testspiels hatte sich Ole Werner dazu entschieden, erneut zwei komplett unterschiedliche Mannschaften spielen zu lassen, von denen die erste schon sehr nach potenzieller Startelf für den Pflichtspielstart in zwei Wochen gegen Energie Cottbus aussah. Zwar durfte Ersatzkeeper Michael Zetterer für Stammkraft Jiri Pavlenka starten, Lee Buchanan ersetzte den verletzten Anthony Jung, und auch Mitchell Weiser saß einen Tag nach seinem festen Wechsel zu Werder Bremen zunächst noch auf der Bank – ansonsten verzichtete Werner gegen Twente Enschede aber auf Experimente.

Werder Bremen ließ auf einem Nebenplatz des Enscheder Trainingsgeländes während der ersten 60 Minuten immer mal wieder die eigenen Qualitäten im Offensivspiel aufblitzen, woraus neben dem Führungstor von Marvin Ducksch (26.) weitere Chancen entstanden, die ungenutzt blieben. Hinten zeigten sich die Gäste dafür wiederholt nachlässig. So auch beim 1:1 durch Manfred Ugalde (45.), als Virgil Misidjan zunächst mehrere Bremer auf der rechten Abwehrseite hatte alt aussehen lassen und dann auch Marco Friedl im Zentrum gegen den Torschützen zu spät kam. „Wir müssen uns steigern, was die individuelle Fehlerquote angeht“, sagte Ole Werner, der diesen Appell auch an die Offensive richtete. Kurz vor der Halbzeit hatte Ducksch frei vor Twente-Keeper Przemyslaw Tyton das 2:1 liegen lassen (51.).

Werder Bremen-Geheim-Testspiel gegen Twente Enschede: Mitchell Weiser und Niklas Schmidt treffen

Zur zweiten Hälfte blieb bei den Bremern nur Niklas Stark auf dem Platz, den Rest schickte Ole Werner unter die Dusche, um auch dem zweiten Anzug Spielpraxis zu verschaffen. Mit Ausnahme von Pavlenka, Weiser und Romano Schmid dürfte sich aus dieser Elf beim Saisonstart keiner in der Startformation wiederfinden. Das Muster des Spiels blieb in der Folge unverändert. Werder Bremen zeigte Ansätze, durchaus vielversprechende, stand sich in vielen Szenen aber weiterhin selbst im Weg. So wie beim 1:2 durch Ricky van Wolfswinkel, das Pavlenka dem Stürmer von Twente Enschede auflegte (65.).

Die passende Antwort lieferte Mitchell Weiser auf der anderen Seite, als er nach dem schönsten Bremer Angriff des Tages über Oliver Burke und Eren Dinkci in der 79. Minute zum 2:2 ausglich. Wenig später stand der Neuzugang aus Leverkusen dann wieder im Zentrum der Aufmerksamkeit, weil er Denilho Cleonise nicht mehr entscheidend vor dessen Treffer zum 3:2 stören konnte (89.). Für den Schlusspunkt sorgte dann Niklas Schmidt mit dem 3:3 (100.), ehe Pavlenka noch einen selbstverschuldeten Foulelfmeter gegen Vaclav Cerny parierte (107.).

Werder Bremen gegen Twente Enschede in geheimem Testspiel: Erstes Unentschieden der Vorbereitung

Für Werder Bremen war es im vierten Testspiel der laufenden Vorbereitung nach Niederlagen gegen den VfB Oldenburg (1:3) und Besiktas Istanbul (1:2) sowie einem Sieg gegen den Karlsruher SC (2:1) das erste Unentschieden. Am kommenden Samstag stehen nun die abschließenden Tests gegen den FC Groningen und gegen den FC Emmen an. „Man wünscht sich immer, einen Schritt weiter zu sein, als man ist“, sagte Ole Werner zum aktuellen Stand der Vorbereitung – und betonte: „Es ist aber noch Luft da, um Dinge zu bearbeiten. Wir haben extra eine lange Vorbereitungszeit gewählt, aber jetzt müssen ein paar Dinge auch in die richtige Richtung laufen.“ (dco)

Werder Bremen: Zetterer (61. Pavlenka) - Stark (78. Rosenboom), Veljkovic (61. Pieper), Friedl (61. Chiarodia) - Agu (61. Weiser/105. Nankishi), Groß (61. Gruev), Buchanan (61. Goller) - Stage (61. Schmid), Bittencourt (61. Schmidt) - Ducksch (61. Dinkci/81.Woltemade), Füllkrug (61. Burke)

Tore: 0:1 Ducksch (26.), 1:1 Ugalde (45.), 2:1 van Wolfswinkel (65.), 2:2 Weiser (79.), 3:2 Cleonise (89.), 3:3 Schmidt (100.)

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