Anne-Kathrin Laufmann ist Geschäftsführerin Nachhaltigkeit und Sport beim SV Werder Bremen.
+
Anne-Kathrin Laufmann ist Geschäftsführerin Nachhaltigkeit und Sport beim SV Werder Bremen.

Werder will bis 2040 klimaneutral sein

„Werder ist ein Umweltpionier“: Beim Thema Naturschutz gehören die Bremer in der Bundesliga zu den Vorreitern

Berlin/Bremen – Am Osterdeich, dort, wo die Weser einen großen Bogen macht, dreht sich viel um Fußball. Aber eben nicht nur. Schon seit geraumer Zeit hat es sich der SV Werder Bremen zum Ziel gesetzt, ein nachhaltiger Verein zu sein. Der Umweltgedanke beeinflusst viele Entscheidungen und soll mehr als nur ein simpler Slogan sein. Die Bemühungen tragen Früchte - und sorgen auch für Anerkennung. Denn im Profifußball gehören die Grün-Weißen diesbezüglich noch zu einer besonderen Spezies. „Der SC Freiburg, FC St. Pauli und SV Werder Bremen sind Umweltpioniere“, erklärte jetzt Thomas Fischer, Bereichsleiter Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Bei den wichtigsten Handlungsfeldern Energie, Verkehr, Emissionen, Abfall und Merchandising hätten die drei Clubs die Nase vorn.

Experte Fischer lobte beispielsweise am Stadion des SC Freiburg die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und 3700 Fahrradstellplätze. Der Bundesligist hat nach eigenen Angaben eines der weltweit größten Solardächer auf einem Fußballstadion. Der Strombedarf des Europa-Park-Stadions könne dadurch CO2-frei gedeckt werden. Der FC St. Pauli wähle derweil Dienstleister, Lieferanten und Partner danach aus, ob sie ökologisch und sozial fair agierten, sagte ein Vereinssprecher. Darüber hinaus sind die Hamburger nach eigenen Angaben der einzige Club in Deutschland, der sich selbst ausrüstet - mit nachhaltig und fair produzierter Trainingskleidung. „Nachhaltigkeit ist kein Modethema, sondern existenziell wichtig für die Zukunft des Vereins“, sagte die Verantwortliche für Nachhaltigkeit, Franziska Altenrath.

Werder Bremen hat sich verpflichtet, bis 2040 klimaneutral zu werden - und die CO2-Emissionen bis 2030 zu halbieren

Der SV Werder Bremen hat sich indes verpflichtet, bis 2040 klimaneutral zu werden. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen um die Hälfte reduziert werden. „Das ist eine große Herausforderung, aber am Ende soll Netto-Null stehen“, sagte Anne-Kathrin Laufmann, Geschäftsführerin Nachhaltigkeit und Sport. Bereits seit vielen Jahren gilt die Eintrittskarte für das Wohninvest Weserstadion als Ticket im Nahverkehr. Die Bremer geben nach eigenen Angaben rund 630.000 Euro pro Saison für diesen Service aus, der viel genutzt werde.

Für die Zukunft ist Werder Bremen daher gleich in mehrfacher Hinsicht gerüstet. Denn: Ab der kommenden Saison müssen die 36 Erst- und Zweitligisten im Lizenzierungsverfahren erstmals auch Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Die Vereine sollen unter anderem eine Nachhaltigkeits- und Umweltstrategie nachweisen können. Dazu gehören nach Angaben der Deutschen Fußball-Liga (DFL) auch jährliche Messungen des Wasserverbrauchs, der Abwasserproduktion und des Energieverbrauchs sowie eine Mobilitäts- und Verkehrsanalyse. Im Spitzenfußball ist das bisher einmalig. (dpa/mbü)

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare