Alles sauber!

Mini-Demo, einsame Werder-Fans: Das war beim Geisterspiel rund ums Weserstadion los

Die Sorge war speziell in der Bremer Politik groß gewesen, dass sich zum Spiel des SV Werder Bremen gegen Leverkusen zu viele Fans vor dem Weserstadion versammeln könnten. Doch es blieb ruhig.

„Das bedarf nicht vieler Worte: Danke liebe Fußballfans!“, verbreitete die Bremer Polizei vor dem Anpfiff ein Foto mit einer Geisterkulisse außerhalb des Geisterspiels. Nach der Partie des SV Werder Bremen lobten die Ordnungshüter „das vorbildliche Verhalten der Bremerinnen und Bremer“. 

Erstes Geisterspiel für Werder Bremen: Mini-Demo am Weserstadion

Okay, hier und da saß dann doch mal ein Werder-Fan am Osterdeich, verfolgte auf seinem Handy die Partie und freute sich, als beim Bremer Ausgleich zum 1:1 das Nebelhorn in der Arena ertönte. Da wurde dann auch mal von Autofahrern gehupt. Aufregend war das alles aber nicht – und gefährlich in Zeiten der Coronavirus-Krise ebenfalls nicht. Das galt auch für die Mini-Demonstration auf dem Vorplatz des Weserstadions kurz vor dem Anpfiff. Laut Polizei war eine Versammlung zum Thema „Tod und Spiele“ angemeldet worden. „In der Spitze elf Personen“ haben sich laut Polizei an dem von der Satire-Partei initiierten Fahrradkorso beteiligt. Die Polizei begleitete das Ganze, „um das Recht auf freie Meinungsäußerung zu schützen“, hieß es.

Die Radfahrer waren schnell wieder weg, Fans kamen nicht mehr. Innensenator Ulrich Mäurer dürfte nach dem ersten Durchgang also keinen Grund haben, weitere Geisterspiele des SV Werder Bremen im Weserstadion zu verbieten.

Werder Bremen-Geisterspiele: Politik bleibt skeptisch

Dennoch: An der grundsätzlichen skeptischen Haltung der Bremer Politik haben aber der erste Spieltag nach der Zwangspause und die Ruhe am Weserstadion des SV Werder Bremen nichts geändert. Mäurer hatte schon vor dem Anpfiff in Bremen gesagt, „den Tag nicht vor dem Abend loben“ zu wollen - was bedeutet, dass er offenbar nicht davon ausgeht, dass auch alle anderen Geisterspiele der Restsaison störungsfrei ablaufen werden. Und der Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte machte in der ARD erneut deutlich, wie groß seine Bundesliga-Bauchschmerzen sind: „Es bleibt das ganz problematische Signal an die Öffentlichkeit: Wir predigen überall 'Abstand halten', im Kindergarten, in der Schule, in den Gaststätten. Und dann lassen wir sportliche Großereignisse zu, bei denen es zum Programm gehört, dass sich 22 Menschen auf die Pelle rücken. Und zwar nicht aus zwei Haushalten, sondern aus 22 verschiedenen Haushalten.“ (csa)

Rubriklistenbild: © DeichStube

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