+
Bremens Innensenator Ulrich Mäurer hält nichts von Geisterspielen für Werder Bremen in der Bundesliga und hat das auch nach den ersten Spielen ohne Zuschauer bekräftigt.

Werder empfängt Leverkusen

Bremer Innensenator Mäurer: Fußballfans haben verstanden

Bremen – Bremens Innensenator Ulrich Mäurer bleibt bei seiner Kritik am Re-Start der Bundesliga, hat sich aber erleichtert über das erste Spielwochenende von Werder Bremen und Co. nach der Corona-Pause gezeigt.

Bundesweit sei die Entwicklung durchaus erfreulich gewesen, sagte der SPD-Politiker am Dienstag im Rückblick auf die ohne Zwischenfälle absolvierten Geisterpartien. „Die Fans haben verstanden, dass sie sich da nicht versammeln können.“

Ulrich Mäurer will weitere Entwicklung bei Bundesliga-Geisterspielen bei Werder Bremen abwarten

Auch beim Spiel Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen (1:4) am Montagabend habe es keine Veranlassung zum Einschreiten der Polizei gegeben. Die weitere Entwicklung müsse abgewartet werden. „Unabhängig davon haben wir unsere Kritik an der Fortführung des Bundesligabetriebes geäußert. Das muss man heute nicht noch mal vertiefen“, meinte Mäurer. (dpa)

Zur letzten Meldung vom 18. Mai 2020:

Vor Geisterspiel des SV Werder: Bei Fans regiert die Vernunft, bei Mäurer die Skepsis

Trotz der ersten Erfahrungen vom Wochenende bleibt der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer bei Geisterspielen des SV Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga weiter skeptisch. „Es ist erfreulich, dass sich die Fans an das Versammlungsverbot gehalten haben. Aber man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben“, sagte der SPD-Politiker am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Für das Heimspiel von Werder Bremen am Montagabend gegen Bayer Leverkusen (Hier im Live-Ticker) bedeutet das konkret: „Die Polizei wird vor Ort sein“, sagte Mäurer, um mögliche Fan-Ansammlungen vor dem Weserstadion zu verhindern. Bedenken bei der Austragung des Spiels hat er aber nicht: „Jedes Verbot bedarf einer Rechtsgrundlage. Nach heutigem Stand gibt es für Bremen aber keine Hinweise auf eine größere Ansammlung. Insofern kann das Spiel stattfinden.“

Werder Bremen: Frank Baumann richtete „klaren Appell an unsere Fans, nicht zum Stadion zu kommen“

Der 68 Jahre alte Mäurer ist in vielen Fragen ein scharfer Kritiker der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Die Fortsetzung der Bundesliga-Saison während der Corona-Pandemie nannte er in der vergangenen Woche ein „unsägliches Signal“. Für den Fall, dass es rund um die Spiele ohne Zuschauer doch zu Fan-Ansammlungen vor dem Weser-Stadion kommen sollte, drohte der Innensenator in einem „Spiegel“-Interview sogar mit der Absage von Spielen in Bremen. „Wenn viele Fans kommen und dann die Abstandsregeln nicht einhalten, hätte das Konsequenzen für das nächste Spiel“, sagte Mäurer.

Um das zu verhindern, lassen die Verantwortlichen des SV Werder Bremen keine Chance ungenutzt, auf die Fans einzuwirken. Noch am Sonntag richtete Sportchef Frank Baumann „einen klaren Appell an unsere Fans, nicht zum Stadion zu kommen“. Das hatten und haben die offenbar auch gar nicht vor. Mehrere Ultra-Gruppierungen hatten in den vergangenen Tagen deutlich gemacht, dass sie der „Stay-at-home-Aufforderung“ nachkommen werden. (dpa/csa)

Zur letzten Meldung vom 12. April 2020:

Innensenator Ulrich Mäurer sieht Geisterspiele weiter kritisch - will Werder aber nicht im Stich lassen

Der SV Werder Bremen und die Bundesliga-Clubs hoffen im Mai auf eine Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen. Bremens Innensenator Ulrich Mäurer hingegen hält auch Fußball-Spiele ohne Zuschauer bei einer Fortsetzung der Bundesliga-Saison in der Coronavirus-Krise nach wie vor für keine gute Idee.

Wie der 68-jährige SPD-Politiker in einem Interview mit der „Bild“ verriet, rechnet er im Mai und Juni mit dem Höchststand der Coronavirus-Pandemie mit vielen Erkrankten, „aber auch Toten und schwierigen Verhältnissen in den Kliniken. Da kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man da Geisterspiele organisiert als wäre nichts“, so Ulrich Mäurer.

Werder Bremen und die Bundesliga pausieren seit Mitte März. Nach den Plänen der Deutschen Fußball Liga (DFL) soll der Spielbetrieb im Mai wieder aufgenommen werden. Geschäftsführer Christian Seifert hält die DFL bestens gewappnet für eine Fortführung der Spielzeit mit Geisterspielen. Mäurer sagte hingegen: „Wir haben weiter die klare Vorstellung, dass in den nächsten Wochen keine größeren Versammlungen toleriert werden können. Die gesundheitlichen Risiken wären zu groß. Diese Einschätzung passt nicht mit Geisterspielen zusammen. Wir fürchten, die Fans werden sich wieder vor den Stadien versammeln.“ 

Ulrich Mäurer: „Werder Bremen muss sich auf Bundesliga-Wiederaufnahme vorbereiten können“

Auch einen erneuten Seitenhieb in Richtung DFL konnte sich Ulrich Mäurer nicht verkneifen: „Möglicherweise erledigt sich das Thema Geisterspiele von selbst, wenn die DFL am Ende erkennt, dass sie sich völlig verkalkuliert hat.“ Wegen der Coronavirus-Krise hätte sich Mäurer eigentlich auch einen bundesweiten Trainingsstopp bis wenigstens zum 19. April gewünscht. 

Trotzdem genehmigte der Bremer Innensenator dem SV Werder in den vergangenen Tagen die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs in Kleingruppen. „Wenn der Bundesliga-Betrieb tatsächlich stattfinden sollte, muss sich auch Werder Bremen darauf vorbereiten können. Wir haben ein großes Interesse daran, dass es keinen Wettbewerbsnachteil gibt“, erklärte Mäurer. Dennoch sei das Verhalten der DFL nicht vernünftig.

Ulrich Mäurer wehrt sich gegen Vorwurf, er habe Werder Bremen auf dem Kieker: „Völlig abwegig!“

Verständnis zeigte Mäurer dagegen für die Kritik aus den Amateurvereinen, der Profifußball bekomme wieder einmal eine Extrawurst: „Das ist schon sehr problematisch.“ Zwar sei der Fußballprofi im Gegensatz zum Amateurkicker ein Beruf, dennoch habe es „immer einen faden Beigeschmack, wenn der Profifußball, der nunmal nicht der ärmste Verband der Welt ist, wieder eine Sonderregelung bekommt“, so Mäurer. Generell fehle im das Verständnis dafür, „dass die Liga während einer Pandemie unbedingt bis zum 30. Juni zu Ende gespielt werden muss, weil die TV-Einnahmen sonst verloren gehen.“ Schließlich gebe es deutlich mehr Menschen, denen es schlechter gehe als den Profifußballern. 

Trotz seiner klaren Positionen habe Mäurer Werder nicht auf dem Kieker: „Das ist völlig abwegig. Ich habe große Sympathien für Werder. Werder ist ein Magnet für unsere Stadt. Damit sind auch viele Arbeitsplätze verbunden, deshalb hoffe ich sehr, dass es bei Werder Bremen weitergeht.“ Der Senat habe in der Vergangenheit gezeigt, dass er den Sport nicht im Stich lasse, das gelte auch für Werder. (mwi)

Zur letzten Meldung vom 7. April 2020:

Geisterspiele nicht durchführbar? Werder-Sportchef Baumann kontert Bremer Innensenator Mäurer

Das Thema stand nicht auf der Agenda, dennoch konnte sich Ulrich Mäurer eine „persönliche Meinung“ nicht verkneifen. Dass die Bundesliga demnächst ihre Saison mit Geisterspielen zu Ende bringen wird, sei für ihn sehr unwahrscheinlich, sagte der Bremer Innensenator am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz des Bremer Senats, auf der unter anderem über den Trainingsantrag des SV Werder Bremen gesprochen wurde.

Aber Geisterspiele, nein, die standen nicht auf der Liste. Dennoch nutzte Ulrich Mäurer die Chance, seine Haltung mehr als nur anzudeuten. Mit den Geisterspielen in der Coronavirus-Krise möchte der Fußball aus seiner Sicht „einen Sonderweg“ beschreiten, „ich habe aber große Zweifel daran, dass es jemals zur Durchführung von Geisterspielen kommt“, sagte Mäurer. Zur Erinnerung: Bereits das als Spiel ohne Zuschauer geplante Duell zwischen Werder Bremen und Leverkusen hatte der Innensenator Anfang März kurzfristig abgesagt, weil zu erwarten gewesen war, dass sich eine größere Menschenmasse vor dem Stadion versammelt. Das hätte gegen die Allgemeinverfügung verstoßen.

Werder Bremen: Keine Geisterspiele? So reagiert Frank Baumann

Und was passiert in der Zukunft? Nach jetzigem Stand zieht die Deutsche Fußball-Liga eine Fortsetzung der Bundesliga-Saison ab Anfang Mai in Betracht. Möglich aber, dass dann weiter das Kontaktverbot besteht und Fans vor dem Stadion erneut Anlass genug wären, um Spiele nicht auszutragen. Werder-Sportchef Frank Baumann teilt den Pessimismus des Innensenators jedoch überhaupt nicht. „Mein Gefühl ist, dass zum Zeitpunkt des Leverkusen-Spiels das Bewusstsein für die Situation und die Dramatik um das Coronavirus noch nicht so in der Gesellschaft verankert war, wie es jetzt der Fall ist. Ich gehe davon aus, dass bei all unseren Fans das Verständnis dafür gewachsen ist, sich bei einem Heimspiel nicht vor dem Stadion zu versammeln.“ 

Heißt: Andere „Gefährdungslage“, andere Mäurer-Entscheidung? Frank Baumann setzt drauf: „Wenn es wieder soweit sein sollte, wird Herr Mäurer die Fakten bewerten.Keiner weiß, wie sich die Situation entwickeln wird. Bei diesen Entscheidungen muss die Gesundheit und das Wohlbefinden aller ein wichtige Rolle spielen. Das ist auch das Interesse von Werder Bremen." (csa/dco)

Letzte Meldung vom 10. März 2020:

Geisterspiel für Werder Bremen laut Mäurer nur „halber Kram“: Bremer Politik fordert DFL zu Absagen auf

Die Stadiontore bleiben zu! Wenn Werder Bremen am Montag Bayer Leverkusen im Weserstadion empfängt, sind Zuschauer nicht erlaubt. Doch das ist der Bremer Politik hinsichtlich der Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus nicht genug.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Innensenator Ulrich Mäurer (beide SPD) sprechen sich klar für eine Absage des Spiels von Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen und damit auch des ganzen Spieltags in der Fußball-Bundesliga aus.

In einem an Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga adressierten Brief, appelliert Bovenschulte „eindringlich, dass auch die DFL ihrer Verantwortung für Spieler und Fans gerecht wird. Eine zentrale Maßnahme zur Senkung der Infektionsgeschwindigkeit ist der Verzicht, die Absage oder die Verschiebung von Großveranstaltungen.“

Bremer Innensenator Ulrich Mäurer hält Geisterspiel für Werder Bremen für „halben Kram“

Der Bremer Bürgermeister bittet deshalb, „die Spiele an diesem Wochenende grundsätzlich zu verschieben und die Zeit zu nutzen, mit den Fachbehörden des Bundes und der Länder eine einheitliche Linie für die nächsten Spieltage abzustimmen.“

Die Maßnahme, in der Bundesliga Geisterspiele anzusetzen, hält Innensenator Mäurer für „halben Kram“. Auf einer Pressekonferenz am Dienstag erklärte er das Problem, das durch den Zuschauerausschluss entsteht, aus seiner Sicht: „Die Familien werden sicherlich am Montag nicht zum Stadion kommen. Aber es gibt einen Teil der Fan-Szene, von dem erwarte ich, dass er kommen wird.“ 

Ulrich Mäurer will mit Werder Bremen über eine Spielabsage diskutieren

Und um den müsse sich dann eben doch die Polizei kümmern – erst recht, weil auch eine Fan-Ansammlung vor dem Stadion gegen die zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus erlassenen Verfügung verstößt. Laut ab Donnerstag gültiger Regel sind schon Veranstaltungen mit 250 Personen anmelde- und genehmigungspflichtig. Heißt wohl: die Polizei würde eine Fan-Ansammlung vor dem Stadion – beispielsweise um den Teambus bei Ankunft zu beklatschen – nicht zulassen. Genaueres konnte Mäurer dazu aber noch nicht sagen. 

„Wir treffen keine Entscheidung im luftleeren Raum, sondern stehen in ständigem Kontakt zu Werder Bremen und werden uns jetzt zusammensetzen, um gemeinsam mit der Polizei das Vorgehen zu besprechen. Noch haben wir keine Erfahrungen, was uns vor dem Stadion erwarten könnte. Wir müssen aber Polizeikräfte zur Verfügung stellen.“ Er werde mit Werder auch die Möglichkeit einer Spielabsage diskutieren.

Werder Bremen: Innensenator Ulrich Mäurer attackiert DFL erneut 

Mäurer erinnert – wie Bovenschulte – an die „gesamtgesellschaftliche Verantwortung“ der DFL. Der Profi-Fußball müsse sich als möglicher Multiplikator der Virus-Verbreitung für einige Wochen komplett und selbst aus dem Spiel nehmen, fordert der Innensenator. Die DFL will dagegen die Saison im Mai zu Ende bringen. 

„Die Maxime, so viele Spiele wie möglich durchzuziehen, zeugt nicht von einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung“, sagte der SPD-Politiker, der sich seit dem Justizstreit um die Übernahme von Polizeikosten im Dauerclinch mit der DFL befindet. Dass die stur dem Spielplan folgt und alles andere den zuständigen Ländern überlasse, „halte ich für unverantwortlich“, erklärte Mäurer, „aber das überrascht mich nicht“. (csa)

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Kommentare