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Sollte die Bundesliga fortgesetzt werden, würde Werder Bremen seine Heimspiele vor einer Geisterkulisse im Weserstadion austragen.

Die Regeln für die Bundesligisten

So soll Werder die Geisterspiele planen und sich schützen

Bremen – Wenn es in der Bundesliga im Mai wirklich weitergehen sollte, dann wartet nicht nur sportlich sehr viel Arbeit auf den SV Werder Bremen.

Die „Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb“ hat ein umfangreiches Konzept erarbeitet und darin aufgelistet, welche Bedingungen die Clubs für Geisterspiele und das Mannschaftstraining erfüllen müssen. Am Donnerstag werden die Handlungsanweisungen bei der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) den 36 Bundesligisten, darunter Werder Bremen, vorgestellt. Der „Spiegel“ hat bereits eine Präsentation vorliegen. Die datiert allerdings vom 15. April, das aktuelle Konzept könnte also leicht abweichen. Die bisherigen Eckpunkte:

Organisatorisches:

Das Stadiongelände wird in drei Zonen eingeteilt: den Innenraum, die Tribüne sowie das Außengelände. „Maximal ca. 300 Personen“ dürfen anwesend sein, in jeder Zone „maximal ca. 100 Personen“ zeitgleich. Der Grundgedanke, der sich in jeder Anweisung abgesehen vom eigentlichen Spiel widerspiegelt: Abstand halten!

Während der Bundesliga-Partien rechnen die Experten mit 98 Beteiligten im Innenraum, darunter die 22 Spieler auf dem Rasen, 18 Ersatzspieler, fünf Schiedsrichter und vier Balljungen.

Hygiene:

Die Anreise der Teams zum Stadion erfolgt nicht in einem Bus wie sonst, sondern in mehreren Fahrzeugen. Die Mannschaften werden auf mehrere Kabinen verteilt. Es gibt keine Einlaufkinder, keine Maskottchen. Auch auf das Mannschaftsfoto wird verzichtet, genauso wie auf die Handshakes. Auf der Ersatzbank soll nur jeder zweite oder dritte Sitz benutzt werden. Die Pressekonferenz findet nur als „virtuelle PK“ statt.

Zu den etlichen weiteren Schutzmaßnahmen gehören stets geöffnete Türen, abgepacktes Essen, Einzelduschen und die „Sperrung des Wellnessbereiches“. Als „WICHTIG“ heben die Experten hervor: „Im Stadion wird der Blick der Öffentlichkeit auf den Profi-Fußball, die Teams und Akteure in der aktuellen Situation nochmals größer sein als bisher. Wir bitten dringend um vorbildliches Verhalten bezüglich der Hygiene- und Isolierungsmaßnahmen außerhalb des Spielfeldes.“

Mannschaftstraining und Hotel-Aufenthalte:

Mehrere Vorgaben befassen sich mit der Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings. Dazu zählen unter anderen der Ausschluss der Öffentlichkeit, die regelmäßige Flächendesinfektion und der Einsatz personalisierter Getränkeflaschen. Mannschaftsbesprechungen sollen nur mit ausreichenden Abständen und in ausreichend großen Räumlichkeiten stattfinden. Die Profis sollen ihre Trainingskleidung möglichst selbst waschen oder zumindest selbst in die Waschmaschine legen.

Bei Auswärtsspielen sollen die Teams soweit möglich ein exklusives Hotel beziehen, der Kontakt zu anderen Hotelbesuchern soll in jedem Fall vermieden werden. Es besteht ein „Zugangsverbot für Spieler und Betreuerstab zum Wellnessbereich, Fitnessräumen und weiteren Gemeinschaftsräumen (z. B. Bar)“.

Alltag:

Auf zwei Seiten listen die Experten die Vorgaben für die häusliche private Hygiene auf, darunter vieles, was in der Krise selbstverständlich geworden ist. Dazu gehören der Abstand zu Dritten und das regelmäßige Händewaschen. Ein „genereller Mundschutz ist (aktuell noch) nicht notwendig“, schreiben die Experten – allerdings bevor die Maskenpflicht in einigen Bundesländern beschlossen wurde. Die Profis sollen zudem „möglichst viel trinken und auf vitaminreiche Ernährung achten“.

Bei Werder Bremen werden alle Spieler, Trainer und Mitarbeiter rund ums Team bei ihrer Ankunft im Weserstadion nach ihrem Befinden befragt und es wird Fieber gemessen.

Positiver Test und Quarantäne:

Bei einem positiv auf das Coronavirus getesteten Spieler soll dieser sofort isoliert, die dokumentierten Kontaktpersonen sollen getestet werden. Zudem: „Beruhigung und Aufklärung des Teams über den Sachverhalt (keine Panik, strategische Ausrichtung des Teams, Kontrolle der Hygienemaßnahmen, etc.).“ Die Profis selbst sollen bei Symptomen „sofort eine Selbstisolation im Sinne einer Quarantäne einleiten, um Familienangehörige und Teammitglieder nicht anzustecken“. Die Vereine sollen positive Fälle nicht automatisch der Presse melden, „da Krankheitsverifizierung sowie die klare Dokumentation der vermutlichen Übertragungswege im Vordergrund stehen“. Die Clubs sollen zudem „frühzeitig für einen ausreichend großen Kader im Saisonfinale sorgen“.

Muss eine Person in Quarantäne, kann diese auf drei Seiten Vorgaben nachlesen. Zu diesen gehören das Schlafen in einem separaten Bett und das Benutzen eigener Teller und Wäsche. Der „Kontakt zu potenziell kontaminierten Gegenständen (wie zum Beispiel Zahnbürsten, Zigaretten, Geschirr, Getränke, Handtücher, Betttücher)“ ist zu vermeiden. Eine Entlassung aus der Quarantäne erfolgt „im Regelfall frühestens“ 14 Tage nach Symptombeginn. (dpa/kni)

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