Davy Klaassens Berater Sören Lerby (l.) und dessen Agentur „Essels Sport Management“ forderten vom SV Werder Bremen die Zahlung einer angeblich noch offenen Provision. Nun hat ein Gericht pro Werder entschieden.
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Davy Klaassens Berater Sören Lerby (l.) und dessen Berateragentur „Dietz Sport B.V.“ forderten vom SV Werder Bremen die Zahlung einer angeblich noch offenen Provision. Nun hat ein Gericht pro Werder entschieden.

Ärger um angeblich offene Provision

Klage abgewiesen: Werder Bremen muss keine Provision an Klaassen-Berater zahlen

Die Entscheidung ist gefallen: Aus dem Rechtsstreit zwischen dem SV Werder Bremen und der Berateragentur „Dietz Sport B.V.“ geht der Fußball-Zweitligist als Sieger hervor. Das bestätigte Jan Stegemann, Sprecher des Landgerichts Bremen, am Montagmittag auf Nachfrage der DeichStube. Der Verein muss somit im Nachklang des Transfers von Davy Klaassen zu Ajax Amsterdam keine vermeintlich ausstehende Berater-Provision in Höhe von 250.000 Euro zahlen.

„Die Kammer hat die Argumentation von Werder Bremen geteilt, dass die Saison 2019/2020 wegen der Corona-Pandemie hatte verlängert werden müssen und sich somit auch die Transferperiode bis zum 5. Oktober ausgedehnt hat“, sagte Stegemann. Genau diese zeitliche Verschiebung hatte zuvor den Streit ausgelöst. So hatte sich die Berater-Agentur von Davy Klaassen auf einen individuell mit Werder ausgehandelten Vertrag berufen.

Werder Bremen gewinnt Rechtsstreit gegen Davy Klaassens Berater: „Haben mit diesem Urteil gerechnet“

Dieser schrieb vor, dass bei Wechseln bis zum 31. August – also dem eigentlichen Ende des Sommer-Transferfensters – keine Provision vom Club mehr zu zahlen sei. Da Davy Klaassen nun aber erst am 5. Oktober 2020 von Bremen zurück zu seinem Heimatverein in den Niederlanden ging, verlangten sie die Provision. Vergeblich, wie sich jetzt herausstellte.

„Wir freuen uns, aber die Freude ist auch überschaubar – denn wir haben mit diesem Urteil gerechnet“, erklärte Tarek Brauer, Mitglied der Geschäftsleitung und Direktor Recht & Personal bei Werder Bremen, auf Nachfrage der DeichStube. Genau aus diesem Grund habe der Verein kurz vor Weihnachten auch sämtliche Vergleichsgespräche mit der Berater-Agentur abgelehnt und eine Einigung auf diesem Wege platzen lassen. „Wir waren einerseits von unserer Rechtsposition überzeugt, wollten auf der anderen Seite aber auch gern juristische Klarheit haben“, betonte Brauer. „Ich denke, dass dieses Urteil auch ein ganz interessantes für die gesamte Branche ist.“

Werder Bremen gewinnt Rechtsstreit gegen Davy Klaassens Berater: Gibt es ein juristisches Nachspiel?

Ob die ganze Angelegenheit damit nun wirklich beendet ist, wird sich zeigen. Zumindest theoretisch besitzen die Klaassen-Berater die Möglichkeit, vor dem Oberlandesgericht in Berufung zu gehen. Aber selbst das würde den Verantwortlichen des SV Werder Bremen jetzt nicht die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. „Vor dem Hintergrund der deutlichen Aussagen des Richters im Saal bin ich diesbezüglich relativ entspannt“, sagte Tarek Brauer. „Er hat sein Urteil sehr klar, sehr ausführlich und sehr sorgfältig begründet, um auch in dieser Hinsicht ein deutliches Zeichen zu setzen.“

Ein derartiges juristisches Nachspiel könnte nun natürlich leicht dafür sorgen, dass die Sensibilität im Umgang mit Spielerverträgen noch einmal wächst, an gewissen Stellen nachjustiert wird. Tarek Brauer verdeutlicht jedoch, dass dies unter normalen Umständen gar nicht zwingend nötig sei, da Werder Bremen auch so keineswegs fahrlässig handele. „Unsere Verträge enthalten ohnehin normalerweise andere Daten. Der besagte 31. August war ein besonderes Verhandlungsergebnis mit den Beratern“, erklärte er. „Wir hatten sogar noch eine Uhrzeit von 23:59 Uhr in dem Vertrag festgehalten, um bezüglich einer Provision völlig auf der sicheren Seite zu sein. Wir sind da also keineswegs blauäugig in die Sache hineingegangen, auch dieses Detail war im Übrigen noch ein jetziges Argument für den Richter.“ Dass Corona später für einigen Wirbel sorgen würde, habe schließlich niemand ahnen können, als der niederländische Nationalspieler einst vom FC Everton kam. „Der Vertrag entstand 2018, als Davy Klaassen zu Werder wechselte – und da waren wir von einer Pandemie noch weit entfernt“, sagte Brauer. (mbü) Lest auch: So erklärt Clemens Fritz den Transfer-Verzicht des SV Werder Bremen im Winter!

Weiter zur letzten Meldung:

Vergleichsverhandlung geplatzt: Urteil im Streit zwischen Werder Bremen und Davy Klaassens Berater fällt in Kürze

Bremen - Der SV Werder Bremen und die Berateragentur „Essels Sport Management“ haben sich in ihrem Rechtsstreit, bei dem es um eine Berater-Provision in Höhe von 250.000 Euro geht, nicht auf einen Vergleich einigen können. „Die Verhandlungen sind gescheitert. Jetzt wird das Gericht entscheiden“, teilte Jan Stegemann, der Sprecher des Landgerichts Bremen, am Freitag auf Nachfrage der DeichStube mit und kündigte das Urteil für Ende Januar an.

Seit dem Wechsel des ehemaligen Werder-Profis Davy Klaassen zu Ajax Amsterdam im Oktober 2020 wartet dessen Agentur „Essels Sport Management“ auf die Provisionszahlung, die ihr ihrer Meinung nach zusteht. Die Berater berufen sich dabei auf einen individuell mit Werder Bremen ausgehandelten Vertrag. Der schreibt vor, dass bei Wechseln bis zum 31. August, sprich dem eigentlichen Ende der Sommer-Transferperiode, keine Provision mehr vom Verein bezahlt werden muss. Klaassen wechselte allerdings erst nach diesem Stichtag, weshalb „Essels Sport Management“ auf die Provision besteht.

(Auch interessant: Verfolgt das Spiel Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf im Live-Ticker der DeichStube!)

Werder Bremen: Kein Vergleich - Gericht entscheidet im Fall um die Berater-Provision

Werder Bremen weigert sich allerdings zu zahlen und argumentiert damit, dass die Saison 2019/20 wegen der Corona-Pandemie verlängert werden musste, was die Sommer-Transferperiode bis zum 5. Oktober ausgedehnt hat. Eine Provisionszahlung ist aus Sicht des Vereins deshalb nicht rechtmäßig, weil sich durch die Pandemie eine Ausnahmesituation und damit eine nicht vorhersehbare Veränderung des Transferfensters ergeben habe. „Deshalb muss die Vereinbarung, dass die Provision bei einem Wechsel in der Sommer-Transferperiode wegfällt, aus unserer Sicht weiterhin wirksam sein“, sagte Tarek Brauer, Direktor Personal und Recht beim SV Werder Bremen.

Kurz vor Weihnachten hatte das Zivilverfahren vor dem Landgericht Bremen begonnen. Da sich die Streitparteien nicht auf einen Vergleich einigen konnten, fällen nun die Richter die Entscheidung. (dco)

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