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Werder-Trainer Alexander Nouri war zufrieden mit seiner Mannschaft im Pokalspiel gegen Würzburg.

Stimmen zum Sieg gegen Würzburg

Nouri: „Optimistisch in die nächsten Spiele“

Offenbach - Werder Bremen hat im DFB-Pokal gegen die Würzburger Kickers letztlich souverän gewonnen. Das war aber ein hartes Stück Arbeit, da sind sich alle einig. Die Stimmen.

Alexander Nouri (Werder-Coach): „Wir haben das Spiel von der ersten Minute an kontrolliert. Der Gegner hat tief gestanden und auf unsere Fehler gewartet. Aber wir hatten eine gute Struktur, haben kaum etwas zugelassen. Und ich habe auch schon in der ersten Halbzeit die eine oder andere gute Chance von uns gesehen. Das Tor von Milos war der Öffner. Dann hatten wir mehr Selbstvertrauen und haben es souverän zu Ende gespielt. Wir haben gezeigt, dass wir da sind, wenn es darauf ankommt. Wir können optimistisch in die nächsten Spiele gehen. Wir haben es wirklich gut gemacht, hätten vielleicht das eine oder andere Tor mehr machen können. Aber viel wichtiger ist: Wir sind weiter, keiner hat sich verletzt und wir haben kein Gegentor bekommen.“

Milos Veljkovic (Werder-Torschütze): „Ich habe schon gegenüber meinen Teamkollegen zugegeben, dass es eine Flanke werden sollte. Ich dachte auch, der geht drüber, ich war überrascht, dass er reingeht. Das war mein erstes Profitor überhaupt – ich bin sehr stolz. Nach dem Tor fiel es uns leichter. Wir hatten das Spiel im Griff, bis auf diese eine Chance. Aber so etwas kann immer passieren. Es ist immer gut, so in die Saison zu starten. Das gibt uns Selbstvertrauen. Ich denke, wir sind bereit.“

Einzelkritik: Pavlenka wackelt kurz, Augustinsson überzeugt

Jiri Pavlenka
Jiri Pavlenka: Pflichtspiel-Premiere für Werder. Pavlenka begann mit einer unsouveränen Faustabwehr, leistete sich in der Folge bei den meist wenig anspruchsvollen Prüfungen keinen weiteren Wackler mehr. Note 3 © nordphoto
Robert Bauer
Robert Bauer: Wie erwartet übernahm er den Part rechts in der Dreierkette. Hatte dort wenig Probleme. Note 3 © nordphoto
Lamine Sane
Lamine Sane: Bis kurz vor dem Halbzeitpfiff erfüllte er solide seine Pflicht, dann verlor er kurz die Übersicht, was Würzburg die Top-Chance durch Taffertshofer (Pfosten/45.) ermöglichte. Note 3,5 © Gumz
Milos Veljkovic
Milos Veljkovic: Gewollt oder nicht? Egal, Hauptsache drin! Mit einem Schuss, der irgendwo zwischen Kunststück und verunglückter Flanke anzusiedeln war, erzielte der Innenverteidiger das erste Werder-Tor der Saison. Seine eigentliche Aufgabe als linker Mann der Dreierkette erledigte er unaufgeregt. Note 2,5 © nordphoto
Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein: Als Abräumer gut, allerdings hätte sich der gelernte Zehner beim 50 Minuten dauernden Geduldsspiel bis zur Führung mehr zutrauen dürfen. Spielte zu oft nur Sicherheitspässe. Nach Bargfredes Einwechslung rückte Eggestein etwas nach vorne und nutzte die Auflösungserscheinungen in Würzburgs Hintermannschaft abgebrüht zum 3:0. Note 2,5 © Gumz
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: Von Defensivaufgaben weitgehend unbehelligt durfte sich Gebre Selassie lange nach Herzenslust ins Offensivspiel einschalten. Zwar nutzte er das nicht zu einem Flankengewitter von rechts, aber Gebre Selassie wurde zu Bremens gefährlichstem Stürmer. Drei gute Chancen hatte er – mindestens die nach Flanke von Augustinsson hätte er verwerten müssen (38.). Note 2,5 © dpa
Ludwig Augustinsson
Ludwig Augustinsson (bis 87.): Auch er stand zum ersten Mal bei einem Pflichtspiel für Werder auf dem Platz. Und es lässt sich sagen: Das wird was mit dem Schweden! Augustinsson hielt konsequent seine Position auf links, bekam viele Bälle und schlug gefährliche Flanken. Note 2 © imago
Jerome Gondorf
Jerome Gondorf (bis 63.): Auf der Taktiktafel hatte man ihn auf der rechten Halbposition erwartet. In der Realität spielte Neuzugang Gondorf bei Ballbesitz oft Stürmer, agierte auf einer Linie mit Kainz. Dass diese Rolle zu ihm passt, darf jedoch bezweifelt werden. Note 3,5 © Gumz
Thomas Delaney
Thomas Delaney: Kein überzeugendes Spiel des Dänen, der Werder erstmals als Kapitän aufs Feld führte. Insgesamt nicht mit der Präsenz und der Bindung zum Spiel, wie es von ihm erwartet wird. Note 3,5 © nordphoto
Florian Kainz
Florian Kainz (bis 79.): Er lief viel, war bemüht, holte sich die Bälle. Aber Offensiv-Akzente? Die blieben lange aus. Erst als Werder mit der Führung im Rücken mehr Raum bekam, hatte auch Kainz auffällige Aktionen. Die beste war die Maßflanke auf Kruse, die das Spiel entschied. Note 3 © Gumz
Max Kruse
Max Kruse: Er lief bei Weitem nicht so viel wie Kainz, spielte auch nicht auf vorderster Linie, sondern ließ sich häufig ein paar Meter nach hinten fallen oder wich auf die linke Seite aus. Dann schlich er sich doch in die Mitte und nickte nach Kainz-Vorarbeit zum 2:0 ein. Gewiss nicht der Fitteste, aber mit sicherem Instinkt für die Situationen. Note 2,5 © Gumz
Philipp Bargfrede
Philipp Bargfrede (ab 63.): Kam für Gondorf und agierte deutlich defensiver. Note - © nordphoto (Archivfoto)
Johannes Eggestein
Johannes Eggestein (ab 79.): Zurück im Kreis der Profis! Zuletzt hatte der 18-Jährige vor einem Jahr bei der Pokal-Blamage gegen Lotte im Bundesliga-Team mitgewirkt. Die elf Minuten gegen Würzburg markieren für ihn also einen Neuanfang. © nordphoto (Archivfoto)
Ulisses Garcia
Ulisses Garcia (ab 87.): Noch ein Kurzeinsatz für den Schweizer. Note - © nordphoto (Archivfoto)

Frank Baumann (Werder-Sportchef): „Es war schön zusehen, dass wir das Spiel sehr konzentriert angegangen sind und das auch über 90 Minuten durchgezogen haben. Es war ein hartes Stück Arbeit. Wir sind froh und glücklich, dass wir weitergekommen sind.“

Thomas Delaney (Werder-Kapitän): „Das war eine schwierige erste Halbzeit, aber das haben wir erwartet. Manchmal brauchst du so ein glückliches Tor, um das Spiel zu öffnen. In der zweiten Halbzeit war es dann einfacher, da hatten wir ein gutes Tempo. Für mich war es eine Frage der Zeit, bis sie einbrechen werden. Sie haben das aber gut gemacht, haben tief gestanden. Wenn wir 90 Minuten lang puschen, dann gewinnen wir das Spiel, machen wir das nicht , sind die Chancen 50:50.“

Maximilian Eggestein (Werder-Torschütze): „Es war uns klar, dass wir Geduld haben müssen. Wir wollten nichts zulassen. Bis auf den Pfostenschuss ist es uns gelungen. Da haben wir natürlich Glück gehabt. Dann kann dass Spiel auch anders laufen. Wir wollen im Pokal so weit wie möglich kommen.“

Jerome Gondorf (Werder-Profi): „Ziel erfüllt. Wichtig war, dass wir unseren Faden nicht verlieren. Es war ein Geduldsspiel, und letztlich braucht es dann so einen Dosenöffner wie von Milos. Ich weiß nicht, ob es Absicht war. Wenn er so wie Ronaldo weiterspielt, sind wir alle zufrieden. Der Sieg ist einfach wichtig für das Gefühl. Werder hatte im Pokal in der Vergangenheit nicht so gute Erlebnisse. Dieses gute Gefühl nehmen wir jetzt mit ins nächste Spiel, aber Hoffenheim ist natürlich ein ganz anderer Brocken.“

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