Werder-Fans beim Europapokal-Spiel gegen Athletic Bilbao 15.12.2009
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Werder-Fans beim Europapokal-Spiel gegen Athletic Bilbao 15.12.2009

Fan-Schubser für Werder

Go for Europe!

Bremen - Ein Hashtag kommt in Bremen groß in Mode: Unter #werderforeuroleague mobilisieren sich die Fans des SV Werder vor dem Heimspiel gegen Hertha BSC (Samstag, 15.30 Uhr) um auf dem Weg in die Europa League das ihnen Mögliche zu tun. Das wäre: Volle Unterstützung um den vielleicht entscheidenden Schubser Richtung internationales Geschäft zu geben.

Doch obwohl Werder derzeit ganz nah dran zu sein scheint an Europa, ist es doch noch ein weiter Weg. Denn das Bremer Restprogramm hat es richtig in sich. Nach der Serie von zehn Spielen ohne Niederlage und dem Wahnssinnssprint von Rang 16 auf Platz sieben sind die Fans von dem Gedanken, wieder auf dem Kontinent unterwegs sein zu können, infiziert. 

Fans organisieren Greenwhitewonderwall reloaded

In Sozialen Medien wird zur nächsten großen grün-weißen Hilfswelle aufgerufen – quasi zur Greenwhitewonderwall reloaded. Diesmal aber nicht, um den Abstieg zu vermeiden, sondern um Europa zu erreichen. Bekannte Bilder, neue Bedeutung – so stellen es sich die Supporter vor. 

So wünscht es sich auch Trainer Alexander Nouri. Grundsätzlich denkt er in Sachen Europa zwar defensiv, er weiß aber auch um die Gunst der Stunde: „Die Euphorie kann beflügeln. Entscheidend ist, dass wir das jetzt mit Handeln untermauern.“ 

Dabei ist klar: Auch wenn die Bremer Mannschaft derzeit mit Vollgas durch die Liga rauscht, werden die letzten Meter bis zum großen Bonbon Europa League verdammt schwer. Denn die restlichen vier Gegner – Hertha BSC, der 1. FC Köln, 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund – kämpfen nach aktuellem Stand auch noch jeweils um das europäische Geschäft. 

Hertha und Köln um die Europa League, Hoffenheim und Dortmund um den direkten Einzug in die Champions League. Möglich ist zwar, dass sich die Verhältnisse ganz oben bis zum vorletzten Spieltag, der Partie gegen Hoffenheim, geklärt haben, aber wahrscheinlicher ist, dass es für alle bis zum letzten Spieltag um etwas geht. Auch für Werder. Das allein ist – man kann es nicht oft genug betonen – schon ein Riesenerfolg. 

Das Erreichen der Europa League wäre ein Bonus, eine Zugabe, sagt Nouri: „Es lohnt aber, sich darauf zu fokussieren.“ Mit einem Sieg über die auswärts chronisch schwachen Berliner (nur neun Punkte und Platz 16 in der Auswärtstabelle) wäre für die Bremer ein Riesenschritt gemacht, dann wären sie sogar im Kampf um Platz fünf voll dabei. Der derzeit von Werder belegte Rang sieben könnte aber noch reichen, um sich für die Europa League zu qualifizieren (siehe Kasten unten). 

International macht sexy

Während die Fans die Mannschaft weiter pushen wollen und die Spieler voller Enthusiasmus weiter siegen wollen, hat Sportchef Frank Baumann die Möglichkeit einer Teilnahme an der Europa League schon durchdacht und festgelegt: „Selbst wenn wir uns qualifizieren sollten, würde sich unser Kader nicht großartig verändern. Wir planen ganz normal weiter.“ 

UEFA Europa-Pokal 09/10

UEFA Europa League 09/10
UEFA Europa League 09/10 © nordphoto
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Soll heißen: Zusätzliche Verpflichtungen würde es nicht geben, dafür wirft die Europa League schlussendlich zu wenig ab. Nur 2,6 Millionen Euro sind für die Teilnehmer an der Gruppenphase als Startprämie fest verbuchbar, danach gibt es pro Punkt 120.000 Euro, Gruppensieger und -zweiter erhalten einen Bonus von 600.000 bzw. 300.000 Euro. In den folgenden K.o.-Runden steigen die Prämien zwar deutlich an, letztlich beträgt die Höchstsumme, die ein Club in der Europa League an Prämien einnehmen kann (ohne variable Beträge aus dem Marktpool), aber nur 15,7 Millionen Euro. 

Zum Vergleich: In der Champions-League-Gruppenphase wurden in dieser Saison an jedes Team 12,7 Millionen Euro allein als Startgeld ausgezahlt. Die Europa League ist also kein rittiger Goldesel, aber Spaß machen kann sie trotzdem. Den Fans sowieso, dem Verein aber auch. 

Frank Baumann weiß, dass ein Ticket für den internationalen Wettbewerb sexy macht: „Es hilft bei Gesprächen mit Spielern, um Perspektiven aufzuzeigen."

Durch die Hintertür nach Europa? So geht's!
Platz sieben in der Bundesliga könnte in dieser Saison dank des DFB-Pokals wieder zur Teilnahme an der Europa League berechtigen. Sollte der Gewinner des Endspiels am 27. Mai den Sprung in die Champions League oder die Europa League geschafft haben, darf auch der Bundesliga-Siebte am Europapokal teilnehmen. In diesem Fall heißt das: Gewinnt Borussia Dortmund den Pott, kommt der Siebte auf jeden Fall in die Europa League. Der BVB ist derzeit Tabellendritter und hat vier Spieltage vor dem Saisonende den letzten Europacup-Rang sechs in jedem Fall sicher. Bei einem Triumph der Eintracht sähe die Lage anders aus. Die Frankfurter (derzeit Tabellenneunter) müssten mindestens Sechster werden, um den Siebten im Schlepptau und durch die Hintertür mit nach Europa zu nehmen.

Das Restprogramm im Rennen um die Europa League

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