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Kevin Möhwald hat gute Chancen, gegen die TSG Hoffenheim in der Startelf zu stehen.

Vor Spiel gegen TSG Hoffenheim

Großes Lob, aber keine Einsatzgarantie für Möhwald

Bremen – Kevin Möhwald war sauer, kaum dass der Ball seinen Fuß verlassen hatte – sauer auf sich selbst. „Ich wollte mich schon selbst beleidigen, weil ich den Ball nicht richtig getroffen hatte“, gestand Werders Mittelfeldspieler nach dem 2:2 gegen Borussia Dortmund.

Anstatt Flüchen und Schimpfwörtern gab es allerdings Freude und Seligkeit: BVB-Keeper Roman Bürki hatte den unplatzierten Schuss des Bremers tatsächlich zum 1:2 ins Tor rutschen lassen. „Es war glücklich, dass der Ball plötzlich im Netz lag“, sagte Möhwald, dessen erste Bundesliga-Saison trotzdem um einen Höhepunkt reicher war: Tor Nummer drei in Einsatz Nummer 21. Das ist ordentlich, zumal Möhwald bei Werder meist in der zweiten Reihe steht. Am Samstag könnte sich das ändern.

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Klaassen gesperrt: Möhwald gibt „Bewerbungsschreiben“ ab

Weil Davy Klaassen für das Auswärtsspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim gesperrt ist, darf sich Möhwald berechtigte Hoffnungen auf seinen sechsten Startelf-Einsatz in der laufenden Serie machen. „Ein Bewerbungsschreiben hat er definitiv abgegeben, was aber noch nicht heißt, dass ich die Bewerbung annehme“, sagte Trainer Florian Kohfeldt während der Pressekonferenz vor der Partie – setzte dann aber zu einem wahren Loblieb auf Möhwald an.

„Grundsätzlich spielt er eine gute bis sehr gute Saison“, betonte Kohfeldt, der an Möhwald vor allem dessen Lernfähigkeit schätzt. „In den beiden Spielen gegen die Bayern war das kürzlich schön zu sehen“, sagte Kohfeldt – und führte aus: „In München hatte ich manchmal das Gefühl, dass er hochguckt und denkt: ,Das ist aber ganz schön schnell hier.' Und drei Tage später im Pokalspiel war er dann ein absoluter Aktivposten.“ In der Tat hatte Möhwald im Halbfinale eine gute Leistung gezeigt, hatte den gesperrten Nuri Sahin vertreten und als Teil des Bremer Mittelfelds gut funktioniert. Das hatten ihm vor der Saison nicht alle Beobachter zugetraut.

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Kohfeldt sieht Möhwalds Entwicklung noch nicht am Ende

Zur Erinnerung: Möhwald war Werders erster Zugang vor der laufenden Spielzeit gewesen. Danach folgten noch große Namen wie Klaassen und Sahin für ein Mittelfeld, in dem mit Maximilian Eggestein und Philipp Bargfrede ohnehin schon zwei Profis als gesetzt galten. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für viel Spielzeit, zumal Möhwald „nur“ mit der Empfehlung von 87 Zweitliga- (für Nürnberg) und 103 Drittliga-Spielen (für Erfurt) nach Bremen gekommen war. Kohfeldt weiß das. Und er berücksichtigt es auch bei Möhwalds Bewertung.

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„Man muss sehen, wo er herkommt. Er hat vorher in der zweiten Liga gespielt“, sagte der Trainer. Möhwald habe sich an die höhere Spielklasse erst gewöhnen müssen. Außerdem „haben wir eine andere Art und Weise Fußball zu spielen, als er es in Nürnberg gewohnt war“, ergänzte Kohfeldt, der sich sicher ist, dass Möhwald noch nicht alles gezeigt hat, was er kann. Wie er seinen Schützling besser machen kann, hat der Trainer schon ausgemacht. „An der letzten Konsequenz im Defensivverhalten müssen wir weiter mit ihm arbeiten“, erklärte Kohfeldt – und gab Möhwald bereits jetzt einen Auftrag für den Sommerurlaub mit. „Ich hoffe, dass er nach der Sommerpause mit dem Anspruch wiederkommt, den nächsten Schritt zu gehen. Dann werden wir noch ganz viel Spaß an ihm haben.“

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