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Das Logo des neuen Ärmelsponsors

Werder kassiert über eine Million Euro für ein Jahr

H-Hotels neuer Ärmelsponsor

Bremen - Groß ist die Fläche auf dem Ärmel nicht, nur 70 Quadratzentimeter – und doch bringt sie Werder in der neuen Saison eine Menge Geld ein.

Wie der Verein heute offiziell bekannt gab, wird die Hotelgesellschaft H-Hotels ab sofort neuer Ärmelsponsor. Die Bundesliga-Mannschaft wird in den Liga-Spielen mit dem Logo des Unternehmens auf dem linken Ärmel des Trikots auflaufen. 

Nach Informationen der DeichStube kassieren die Bremer dafür über eine Million Euro. Der Vertrag läuft zunächst eine Saison lang. „Es ist ein gutes Paket für beide Seiten“, sagte Klaus Filbry, der Vorsitzende von Werders Geschäftsführung, am Donnerstag während des Werder-Golfturniers beim Club zur Vahr.

Werder-Profis wechseln die Sportart

An der Weser haben sie lange nach einem passenden Partner für den Trikotärmel suchen lassen, Vermarkter Infront hatte den Markt sondiert – und ist schließlich in Werders Bestand fündig geworden. 

Aufstieg in den Rang eines Top-Sponsors

Die H-Hotels AG ist bereits seit einigen Jahren Co-Sponsor des Vereins und erweitert nun ihr Engagement. Damit steigt das Unternehmen mit Hauptsitz in Bad Arolsen (Hessen) neben AB InBev und der EWE in den Rang eines Top-Sponsors auf. „Es ist ein Partner, der gut zu uns passt“, betonte Filbry. Schon seit einiger Zeit wickeln die Bremer ihre kompletten Reisen über eine Agentur von H-Hotels ab – nun verhilft die Hotelgesellschaft dem Club zu Mehreinnahmen im Sponsoring. 

Werder kassiert im siebenstelligen Bereich für seinen Ärmel und damit deutlich mehr als bisher aus der Zentralvermarktung der Deutschen Fußball Liga (DFL). Kurios: Auch auf dem Ärmel von Borussia Mönchengladbach wird die Hotelgruppe künftig werben.

Bisher zentral von der DFL vermarktet

Zum Hintergrund: Erstmals dürfen die Bundesliga- und Zweitliga-Clubs die Werbefläche auf dem Ärmel ihrer Trikots ab der Saison 2017/2018 selbst vermarkten und eigenständig Sponsoren-Deals abschließen. In den vergangenen Jahren hatte die DFL den Ärmel zentral vermarktet. Seit 2013 zahlte das Logistikunternehmen Hermes, das nun ausgestiegen ist, acht Millionen Euro pro Saison. 350 000 Euro gingen jeweils an die Erstligisten, also auch an Werder, immerhin noch 105 000 Euro an die Vereine aus Liga zwei.

Ganz einfach ist es für die Clubs nach dem Hermes-Ausstieg allerdings nicht, einen passenden Partner zu finden, was auch erklärt, warum bisher erst neun Vereine aus der ersten Liga (Leipzig, Hoffenheim, Hertha, Gladbach, Schalke, Frankfurt, Stuttgart, Dortmund und Werder) einen Sponsor präsentiert haben. Das Problem: Viele Unternehmen sind skeptisch, auf einer derart kleinen Fläche zu werben, Erfahrungswerte damit gibt es bisher kaum. 

Auch die Vereine müssen bei der Auswahl aufpassen. Das Ärmelsponsoring muss sich mit den vertraglich zugesicherten Rechten der bereits vorhandenen Werbepartner vereinbaren lassen. „Und dass 36 Vereine auf einmal auf den Markt drängen und einen Sponsor haben wollen, hat die Sache auch nicht einfacher gemacht“, sagte Filbry.

Nächster Sponsoren-Deal kurz vor Abschluss

Erst vor wenigen Wochen hatte der 50-Jährige erklärt, in aller Ruhe suchen und notfalls ohne Ärmelsponsor in die Saison gehen zu wollen. Das muss Werder nun nicht. Generell sei die Nachfrage im Bereich Sponsoring derzeit groß, sagte Filbry: „Die gute Rückrunde war da sicherlich hilfreich für uns.“ Der nächste Sponsoren-Deal steht bei Werder schon kurz vor dem Abschluss. „Wir befinden uns in abschließenden Gesprächen mit einem Wettanbieter“, erklärte Filbry – und verriet, dass der neue Partner im Bereich Top-Sponsoring anzusiedeln ist und nicht aus dem asiatischen Raum kommt. „Es wird ein Paket, das deutlich über das alte mit tipico hinausgeht“, sagte Filbry. In den nächsten zwei bis drei Tagen will der Clubchef Vollzug melden.

Das Sponsoring ist schon jetzt ein großes Thema an der Weser, und wird es in der neuen Saison noch viel mehr werden. Der Vertrag mit Hauptsponsor Wiesenhof läuft 2018 aus – ebenso wie die Verträge mit Automobil-Partner Volkswagen und Stadion-Partner EWE, der die Namensrechte des Weserstadions besitzt. Klaus Filbry wird also auch nach dem Verkauf des Ärmels jede Menge zu tun haben.

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