Werder Bremen droht eine heftige Strafe der DFL in Millionenhöhe. Die Bosse um Klaus Filbry schweigen bisher.
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Werder Bremen droht eine heftige Strafe der DFL in Millionenhöhe. Die Bosse um Klaus Filbry schweigen bisher.

Verstoß im Lizenzierungsverfahren

Drastische Millionen-Strafe der DFL: SV Werder Bremen wehrt sich

Bremen/Frankfurt – Nach den Horrorzahlen in den vergangenen von Corona und Abstieg geprägten Jahren wird Werder-Boss Klaus Filbry den Mitgliedern des SV Werder Bremen am Sonntag auf der Versammlung in der „Glocke“ ein äußerst positives Ergebnis für das Geschäftsjahr 2021/22 präsentieren. Als Zweitligist hat der Club ein Plus von über sechs Millionen Euro eingefahren. Doch die Freude darüber ist schwer getrübt worden, denn wegen eines umstrittenen Verstoßes gegen die Kapitalauflagen im Zuge des Lizenzierungsverfahrens wurde der Aufsteiger von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zu einer saftigen Geldstrafe verdonnert.

Nach Informationen der DeichStube geht es um einen Betrag von über einer Million Euro. Werder Bremen hat sich bereits dagegen gewehrt, ist aber laut „kicker“ mit einem ersten Vorstoß bei der Vereinigung der 36 Proficlubs aus der 1. und 2. Liga gescheitert. Trotzdem werden dem Antrag der Grün-Weißen bei der DFL-Vollversammlung am Donnerstag in Frankfurt gute Chancen eingeräumt, falls noch entsprechende Änderungen vorgenommen werden.

Verfolgt die Mitgliederversammlung 2022 des SV Werder Bremen im DeichStube-Liveticker!

Abstieg und Corona-Pandemie werden Werder Bremen zum Verhängnis - heftige Strafe droht!

Es geht um das negative Eigenkapital. Das wird in der DFL nicht nur ungern gesehen, sondern muss im Folgejahr von den betroffenen Clubs verbessert werden. Wegen der hohen Einnahmeverluste in der Coronapandemie war diese Auflage allerdings ausgesetzt worden. Inzwischen gilt diese Regel wieder, wenn auch in abgeschwächter Form. Das negative Eigenkapital darf sich nicht wesentlich verschlechtern. Werder Bremen war mit einem Minus von 20,3 Millionen Euro in das neue Geschäftsjahr gegangen, hatte aber mit zahlreichen Transfers von Spielern wie Milot Rashica, Josh Sargent, Maximilian Eggestein und Ludwig Augustinsson für hohe Einnahmen gesorgt. Zum Stichtag 31. Dezember 2021 gab es ein Plus von 19,3 Millionen Euro.

Das schrumpfte dann bis Ende des Geschäftsjahres durch die laufenden Kosten und Aufstiegsprämien auf besagte sechs Millionen Euro. Was immer noch ein sehr gutes Jahresergebnis bedeutet, doch getrennt betrachtet für ein Problem sorgt. So hat die DFL den SV Werder Bremen für die Verschlechterung des negativen Eigenkapitals in der zweiten Saisonhälfte mit einer Geldstrafe belegt. Rein von den Statuten her ist das zwar okay, sinnvoll aber eher nicht, weil das geforderte Gesamtziel ja erreicht wurde.

Werder Bremen wehrt sich gegen die DFL - schwierige Ausganglage wegen der Corona-Pandemie

Deshalb wehrte sich Werder Bremen und stellte für die DFL-Vollversammlung einen Antrag auf eine erneute Aussetzung der Kapitalauflagen. Doch dieser fand in Vorgesprächen der Finanzbosse der Clubs keine Mehrheit. Zwar wurde das spezielle Bremer Problem erkannt, aber es sollte kein genereller Freifahrtschein für alle Bundesligisten ausgestellt werden. Werder wurde empfohlen, den Antrag zu modifizieren und nur noch die Betrachtung des Gesamtergebnisses zu fordern. Ob die Grün-Weißen das gemacht haben, ist unklar. Werder wollte sich auf Nachfrage zu dem laufenden Verfahren nicht äußern. (kni)

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