Am Samstag kommt es beim Bundesliga-Kellerduell zwischen Hertha BSC und Werder Bremen zum Wiedersehen zwischen Alex Nouri (li,) und Florian Kohfeldt.
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Am Samstag kommt es beim Bundesliga-Kellerduell zwischen Hertha BSC und Werder Bremen zum Wiedersehen zwischen Alex Nouri (li,) und Florian Kohfeldt.

Trainer-Duell bei Werder gegen Hertha BSC

Florian Kohfeldt gegen Alex Nouri und die Frage: Wer schadet wem?

Frankfurt/Berlin – Lange ist es noch nicht her, dass man die Karrieren der beiden Fußball-Lehrer Alexander Nouri und Florian Kohfeldt rasant auseinanderdriften sah. Hier Nouri, der bei Werder Bremen und dem FC Ingolstadt Gescheiterte.

Dort Florian Kohfeldt, der als Nouri-Nachfolger in Bremen Verein und Stadt neu mobilisierte, bei Werder Bremen eine Mannschaft schuf, die wieder feinen Fußball zu spielen vermochte und der sich damit für größere Vereine interessant machte. Kurzum: Der eine befand sich von Applaus getragen auf dem Weg nach oben, der andere – wie soll man es anders formulieren? – auf dem Weg nach unten. Nun treffen sich beide jedoch auf einem Level wieder. Und das Level heißt Abstiegskampf in der Bundesliga.

Dass Kohfeldt dort einmal landen würde mit dem SV Werder, hätte man im November 2018 nicht für möglich gehalten. Das Team war Siebter in der Tabelle, träumte von Europa. Zur gleichen Zeit wurde Alex Nouri in Ingolstadt entlassen – nach nur acht Spielen. Und niemand brachte ihn danach noch ernsthaft mit einem Cheftrainerposten in Liga eins in Verbindung. 

Werder Bremen: Ex-Bremer Alexander Nouri kann Florian Kohfeldt ins Verderben stürzen

Doch weil der Fußball manchmal die verrücktesten Geschichten schreibt, kann am Samstag (15.30 Uhr, DeichStube-Live-Ticker) ausgerechnet Alexander Nouri als Interimstrainer von Hertha BSC seinen Nachfolger Florian Kohfeldt mit Werder Bremen noch tiefer ins Verderben schubsen. Wenn es so kommt, wäre es eine bitter-ironische Fußnote in der Geschichte des großen Absturzes von Werder Bremen.

Denn eigentlich ging es im Herbst 2017 ja darum, eben diesen Absturz zu vermeiden. Deshalb wurde Nouri, der seine Premierensaison in Bremen als Tabellenachter abgeschlossen hatte, nach einem Fehlstart in die Spielzeit 2017/18 mit acht Punkten aus zehn Spielen vor die Tür gesetzt. Wie zuvor schon Robin Dutt und Viktor Skripnik. 

Werder Bremen: Das Miteinander von Alex Nouri und Florian Kohfeldt war „gut und professionell“

Kohfeldt übernahm den Posten und blieb als einer von zwei jungen Trainern mit viel grün-weißer Grundausstattung übrig. Denn als er Co-Trainer der Profis wurde, stieg Nouri zeitgleich zum U23-Coach auf. Und als Nouri den Cheftrainerposten inne hatte, kehrte Kohfeldt als U23-Chef zu Werder zurück. 

Das Miteinander sei in der Zeit immer „gut und professionell“ gewesen, sagt Kohfeldt. Heute sei es „kein freundschaftliches, aber auch kein belastetes Verhältnis“ zu Nouri: „Ich freue mich, ihn und seinen Co-Trainer Markus Feldhoff wiederzusehen. Am allermeisten würde ich mich aber freuen, wenn sie mir nach dem Spiel zum Sieg gratulieren würden.“

Florian Kohfeldt mit Werder Bremen bereits vier Punkte hinter dem Relegationsrang

Bitter nötig ist es ja für Kohfeldt, der mit Werder Bremen vor dem Spiel in Berlin vier Punkte hinter dem Relegationsrang, acht hinter dem ersten Nicht-Abstiegsplatz und zehn hinter Nouris Berlinern liegt. „Hertha ist aus meiner Sicht trotzdem noch ein Mitkonkurrent, auch wenn sie einen deutlichen Punktevorsprung haben. Aber wir können sie durchaus noch nach unten mit reinziehen, aber dafür müssen wir gewinnen“, meint Kohfeldt.

Sollte es gelingen, wäre das wiederum ein großer Schaden für Nouri, der nach dem Klinsmann-Chaos bei der Hertha ohnehin nur ein Boss auf Abruf ist. Nichtsdestotrotz bietet sich die Chance, den eigenen Ruf wieder aufzupolieren. Dafür braucht es aber andere Ergebnisse als das 0:5 vor zwei Wochen gegen den 1. FC Köln oder das 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf am vergangenen Spieltag. Das allerdings kam nach einem 0:3-Rückstand zustande. „Die Aufholjagd zeigt, dass die Mannschaft lebt“, urteilt Kohfeldt deshalb über die Hertha. Von seinem Team behauptet er das auch. Beweise in Form von Punkten muss nun der Trip nach Berlin bringen. (csa)

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