Neun Spieler kamen im vergangenen Halbjahr in der Hintermannschaft des SV Werder Bremen regelmäßig zum Einsatz und sie standen bei weitem nicht immer sattelfest. Immerhin: Zuletzt stabilisierte sich die Defensive der Grün-Weißen.
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Neun Spieler kamen im vergangenen Halbjahr in der Hintermannschaft des SV Werder Bremen regelmäßig zum Einsatz und sie standen bei weitem nicht immer sattelfest. Immerhin: Zuletzt stabilisierte sich die Defensive der Grün-Weißen.

Werder-Hinrunde in der Analyse

Das Werder-Halbjahreszeugnis Teil 1 - Tor und Abwehr: Mit Ömer Toprak auf einem höheren Level

Bremen – Tabellenplatz sieben mit nur einem Punkt Rückstand auf den Relegationsrang drei – dank eines starken Endspurts mit drei Siegen in Serie ist es dem SV Werder Bremen gelungen, ein sportlich äußerst turbulentes erstes Halbjahr in der 2. Bundesliga doch noch versöhnlich zum Abschluss zu bringen. Zeit also für das große Halbjahreszeugnis, das die DeichStube den Bremer Profis ausstellt. Los geht’s im ersten Teil mit den Torhütern und Verteidigern.

Torhüter des SV Werder Bremen:

Michael Zetterer

Der 26-Jährige gewann im Sommer gegen Stefanos Kapino das Rennen um den Job als Vertreter des verletzten Stammkeepers Jiri Pavlenka – und blieb auch nach dessen Genesung zunächst im Tor. Allerdings nur bis zum elften Spieltag. Danach schenkte der damalige Trainer Markus Anfang plötzlich Pavlenka wieder das Vertrauen, obwohl sich Zetterer während seiner zwölf Liga-Einsätze nicht viel hatte zu Schulden kommen lassen – im Gegenteil: Vor allem beim 0:0 in Karlsruhe (Note 2) hatte er sich als starker Rückhalt gezeigt.

Durchschnittsnote: 3,09, Einsätze: 11, Gespielte Minuten: 990

Jiri Pavlenka

Der Tscheche kehrte nach auskurierter Rückenverletzung und einigen Wochen als Bremer Nummer 2 im Oktober auf die Linie zurück und darf sich seitdem wieder Stammtorhüter nennen. Fehlerfrei ist Pavlenka allerdings nicht geblieben: Zuletzt beim 4:1 in Hannover (Note 5) und auch schon beim 1:1 gegen Schalke (Note 4,5) trug er großen Anteil an einem Gegentreffer, was die Torhüterdiskussion im Winter durchaus wieder anheizen könnte. Noch ist unklar, wie es mit Pavlenka und Werder in Zukunft weitergeht. Der Vertrag des 29-Jährigen läuft im Sommer aus.

Durchschnittsnote: 3,64, Einsätze: 7, Gespielte Minuten: 630

Abwehr des SV Werder Bremen:

Marco Friedl

Gegen Ende der Hinrunde hat der Österreicher das gespielt, was sie bei Werder von ihm sehen wollen – nämlich einen absolut verlässlichen Part in der Dreierkette. Darüber hinaus entwickelte Friedl auch noch Torjäger-Qualitäten, bereits drei Mal hat er getroffen. Bis in den Oktober hinein hatte es in seinem Spiel aber noch starke Schwankungen gegeben – wohl auch, weil er oftmals als Linksverteidiger spielen musste. Schwachen Auftritten wie gegen Paderborn (Note 6), Darmstadt und Sandhausen (jeweils Note 5) standen gute bis ordentliche gegen Heidenheim (Note 2,5) und Karlsruhe (Note 3) gegenüber. In den letzten drei Partien des Jahres (Aue, Regensburg, Hannover) gab es für Friedl dann jeweils die Note 2. Insgesamt hat der Linksfuß nach seinem gescheiterten Versuch, mit einem Streik im Sommer einen Wechsel zu Union Berlin zu erzwingen, die richtige Reaktion gezeigt.

Durchschnittsnote: 3,53, Einsätze: 13, Gespielte Minuten: 1 170

Milos Veljkovic

Mit seinem Skorpion-Kick-Tor im Heimspiel gegen Aue (4:0) hat der 26-jährige Innenverteidiger definitiv für die spektakulärste Szene der Hinrunde gesorgt. Aber auch in seinem eigentlichen Metier, der Defensive, war auf Veljkovic meist Verlass. Seine besten Auftritte zeigte er gegen Aue (Note 1) und Heidenheim (Note 2,5). Seinen schwächsten beim 0:3 in Darmstadt (Note 4,5). Zu Saisonbeginn hatte Veljkovic eine Covid-19-Erkrankung, später dann eine Muskelverletzung für je zwei Spiele zum Pausieren gezwungen. In der Zwischenzeit führte er Werder in drei Spielen (Heidenheim, Darmstadt, Sandhausen) vertretungsweise als Kapitän auf den Platz.

Durchschnittsnote: 3,14, Einsätze: 14, Gespielte Minuten: 1 228

Ömer Toprak

Wenn er fit ist und spielen kann, hebt der 32-Jährige Werders Defensive auf ein höheres Level. Das war während des ersten Saison-Halbjahres mehr als deutlich zu sehen. Das Problem: Toprak war einmal mehr nicht durchgängig fit. Vom siebten bis zum zwölften Spieltag verpasste der Bremer Kapitän in der Innenverteidigung sechs Partien. Grund dafür war eine hartnäckige Wadenverletzung. Davor und danach aber stets mit guten bis sehr guten Auftritten, aus denen der gegen Schalke 04 und der im Rückspiel gegen Hannover 96 (jeweils Note 1,5) besonders herausragten.

Durchschnittsnote: 2,37, Einsätze: 11, Gespielte Minuten: 744

Lars Lukas Mai

Die Leihgabe vom FC Bayern München fehlte zuletzt wegen einer Corona-Infektion, hatte aber auch in den Wochen davor schon einen ziemlich schweren Stand in Bremen. Zum absoluten Stammspieler hat es Mai bisher nicht geschafft, weil er dafür zu oft zu fehlerhaft agierte. Vor allem in den Spielen gegen Paderborn und Sandhausen (jeweils Note 6), wobei er nach letzterem nur noch einmal berücksichtigt wurde. Dass er es besser kann, zeigte der 21-Jährige bei seinen guten Auftritten gegen Ingolstadt (Note 2,5) sowie Heidenheim, Aue und den Hamburger SV (jeweils Note 3). Pünktlich zum Start in die Rückrunden-Vorbereitung soll er wieder zur Mannschaft stoßen.

Durchschnittsnote: 4,15, Einsätze: 11, Gespielte Minuten: 705

Anthony Jung

Mit seinem ersten Tor und seiner ersten Vorlage für Werder hat der 30-jährige Sommer-Neuzugang (kam von Bröndby Kopenhagen) die Hinrunde beim 4:1 in Hannover (Note 1,5) mit einem persönlichen Höhepunkt beendet. Auch zuvor hatte Jung während seiner 15 Einsätze meist solide agiert, sich allerdings gegen Darmstadt und Kiel (jeweils Note 5) auch Ausreißer nach unten erlaubt. Auf der linken Halbposition neben der Dreierkette hat er zuletzt seine beste Position gefunden.

Durchschnittsnote: 3,46, Einsätze: 15, Gespielte Minuten: 1 168

Felix Agu

Von erschreckend schwachen Auftritten wie gegen Paderborn (Note 5,5), Sandhausen und Kiel (jeweils Note 5) bis hin zu starken Leistungen wie gegen Aue und Regensburg (jeweils Note 2) hatte das erste Halbjahr des 22-Jährigen alles zu bieten. In den vergangenen Wochen zeigte Agus Formkurve aber deutlich nach oben. Auf der rechten Halbposition ist er deshalb aktuell gesetzt. Bereitete bisher drei Tore vor.

Durchschnittsnote: 3,62, Einsätze: 14, Gespielte Minuten: 1 028

Mitchell Weiser

Sein Start für Werder hätte nicht besser laufen können – kaum von Bayer Leverkusen nach Bremen ausgeliehen, erzielte er beim 3:0-Erfolg in Ingolstadt (Note 2) einen herrlichen Treffer. Besser sollte es für ihn danach aber nicht mehr werden. Präsentierte sich in den Spielen gegen den HSV, Dresden (jeweils Note 5) und Darmstadt (Note 5,5) völlig neben der Spur und musste sich danach mit der Rolle des Jokers begnügen. Was es zusätzlich kompliziert macht: Weil Mitchell Weiser ungeimpft ist, muss er bei jedem Corona-Fall innerhalb des Teams sofort in häusliche Quarantäne, was bisher zwei Mal der Fall war. Die Partie in Regensburg hat der 27-Jährige, der bis Sommer ausgeliehen ist, deshalb verpasst.

Durchschnittsnote: 4,25, Einsätze: 11, Gespielte Minuten: 409
 
Hinweis: Spieler werden von der DeichStube nur dann benotet, wenn sie mindestens 30 Minuten lang in einer Partie gespielt haben. Eine Durchschnittsnote wird nur bei mindestens drei bewerteten Partien ermittelt. Außerdem wurden jene Profis, die Werder nach Saisonbeginn noch verlassen haben, nicht im Halbjahreszeugnis berücksichtigt. (dco)

Lest auch: Das Werder-Halbjahreszeugnis Teil 2 - Mittelfeld: Romano Schmid dreht auf!

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