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TSG-Direktor Alexander Rosen

Nach dem Pokal-Aus

Hoffenheim-Wut auf Werder-Taktik

Julian Nagelsmann sprach leise, aber seine Stimme zitterte leicht und seine Verärgerung konnte und wollte er nicht verbergen.

„Wir waren klar die bessere Mannschaft und sind total unverdient ausgeschieden“, ätzte der Trainer von 1899 Hoffenheim. Die unerwartete 0:1 (0:1)-Pokalniederlage beim Bundesliga-Vorletzten Werder Bremen ging dem jungen Erfolgscoach sichtlich und auch hörbar an die Nieren.

Und die Begleitumstände umso mehr. Die in der Liga noch sieglosen Hanseaten setzten vor eigenem Publikum konsequent auf strikte Defensive mit nur gelegentlichen überfallartigen Attacken. Eine davon führte in der 30. Minute zu einem Eckball als Ausgangspunkt des einzigen Tor des Tages durch Ishak Belfodil.

"Hat nichts mit Fußball zu tun"

Noch härter ging ein fast schon wütender Alexander Rosen mit der Taktik der Gastgeber ins Gericht. Der 38-Jährige, Direktor Profifußball bei der TSG, sah überhaupt keinen Anlass, nach dem Verpassen des Achtelfinales wieder zur Tagesordnung überzugehen.

„Werder Bremen stand ja einmal für spielerische Blüte. Was da jetzt kommt, hat nichts mit Fußball zu tun. Kampf allein darf nicht genug sein, um Spiele zu gewinnen“, haderte Rosen. (sid)

Einzelkritik: Pavlenkas Parade bringt Werder ins Ziel

Jiri Pavlenka: Vor der Pause fast beschäftigungslos, Beim Kramaric-Freistoß half ihm dann die Latte (52.). Ganz stark, wie er artistisch vor Uth rettete (77.). Und noch besser, wie er in der Nachspielzeit den Kopfball von Benjamin Hübner ans Aluminium lenkte. Note 1,5
Jiri Pavlenka: Vor der Pause fast beschäftigungslos, Beim Kramaric-Freistoß half ihm dann die Latte (52.). Ganz stark, wie er artistisch vor Uth rettete (77.). Und noch besser, wie er in der Nachspielzeit den Kopfball von Benjamin Hübner ans Aluminium lenkte. Note 1,5 © nordphoto
Robert Bauer: Hatte zunächst Probleme mit Zuber und dem schnellen Hack. Doch der rechte Verteidiger biss sich in die Partie und agierte danach solide. Note 3
Robert Bauer: Hatte zunächst Probleme mit Zuber und dem schnellen Hack. Doch der rechte Verteidiger biss sich in die Partie und agierte danach solide. Note 3 © imago
Niklas Moisander: Selbst unter größtem Druck oder bei einer Rudelbildung blieb der Finne ganz cool. Dirigierte geschickt die Viererkette – ein zuverlässiger Abwehrchef. Aber auch ein Glückspilz, denn seine Aktion gegen Uth hätte Elfmeter geben können (74.). Note 2,5
Niklas Moisander: Selbst unter größtem Druck oder bei einer Rudelbildung blieb der Finne ganz cool. Dirigierte geschickt die Viererkette – ein zuverlässiger Abwehrchef. Aber auch ein Glückspilz, denn seine Aktion gegen Uth hätte Elfmeter geben können (74.). Note 2,5 © nordphoto
Milos Veljkovic (r.): Durfte in der Innenverteidigung für Lamine Sane ran, der geschont wurde. Fand nicht immer den optimalen Zugriff und hatte Schwächen in der Spieleröffnung. Das wurde nach der Pause etwas besser, wenngleich er unglücklich den Latten-Freistoß von Kramaric verursachte. Note 3,5
Milos Veljkovic (r.): Durfte in der Innenverteidigung für Lamine Sane ran, der geschont wurde. Fand nicht immer den optimalen Zugriff und hatte Schwächen in der Spieleröffnung. Das wurde nach der Pause etwas besser, wenngleich er unglücklich den Latten-Freistoß von Kramaric verursachte. Note 3,5 © imago
Ulisses Garcia: Die große Überraschung in der Startelf. Als linker Verteidiger zunächst mit großen Problemen im Stellungsspiel. Im Glück, dass seine Attacke gegen Demirbay nicht mit Strafstoß geahndet wurde (15.). Im Spiel nach vorne durchaus mit überraschenden Momenten, aber auch mit einem sehr schlechten Abschluss (68.). Note 4
Ulisses Garcia: Die große Überraschung in der Startelf. Als linker Verteidiger zunächst mit großen Problemen im Stellungsspiel. Im Glück, dass seine Attacke gegen Demirbay nicht mit Strafstoß geahndet wurde (15.). Im Spiel nach vorne durchaus mit überraschenden Momenten, aber auch mit einem sehr schlechten Abschluss (68.). Note 4 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie: Mal wieder eine neue Rolle für den Tschechen – und die füllte er im rechten Mittelfeld ganz ordentlich aus. Mit einigen netten Tricksereien und viel Kampf. Aber auch mit einem schlimmen Abspielfehler, der fast das 1:1 gebracht hätte (72.). Note 3
Theodor Gebre Selassie: Mal wieder eine neue Rolle für den Tschechen – und die füllte er im rechten Mittelfeld ganz ordentlich aus. Mit einigen netten Tricksereien und viel Kampf. Aber auch mit einem schlimmen Abspielfehler, der fast das 1:1 gebracht hätte (72.). Note 3 © nordphoto
Philipp Bargfrede (bis 63.): Der Abräumer! Machte die Mitte dicht, was gegen die schnellen Hoffenheimer und deren starke Pässe in die Tiefe nicht einfach war. Wie ein Bulle versuchte er, das Bremer Spiel nach vorne zu bringen. Dabei manchmal ein echter Dribbelkünstler. Seine frühe Auswechslung überraschte und kann eigentlich nur körperliche Gründe gehabt haben. Note 2,5
Philipp Bargfrede (bis 63.): Der Abräumer! Machte die Mitte dicht, was gegen die schnellen Hoffenheimer und deren starke Pässe in die Tiefe nicht einfach war. Wie ein Bulle versuchte er, das Bremer Spiel nach vorne zu bringen. Dabei manchmal ein echter Dribbelkünstler. Seine frühe Auswechslung überraschte und kann eigentlich nur körperliche Gründe gehabt haben. Note 2,5 © nordphoto
Thomas Delaney (bis 82.): Sein Köpfchen wird immer wichtiger für Werder. Erst verpasste er selbst das 1:0 (15.), dann bereitete er es mit seinem Schädel immerhin noch vor (31.). Neben Bargfrede ein zuverlässiger Arbeiter vor der Abwehr und ein echter Stimmungsmacher, legte sich gerne auch verbal mit dem Gegner an. Note 2,5
Thomas Delaney (bis 82.): Sein Köpfchen wird immer wichtiger für Werder. Erst verpasste er selbst das 1:0 (15.), dann bereitete er es mit seinem Schädel immerhin noch vor (31.). Neben Bargfrede ein zuverlässiger Arbeiter vor der Abwehr und ein echter Stimmungsmacher, legte sich gerne auch verbal mit dem Gegner an. Note 2,5 © nordphoto
Ludwig Augustinsson: Der linke Verteidiger im linken Mittelfeld. Musste Garcia hinten viel helfen. Nach vorne sehr bemüht, aber blieb mit seinen Flanken oft hängen. Note 3
Ludwig Augustinsson: Der linke Verteidiger im linken Mittelfeld. Musste Garcia hinten viel helfen. Nach vorne sehr bemüht, aber blieb mit seinen Flanken oft hängen. Note 3 © nordphoto
Zlatko Junuzovic: Ecke, Tor – 1:0 (31.). Er ist eben Werders Top-Vorbereiter, auch wenn es diesmal wegen Delaneys Kopf keinen Scorerpunkt gibt. Bewegte sich geschickt als hängende Spitze und harmonierte gut mit Belfodil. Note 3
Zlatko Junuzovic: Ecke, Tor – 1:0 (31.). Er ist eben Werders Top-Vorbereiter, auch wenn es diesmal wegen Delaneys Kopf keinen Scorerpunkt gibt. Bewegte sich geschickt als hängende Spitze und harmonierte gut mit Belfodil. Note 3 © nordphoto
Ishak Belfodil (60.): Der Stürmer wirkte wie ausgewechselt im Vergleich zum Köln-Spiel. Ab der ersten Minute total engagiert, setzte Junuzovic sofort stark in Szene (6.). Ließ so manchen Hoffenheimer mit seinen Tricks ziemlich alt aussehen, hielt damit als einzige Spitze auch sehr gut die Bälle. Als Belohnung gab es das 1:0, sein erstes Pflichtspieltor im Werder-Trikot (31.). Nouri nahm ihn wohl mit Blick auf Sonntag runter. Note 2
Ishak Belfodil (60.): Der Stürmer wirkte wie ausgewechselt im Vergleich zum Köln-Spiel. Ab der ersten Minute total engagiert, setzte Junuzovic sofort stark in Szene (6.). Ließ so manchen Hoffenheimer mit seinen Tricks ziemlich alt aussehen, hielt damit als einzige Spitze auch sehr gut die Bälle. Als Belohnung gab es das 1:0, sein erstes Pflichtspieltor im Werder-Trikot (31.). Nouri nahm ihn wohl mit Blick auf Sonntag runter. Note 2 © Gumz
Max Kruse (ab 60.): Konnte den starken Belfodil nicht wirklich ersetzen. Die lange Verletzungspause war ihm deutlich anzumerken. Litt auch darunter, dass seine Kollegen müde wurden. Note 4
Max Kruse (ab 60.): Konnte den starken Belfodil nicht wirklich ersetzen. Die lange Verletzungspause war ihm deutlich anzumerken. Litt auch darunter, dass seine Kollegen müde wurden. Note 4 © nordphoto
Maximilian Eggestein (ab 63.): Längst nicht so präsent wie Bargfrede. Note -
Maximilian Eggestein (ab 63.): Längst nicht so präsent wie Bargfrede. Note - © imago
Florian Kainz (ab 82.): Brachte den knappen Vorsprung mit über die Zeit. Note -
Florian Kainz (ab 82.): Brachte den knappen Vorsprung mit über die Zeit. Note - © Gumz (Archivbild)

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