Nach einem üblen Foul an Nick Woltemade (l.) von Werder Bremen sah Heidenheims Marnon Busch die Rote Karte von Schiedsrichter Benjamin Cortus.
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Nach einem üblen Foul an Nick Woltemade (l.) von Werder Bremen sah Heidenheims Marnon Busch die Rote Karte von Schiedsrichter Benjamin Cortus.

Heidenheimer Platzverweis gegen Werder

Nach grobem Foul an Werders Woltemade: Marnon Busch nur kurz gesperrt

Bremen - Das Foul an Nick Woltemade war heftig, die Strafe fällt aber mild aus: Das DFB-Sportgericht hat Marnon Busch vom 1. FC Heidenheim nach seiner Roten Karte im Spiel gegen den SV Werder Bremen für zwei Spiele gesperrt. Außerdem muss der Ex-Bremer eine Geldstrafe in Höhe von 4.000 Euro zahlen.

Marnon Busch hatte sich nach seinem rohen Einsteigen mit gestrecktem Bein bei Woltemade, der unverletzt blieb, mehrfach entschuldigt. Für den 27-Jährigen war es die erste Rote Karte seiner Karriere. Das DFB-Sportgericht sprach daher nur die Mindestsperre von zwei Spielen aus. Der 1. FC Heidenheim akzeptiert das Urteil. (han) Schon gelesen? Lücken in der letzten Reihe: Wie Ole Werner Werder Bremens Abwehr neu plant!

Zur letzten Meldung vom 15. März 2022:

Nach bösem Foul an Nick Woltemade: 1. FC Heidenheim sagt „Sorry“, Frank Schmidt lobt Werder-Fans

Heidenheim – Kevin Müller schüttelte sich mehrmals angewidert, der Torhüter des 1. FC Heidenheim mochte kaum noch hinsehen. Und in der Tat: Je häufiger die Zeitlupe des Fouls an Nick Woltemade eingespielt wurde, desto unangenehmer wurde die Betrachtung der Bilder. Es war die vielleicht beste Nachricht eines ansonsten aus grün-weißer Sicht enttäuschenden Abends, dass der junge Profi des SV Werder Bremen das Feld trotzdem eigenständig verlassen konnte.

Leicht humpelnd zwar, aber auf seinen eigenen Beinen. Kurz zuvor hatten daran doch einige Zweifel bestanden, denn der Ex-Bremer Marnon Busch hatte ihn in der Schlussphase ziemlich heftig abgeräumt. Schiedsrichter Benjamin Cortus war die Grobheit der Aktion zunächst gar nicht aufgefallen, erst nach Eingriff des Video-Assistenten gab es völlig zurecht die Rote Karte – und anschließend allerlei entschuldigende Gesten der Gastgeber vom 1. FC Heidenheim.

Werder Bremen: Nicht verletzt! Nick Woltemade trainiert nach üblem Rot-Foul schon wieder

Marnon Busch beispielsweise wusste selbst ganz genau, was er da angerichtet hatte. Klaglos akzeptierte er seine Strafe, ging sofort noch einmal zu Nick Woltemade, umarmte ihn kurz und entschuldigte sich. Auch weit nach der Partie bat er die Gegner mehrmals um Verzeihung, schaute extra noch einmal in der Kabine des SV Werder Bremen vorbei. Und auch sein Trainer Frank Schmidt sagte mit Blick auf das überharte Einsteigen: „Das passt zu Marnon eigentlich überhaupt nicht, aber es war eine Rote Karte und sicherlich ein Tick zu viel. Ich hoffe, dass dem Bremer Spieler nichts passiert, er nicht verletzt ist. Das ist das Allerwichtigste.“ Tatsächlich scheint Woltemade glimpflich davongekommen zu sein, beim Spielersatztraining am Sonntagmorgen mischte er jedenfalls schon wieder ohne Einschränkungen mit.

Bei der Suche nach den Gründen für das heftige Foulspiel wurde Heidenheims Chefcoach letztlich bei den Ereignissen der jüngeren Vergangenheit fündig. Sein Team hatte zuletzt einige Niederlagen kassiert, unter anderem gegen den SV Darmstadt 98 noch eine 2:0-Führung verspielt. „Ich glaube, dass das in diesem Moment damit zusammenhing, dass wir in den letzten Wochen immer noch was aus der Hand gegeben haben“, mutmaßte Schmidt, „deshalb war das etwas übermotiviert“.

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Ganz ähnlich sah es Torhüter Müller. Dabei hatte er ähnlich wie der Unparteiische zunächst gar nicht registriert, wie böse der Tritt von Marnon Busch eigentlich war. Nach dem Platzverweis hatte sich der Keeper sogar lautstark beim Referee über die Entscheidung beschwert, nach der auch noch Marvin Ducksch per Freistoß zum 1:2 aus Sicht des SV Werder Bremen traf. Doch wenig später kam das TV-Interview samt Zeitlupen-Einspieler – und die klare Erkenntnis: „Nachdem ich das Foul gesehen habe, nehme ich alles zurück: Die Rote Karte ist gerechtfertigt“, räumte er sichtlich mitgenommen ein. „An dieser Stelle ein Sorry an den Schiedsrichter, das hatte ich in der Situation nicht so wahrgenommen.“

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Es war auch die Angst vor einem noch intensiver brodelnden Hexenkessel, die in diesem Augenblick eine Rolle gespielt hatte. „Das Foul war in der 87. Spielminute. Wenn du da das Gegentor bekommst, kommt natürlich nochmal Stimmung auf“, gestand Kevin Müller, dem während der 90 Minuten nicht entgangen war, welchen Krach die Anhänger des SV Werder Bremen im Gästeblock trotz des für sie ungünstigen Spielverlaufs erzeugt hatten. Ein Umstand, der bei Frank Schmidt richtig gut ankam. „Ich möchte die Bremer Fans hervorheben, die die Blöcke vollgemacht und eine super Stimmung gemacht haben“, lobte der 48-Jährige. „Unsere Fans aber natürlich auch, der Funke ist heute übergesprungen.“ Für einen kurzen Augenblick fraglos zu sehr, aber Nick Woltemade ist ja noch einmal mit dem Schrecken davongekommen. (mbü)

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