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Sportstudio-Moderator Jochen Breyer und Werder-Coach Florian Kohfeldt.

Heimspiel für Werder-Coach beim Aktuellen Sportstudio

Ein HSV-Fan als Kohfeldt-Double

Mainz - Tim Borowski sollte nicht Recht behalten. Der Co-Trainer von Florian Kohfeldt hatte seinem Chef prophezeit, dass dieser mit den etwas sperrigen weißen Sportschuhen beim berühmten Torwandschießen im Aktuellen Sportstudio des ZDF definitiv leer ausgehen werde.

Doch der Werder-Coach bewies Nerven, verwandelte den letzten seiner sechs Versuche. Es war das Happy End eines gelungenen Auftritts, der ziemlich kurios begonnen hatte. Die DeichStube war live vor Ort im Studio in Mainz dabei.

„Den letzten Schuss verwandele ich schon ziemlich souverän“, meinte Kohfeldt nach der Sendung und lächelte zufrieden. Das Duell mit dem Kandidaten Robin war natürlich nur nettes Beiwerk eines besonderen Abends gewesen. Die 1:2-Niederlage gegen den jungen Bayern-Fan konnte der 35-Jährige gut verschmerzen, genauso wie die Tatsache, dass sein eigener Spieler Max Kruse vor einigen Wochen gleich vier Mal getroffen hatte. „Wir spielen ja auch mal wieder Tischtennis“, scherzte Kohfeldt, der bei Werder als bester Mann an der Platte gilt.

Studio wurde zur Heimspielstädte

Lange hatte der Werder-Coach mit einem Auftritt in der legendären Sendung gezögert, viele Einladungen ausgeschlagen. Erst nach geschafftem Klassenerhalt wollte er sich auf dieser großen Bühne präsentieren – und der Termin mit dem Gastspiel am Nachmittag davor in der nur wenige Kilometer entfernten Opel-Arena hätte nicht besser sein können. Zahlreiche Werder-Fans waren auf den Lerchenberg zum ZDF gekommen, machten das Studio zur Heimspielstätte. Moderator Jochen Breyer war begeistert: „So viele Werder-Fans – und ihr habt richtig Oberwasser.“ Damit spielte er natürlich auf den Abstieg des Hamburger SV an. Als bei den Proben vor der Sendung erste Bilder aus Hamburg über die Leinwände flimmerten, da brach bei den Bremer Fans Jubel aus. Die Werderfreunde Weserbergland hatten sogar lautstarke Gesänge angekündigt, hielten sich dann aber doch vornehm zurück.

Vielleicht lag das auch an einer ganz speziellen Geschichte vor der Live-Sendung. Moderator Breyer suchte einen HSV-Fan, fand ihn und knuddelte ihn ganz doll, um Trost zu spenden. Damit aber nicht genug, Tim durfte eine Sonderrolle übernehmen: Er sollte als Kohfeldt-Double den Einmarsch des Werder-Trainers proben. Da ging ein kräftiges Raunen durchs Studio. Kann einem HSV-Fan am Tag des Abstiegs eigentlich noch Schlimmeres widerfahren, als auch noch den Werder-Trainer mimen zu müssen? Die Schadenfreude der Bremer Gäste schien damit zumindest für diesen Abend befriedigt zu sein.

Kohfeldt anfangs noch etwas nervös

Fast eine Stunde lang mussten sie dann auf den großen Auftritt ihres Trainers warten. Geduldig saß Kohfeldt in der ersten Reihe und schaute aufmerksam die Berichte der anderen Spiele. Dann stellte er sich den Fragen von Breyer – anfangs vielleicht noch ein bisschen nervös. Doch schnell bewies der 35-Jährige seine gewohnte Souveränität bei öffentlichen Auftritten – mit einem angenehmen Schuss Humor. Inhaltlich gab es nichts bahnbrechend Neues. Dafür reichten die zehn Minuten Interview nicht aus. Am interessantesten war dabei sicherlich das Thema Kruse.

Der Star im Team hatte in einem Einspieler gestanden, dass er nicht gerade „Hurra, hurra“ geschrien hätte, als nach Alexander Nouri „der nächste Trainer aus der U23“ befördert wurde. „Das ist als junger Trainer auch nicht die leichteste Aufgabe, direkt Max Kruse als Spieler zu bekommen“, meinte Kohfeldt mit einem breiten Grinsen. Ex-Nationalspieler Kruse gilt als schwierig. Doch das sei nur der öffentliche Eindruck, betonte Kohfeldt. Er erinnerte sich an ein langes Gespräch gleich in seiner ersten Woche: „Ich habe Max relativ direkt gesagt: ,Ich glaube, du bist skeptisch. Warum?‘“ Inzwischen sei Kruse zu einer „extremen Vertrauensperson“ geworden.

Fotostrecke: Kohfeldt im ZDF-Sportstudio

Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio.
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio. © Knips
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio.
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio. © Knips
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio.
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio. © Knips
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio.
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio. © Knips
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio.
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio. © Knips
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio.
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio. © Knips
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio.
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio. © Knips
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio.
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio. © Knips
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio.
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio. © imago
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio.
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio. © imago
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio.
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio. © imago
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio.
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio. © imago
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio.
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio. © imago
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio.
Florian Kohfeldt war zu Gast im ZDF-Sportstudio. © imago

Kohfeldt hat ein enges Verhältnis zur Mannschaft, das aber auch Grenzen kennt. Gefeiert wird in den nächsten Tagen getrennt. Das Team fliegt nach Mallorca, der Trainer bleibt in Bremen. „Dafür brauchen die mich nicht“, schmunzelte der Coach. Genauso wie das Publikum im ZDF-Studio. Der Trainer war sehr gut angekommen, musste nach der Sendung zahlreiche Fotowünsche erfüllen – und das längst nicht nur von Werder-Fans, sondern auch von Schalkern, Hannoveranern oder auch Mainzern, die ihm wegen der 1:2-Pleite am Nachmittag längst nicht mehr böse waren.

Anschließend ging es für Kohfeldt und seine beiden Begleiter aus der Medienabteilung des Clubs mit einer vom ZDF gecharterten Maschine zum Flugplatz nach Ganderkesee, dann weiter mit dem Auto nach Bremen. Der erste Auftritt im Sportstudio war ein Erfolg – trotz oder vielleicht auch gerade wegen der etwas sperrigen weißen Sportschuhe.

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