Marvin Ducksch (grün) und der SV Werder Bremen gehen als Tabellenführer in den 24. Spieltag, wo das Nordderby mit dem Hamburger SV wartet.
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Marvin Ducksch (grün) und der SV Werder Bremen gehen als Tabellenführer in den 24. Spieltag, wo das Nordderby mit dem Hamburger SV wartet.

Werder mit Vorfreude auf das Nordderby

„Es wird prickeln“: Tabellenführer Werder Bremen freut sich auf das Nordderby gegen den HSV

Bremen – Wer es bis jetzt immer noch nicht geglaubt hat, dem sollte nun endgültig klar sein: Diese 2. Liga ist wirklich verrückt. Da beendet der SV Werder Bremen am Samstag seine Siegesserie von sieben Erfolgen ausgerechnet mit einem frustrierenden 1:1 gegen Schlusslicht FC Ingolstadt und ist dann doch der große Sieger des Wochenendes. Weil auch die Konkurrenz patzte, steht der Absteiger erstmals in dieser Saison nach einem kompletten Spieltag an der Spitze. Und da passt das nächste Spiel perfekt ins Drehbuch: Denn das Nordderby am kommenden Sonntag zwischen dem Hamburger SV und Werder ist auch die Partie zwischen dem Tabellenersten und -zweiten. Viel mehr geht eigentlich nicht!

„Wir haben uns so oder so auf dieses Derby gefreut. Da spielt die Tabelle gar keine Rolle“, drückte Clemens Fritz als Leiter Profifußball am Sonntagnachmittag allerdings ein wenig auf die Euphoriebremse. Nachvollziehbar, denn ausgerechnet Werders 1:1-Unentschieden gegen Ingolstadt hatte bewiesen, dass Zahlen, Daten und Fakten vor einem Spiel unerheblich sind, wenn dann die eigene Leistung nicht stimmt. Werder Bremen hatte gegen den krassen Außenseiter nicht unbedingt total schlecht gespielt, aber ein paar Prozent weniger Einsatz als sonst gezeigt und damit letztlich zwei Punkte hergeschenkt. „Natürlich ist die Enttäuschung groß, weil unsere Leistung nicht gut war. Das gilt vor allem für das Gegenpressing, das sieht man gut beim Gegentor. Das haben wir in den vergangenen Wochen besser gemacht“, monierte Fritz.

Werder Bremen: Enttäuschung nach dem 1:1-Unentschieden gegen Ingolstadt groß - Blick auf HSV gerichtet

Ingolstadts Filip Bilbija (85.) hatte nach einem erfolgreichen Konter die Führung von Niclas Füllkrug (75.) noch ausgeglichen. „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen“, meinte Ömer Toprak, Kapitän des SV Werder Bremen: „Über sieben Spiele haben wir das wirklich sehr gut gemacht. Aber heute waren wir über 90 Minuten lang nicht so konzentriert, wie die Wochen davor.“ Seinem Chef Clemens Fritz gefiel dieses Eingeständnis: „Es ist gut, dass die Spieler das schon selbstkritisch angemerkt haben. Trotzdem bleiben wir positiv, wir wissen um unsere Qualität. Es war doch klar, dass wir nicht alle Spiele gewinnen werden.“

Eines mehr hätte allerdings schon gereicht, um den Uralt-Startrekord von Trainer Otto Rehhagel aus dem Jahr 1981 einzustellen. Doch das interessierte dessen Nach-Nach-Nachfolger Ole Werner herzlich wenig. Auch er legte lieber den Finger in die eigene Wunde, bemängelte, dass seine Spieler gegen den FC Ingolstadt nicht in allen Situationen mit letzter Konsequenz zu Werke gegangen waren. Wenn dann gleichzeitig auch noch die Tormaschine streikt, wird es eben brenzlig. Marvin Ducksch kam nicht so richtig in die Gänge oder besser gesagt gefährlich in Tornähe – und vorbei war es mit der Super-Serie von sieben Spielen in Folge mit mindestens einem Treffer. Der 27-jährige Stürmer des SV Werder Bremen wird es verschmerzen können, zumal ihm Schlimmeres erspart blieb – nämlich die fünfte Verwarnung und damit eine Gelbsperre ausgerechnet im Nordderby gegen den HSV.

Leonardo Bittencourt kehrt zurück: Werder Bremen kann im Nordderby gegen den HSV in Bestbesetzung antreten

Ducksch wird also gegen den HSV dabei sein, ebenfalls der gegen FC Ingolstadt gelbgesperrte Leonardo Bittencourt, den Ex-Werder- und HSV-Profi Rodolfo Cardoso im DeichStube-Interview als „Drecksau im positiven Sinne“ bezeichnet hat. Auch Marco Friedl, Milos Veljkovic und Felix Agu haben sich nach ihren Blessuren gesund zurückgemeldet. Werder Bremen kann in Bestbesetzung antreten. Der Frust über den Auftritt gegen Ingolstadt dürfte dann auch keine Rolle mehr spielen. „Die Jungs sollen jetzt ihre freien Tage genießen und dann ab Mittwoch eine richtig gute Derbyvorbereitung hinlegen“, gab Fritz als Marschroute aus. Was selbstverständlich klingt, ist es nicht unbedingt. Denn ausgerechnet Ole Werner verriet, dass er mit dem Start in die vergangene Woche alles andere als zufrieden gewesen war. Erst zum Spiel hin sei die nötige Schärfe reingekommen, so der Coach. Hinter Ömer Topraks wutentbranntem Trainingsabbruch am vergangenen Dienstag steckte wohl doch mehr als nur der verkündete Schlag aufs Knie.

Werder Bremen: Trainer Ole Werner erwartet, dass es im Training vor dem Nordderby gegen HSV prickelt

Es herrscht also nicht nur eitel Sonnenschein an der Weser. Doch vor dem Nordderby ist sich Ole Werner sicher: „Die Aufmerksamkeit wird da sein. Es wird vom ersten Trainingstag an prickeln, das wird man auch merken.“ Der 33-Jährige betonte aber zugleich, wie es nun einmal seinem norddeutschen Naturell entspricht: „Inhaltlich und von der Trainingssteuerung her ist es eine normale Woche für uns.“ Für die Fans ganz sicher nicht, sie fiebern dieser Partie schon entgegen. Zumal Werder verkündete, Tickets für die eigenen Fans für das Nordderby zu verkaufen. Das Interesse dürfte so groß sein wie zu besten Bundesliga-Zeiten. (kni)

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