Ilia Gruev steht vor seinen ersten Bundesliga-Einsätzen beim SV Werder Bremen.
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Ilia Gruev steht vor seinen ersten Bundesliga-Einsätzen beim SV Werder Bremen.

Gruev soll erste Bundesliga-Einsätze bekommen

Ilia Gruev und die Gunst der Stunde bei Werder Bremen

Bremen – Mit 15 Jahren wechselte Ilia Gruev 2015 von Rot-Weiß Erfurt zu Werder Bremen – und jetzt steht ihm das Tor zur Fußball-Bundesliga sehr weit offen.

„Ilia wird in dieser Saison seine ersten Einsätze haben“, prophezeit Frank Baumann. Der Sportchef ist mit der Entwicklung des 20-Jährigen sehr zufrieden. Dass er gleichzeitig einen weiteren Sechser, also einen Konkurrenten für Ilia Gruev sucht, sei dabei kein Widerspruch: „Wir haben in der vergangenen Saison gesehen, wie schnell es Ausfälle gibt.“

Aktuell ist Werder Bremen vor der Abwehr etwas dünn besetzt. Nicht ganz unfreiwillig. Die erfahrenen Sechser Philipp Bargfrede und Nuri Sahin bekamen keinen neuen Vertrag, Hoffenheim-Leihgabe Kevin Vogt konnte aus finanziellen Gründen nicht fest verpflichtet werden. Immerhin wurde Patrick Erras ablösefrei vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg geholt – und der 25-Jährige hinterließ in der Vorbereitung einen ordentlichen Eindruck. Eigentlich war auch Rückkehrer Jean-Manuel Mbom nach seiner Ausleihe an den KFC Uerdingen als Alternative für diese Position erwartet worden, doch der 20-Jährige ist inzwischen eher als Backup für Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie vorgesehen.

Werder Bremen: Ilia Gruev schaffte es fünf Mal in den Kader eines Bundesliga-Spiel

Das vergrößert natürlich die Chancen von Ilia Gruev. Der Bulgare wirkt allerdings immer noch etwas zurückhaltend und schmächtig – eben wie einer, der noch recht neu bei den Profis des SV Werder Bremen ist. Dabei durfte er in der vergangenen Saison fast immer mit dem Bundesliga-Team trainieren und schaffte es fünf Mal in den Kader eines Bundesliga-Spiels. „Ilia hat in dem letzten halben Jahr körperlich einen großen Schritt gemacht“, hält Baumann dagegen, gesteht aber auch: „Er ist natürlich noch nicht am Limit, aber er wird da reinwachsen.“ Gruevs Zurückhaltung sieht Baumann dabei überhaupt nicht als Problem an, spricht lieber von einer „sehr guten Erziehung in einem sehr guten Elternhaus“.

Werder Bremen: Papa Ilia Gruev war in der vergangenen Saison Co-Trainer bei den Profis

Das ist auch ein Lob an Papa Ilia Gruev, der vergangene Saison noch Co-Trainer bei den Profis war und sich inzwischen um Werders Leihspieler kümmert. Nun muss der Sohn wieder ohne den Papa auskommen. Ob das ein Nachteil oder sogar ein Vorteil ist, mag Baumann nicht bewerten. „Ilia war immer sehr selbstständig.“ In seiner Zeit im Internat des SV Werder Bremen habe sich der Mittelfeldspieler auch viel um jüngere Kollegen gekümmert. Und längst hat Gruev junior eine eigene Wohnung in Bremen, ist also unabhängig vom Vater.

Er wird erwachsen – auch fußballerisch. Baumann will ihm dabei zwar keinen Druck machen, sagt aber: „Die nächsten ein, zwei Jahre werden entscheidend sein, in welche Richtung es geht. Es ist bei ihm deutlich zu spüren, dass er vorankommen will. Er arbeitet sehr intensiv, beschäftigt sich viel mit Fußball.“

Werder Bremen: Maximilian Eggestein könnte Vorbild für Ilia Gruev sein

Ein gutes Vorbild könnte dabei Maximilian Eggestein sein. Der schaffte es auch aus dem Werder-Internat bis in die Bundesliga. Nun ist der 23-Jährige im Bremer Mittelfeld gesetzt – eigentlich als Achter. Aber der Fast-Nationalspieler kann auch auf der Sechs agieren. Und es ist gut möglich, dass Cheftrainer Florian Kohfeldt zum Saisonstart lieber ihm, dem erfahrenen Bundesliga-Profi (123 Einsätze), vertraut. Es sei denn, Baumann findet noch eine Soforthilfe oder Erras und Gruev nutzen die Gunst der Stunde. (kni)

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