Endgültiges Urteil: Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und damit auch Werder Bremen verlieren im langjährigen Polizeikostenstreit gegen Bremens Innensenator.
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Endgültiges Urteil: Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und damit auch Werder Bremen verlieren im langjährigen Polizeikostenstreit gegen Bremens Innensenator.

SV Werder droht Millionen-Zahlung

Polizeikosten-Streit: Bremer Innensenator Mäurer feiert endgültigen Sieg gegen die DFL – und Werder

Bremen – Ob beim Innensenator der Freien Hansestadt Bremen sogar die Sektkorken geknallt haben, ist nicht bekannt. Zumindest präsentierte sich Ulrich Mäurer (SPD) in einer Pressemitteilung bestens gelaunt als Sieger im langjährigen Polizeikostenstreit mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und damit auch dem SV Werder Bremen.

„Das Bundesverwaltungsgericht hat das juristische Tauziehen der DFL GmbH zu Gunsten der Freien Hansestadt Bremen beendet“, heißt es in dem Text – und Ulrich Mäurer lässt sich mit den Worten zitieren: „Nach der vierten juristischen Niederlage in Serie wird es Zeit für einen Kurswechsel der DFL. Ich werde daher zeitnah das Gespräch mit der neuen Geschäftsführerin Donata Hopfen aufnehmen.“ Der Innensenator hofft, dass sich die DFL nun für die zusätzlichen Polizeikosten bei Hochrisikospielen verantwortlich fühlt und auch nicht wie bislang an die Clubs wie Werder Bremen weiterreicht

SPD-Politiker Ulrich Mäurer geht davon aus, dass weitere Bundesländer dem Bremer Beispiel folgen werden, um die Steuerzahler zu entlasten. Gewünscht ist eine Fondslösung, an der sich alle Mitglieder der DFL, also die 36 Erst- und Zweitligisten, beteiligen. Es geht dabei nicht gerade um wenig Geld. Im Fall Werder Bremen haben sich seit 2015 zusätzliche Polizeikosten in Höhe von 2,6 Millionen Euro angehäuft, von denen die DFL bereits 1,5 Millionen Euro bezahlen musste. Die Hälfte dieser Summe hat die DFL wiederum Werder in Rechnung gestellt, über die Begleichung der anderen Hälfte wird noch gestritten.

DFL-Niederlage im Polizeikosten-Streit: Werder Bremen droht hohe Nachzahlung - „Unbefriedigende Situation“

Die DFL hatte stets argumentiert, nicht der Veranstalter der Spiele zu sein. Und ohnehin sei der Staat für die Polizeieinsätze verantwortlich und müsse daher auch die Kosten tragen. Mehrere Gerichte hatten dieser Sichtweise widersprochen und die Gebührenordnung der Freien Hansestadt für gewinnorientierte Veranstaltungen mit mehr als 5000 Besuchern grundsätzlich als rechtmäßig angesehen. Das Bundesverwaltungsgericht hat nun offenbar einen Schlussstrich unter diesen Rechtsstreit gesetzt. Werder Bremen ist bislang der einzige Club in Deutschland, der für diese Kosten aufkommen muss und fühlt sich dadurch stark benachteiligt.

„Das ist eine unbefriedigende Situation“, meinte Werder Bremens Geschäfsführer Hubertus Hess-Grunewald in einer digitalen Medienrunde: „Wir haben annähernd 800.000 Euro an die DFL real bezahlt – und es sind noch drei Gebührenbescheide in der Pipeline. Es wäre schön für Werder, wenn wir da endlich zu einer einheitlichen Regelung kommen würden. Im Moment haben wir einen Wettbewerbsnachteil, in unserer aktuellen wirtschaftlichen Situation ist das alles andere als leicht zu händeln.“ Der promovierte Jurist wies daraufhin, dass der Polizeikostenstreit – anders, als von Mäurer verkündet – doch noch nicht vorbei sein muss. „Der Rechtsweg ist erschöpft, jetzt kann die DFL entscheiden, Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe zu erheben“, erklärte Hess-Grunewald. (kni)

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