+
Schon wieder auf Reisen: Werders Sportchef Frank Baumann sieht sich in diesen Tagen einige Spiele beim Asien-Cup an.

Werder-Sportchef spioniert in den Emiraten

Fünf Spiele in drei Tagen: Baumanns Intensiv-Scouting beim Asien-Cup

Bremen – Der junge Mann im Sturm des Irak heißt Mohanad Ali, und er ist so etwas wie die angesagteste Personalie beim Asien-Cup. 18 Jahre alt, sehr talentiert, zwei Tore in der Vorrunde. Europäische Clubs, angeblich sogar Borussia Dortmund, sollen schon ein Auge auf ihn geworfen haben. Werder auch?

Frank Baumann könnte den Irak und Mohanad Ali am Dienstag live unter die Lupe nehmen, denn der Bremer Sportchef befindet sich gerade auf einem Drei-Tage-Trip durch die Vereinigten Arabischen Emirate, um sich möglichst viele Spiele des Achtelfinals des Asien-Cups anzuschauen. „Es ist eine gute Gelegenheit, sich einen Überblick über die asiatischen Teams zu verschaffen“, sagt Baumann, der die Reise in die Rubrik „Grundsätzliche Sichtung“ einsortiert. Um eine Verstärkung für die noch laufende Transferperiode geht es nicht.

Vielleicht wird auch nie einer der Spieler, die jetzt noch im Asien-Cup vertreten sind und auch noch in Asien spielen, in der Bundesliga, geschweige denn bei Werder auftauchen. Doch gucken kostet ja nichts, denkt sich Baumann und macht in den Emiraten den Stadionhopper. Am Sonntag war es die Partie Iran - Oman (2:0), die er sich angesehen hatte, am Montag Japan - Saudi-Arabien (1:0) und anschließend Australien - Usbekistan. Für Dienstag stehen Südkorea - Bahrain und auch noch Katar - Irak auf dem Programm.

Baumann: Japan, Südkorea, Australien und Iran sind interessant

Fünf Spiele in drei Tagen – die kurzen Wege zwischen den Stadien machen es möglich, von einem Spiel zum anderen zu springen. Nicht jedes Team ist aber auch wirklich interessant, gibt Baumann zu, schon gar nicht in der Vorrunde. Die zu scouten, hätte kaum Sinn ergeben. „Das haben wir gelassen. Aber die Märkte in Japan, Südkorea, Australien und dem Iran sind schon interessant für uns. In Kirgisien ist wahrscheinlich eher nichts dabei.“

Es wäre auch falsch zu glauben, dass sich Baumann in Städten wie Schardsha, Al-Ain und Abu Dhabi auf die Tribüne setzt, um sich von asiatischer Fußball-Exotik berieseln zu lassen. Dafür ist der Aufwand zu groß. Es geht – neben dem Erhaschen von Gesamteindrücken, Entwicklungen und Tendenzen – ganz konkret um einzelne Spieler. „Die interessanten Namen sind uns natürlich bekannt. Da guckt man schon gezielt“, sagt Baumann, der aber niemals verraten würde, wen er da im Fokus hat: „Nähere Details kann ich nicht nennen.“

Takehiro Tomiyasu spielt für Japan beim Asien-Cup und könnte viele interessierte Augen auf sich gezogen haben.

Am Dienstag dürfte ihm ein Mann aufgefallen sein, für den er eigentlich nicht bis nach Asien reisen müsste, um ihn spielen zu sehen. Denn Takehiro Tomiyasu steht beim belgischen Erstligisten VV St. Truiden unter Vertrag und ist mittlerweile zur Stammkraft im japanischen Nationalteam aufgestiegen. Gegen Saudi-Arabien erzielte der Verteidiger das Tor des Tages, machte so den Einzug der „Samurai Blue“ ins Viertelfinale perfekt.

Vor wenigen Wochen war der 20 Jahre alte Innenverteidiger schon einmal mit Werder in Verbindung gebracht worden. Wilde Meldungen um ein Bremer Sechs-Millionen-Angebot und eine Zehn-Millionen-Forderung der japanischen Club-Investoren rankten sich um den 1,88 Meter großen Abwehrspieler, der damals noch als Talent für die Zukunft galt. Doch die Zukunft hat für ihn schon beim Asien-Cup begonnen. Drei der vier Spiele der japanischen Auswahl hat er über die volle Distanz bestritten, nur im letzten Gruppenspiel wurde er geschont.

Alle Transfer-News und -Gerüchte gibt‘s in unserem Ticker!

Osako bei Viertelfinal-Einzug nur Zuschauer

Dass er einer der Gründe ist, weshalb Baumann in den Emiraten auf Spionagetour gegangen ist, sollte nicht ausgeschlossen werden. Denn die Bremer müssen in der Innenverteidigung tätig werden – perspektivisch, um die Nachfolge von Niklas Moisander (33) zu regeln oder gar als Sofortmaßnahme. Tomiyasu gilt als beidfüßig, könnte also beide Innenverteidiger-Positionen bekleiden.

Übrigens: Auf Yuya Osako musste Frank Baumann am Dienstag verzichten. Der Werder-Profi kam beim 1:0-Achtelfinalsieg der Japaner gegen Saudi-Arabien überraschend nicht zum Einsatz. „Yuya hatte sich ganz normal warmgemacht, saß dann aber nur auf der Bank“, berichtete Baumann, der nach dem Spiel aber keinen Kontakt mehr zu Osako aufnehmen konnte. Das nächste Spiel wartete schon auf den Werder-Sportchef. Osako hatte im ersten Vorrundenspiel zwei Tore erzielt, kam danach aber wegen Hüftproblemen nicht mehr zum Einsatz. Im Viertelfinale am Donnerstag trifft Japan auf den Vietnam.

Schon gesehen?

Erste Eindrücke von Werder-Neuzugang Romano Schmid

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare