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Matthias Hönerbach golfte Anfang der Woche in Syke und sprach dabei auch über seinen Ex-Club Werder.

Ehemaliger Werder-Co-Trainer Hönerbach spricht über seinen Ex-Club

„Für Claudio Pizarro tut es mir leid“

Syke - Acht Jahre – von 2005 bis 2013 – war Matthias Hönerbach Co-Trainer bei Werder. Auch danach arbeitete er bei Frankfurt und Hannover 96 an der Seite von Thomas Schaaf. Aktuell ist der 55-Jährige auf Jobsuche und hat deshalb mehr Zeit als sonst für sein großes Hobby: Golf.

Also war der Ex-Profi natürlich auch dabei – beim Major-Turnier der Gofus, der Golfspielenden Fußballer, in Syke. Mit der DeichStube sprach Hönerbach über die aktuelle Situation bei Werder und litt dabei mit Claudio Pizarro, den er selbst in Bremen als Spieler hatte.

Herr Hönerbach, was trauen Sie Werder in dieser Saison zu?

Matthias Hönerbach: Ähnliches wie letzte Saison – zwischen Platz sechs und neun. Werder hat sich als Team gut formiert, spielt inzwischen wieder einen attraktiven Ball.

Auf welchen Werder-Spieler freuen Sie sich besonders?

Hönerbach: Auf Max Kruse. Das ist ein Spieler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten.

War es richtig, den Vertrag mit Claudio Pizarro nicht mehr zu verlängern?

Hönerbach: Jein. Sportlich wird es aufgrund des Alters für Claudio immer schwerer, sich durchzusetzen. Auf der anderen Seite war er ein ganz besonderes Gesicht von Werder Bremen. Er ist eine Kultfigur. Er kann die jungen Spieler weiterbringen. Für Claudio tut es mir leid, aber ich kann die sportliche Leitung auch verstehen.

Muss sich Werder noch verstärken?

Hönerbach: In der Abwehr kann man immer noch einen Backup gebrauchen – und ein Spieler fürs Mittelfeld mit Kreativität und Torgefahr wäre auch nicht schlecht.

Wie bewerten Sie die Arbeit von Trainer Alexander Nouri?

Hönerbach: Die Arbeit muss gut sein, sonst hätte die Mannschaft nicht so einen Sprung nach vorne gemacht.

Werder hat erstmals einen Chinesen verpflichtet und gleichzeitig Sponsoren aus China bekommen. Das wirkt wie ein Marketing-Gag. Was halten Sie davon?

Hönerbach: So etwas gab es doch schon immer. Das ist normal im heutigen Fußball. Man versucht, überall her Geld zu kriegen. Und ein gewisses Talent wird dieser Zhang schon haben. Vielleicht kann er sich ja doch durchsetzen. In den 70er Jahren hat man auch gelacht, als der 1. FC Köln Okudera aus Japan verpflichtet hat. Und der war dann richtig gut.

Hat Werder auf Dauer überhaupt die Chance gegen die ganzen finanzstärkeren Clubs in der Bundesliga zu bestehen?

Hönerbach: Von 2003 bis 2010 war die Situation ähnlich – und wir haben oben mitgespielt. Werder hat sich immer dadurch ausgezeichnet, ein extrem gutes Auge für Talente zu haben. Du kannst dich immer gegen die Größeren durchsetzen, denn Geld allein garantiert dir noch keine guten Leistungen. Es muss alles passen. Du musst nur sehr fleißig sein und den Spielern viel Vertrauen schenken.

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