Präsident Hubertus Hess-Grunewald sorgte mit einem Wahl-Vorschlag für Irritationen beim SV Werder Bremen.
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Präsident Hubertus Hess-Grunewald sorgte mit einem Wahl-Vorschlag für Irritationen beim SV Werder Bremen.

Hess-Grunewald sorgt für Konkurrenz

Irritationen vor den großen Wahlen beim SV Werder Bremen

Bremen – Der Countdown läuft: Nur noch gut eine Woche haben Mitglieder des SV Werder Bremen die Möglichkeit, sich für ein Amt im geschäftsführenden Präsidium des Vereins zu bewerben. Dabei spielt der Wahlausschuss wieder eine besondere Rolle – und wegen der Suche nach Kandidaten für den Posten des Vize-Präsidenten gibt es Irritationen im Club. Denn die Grün-Weißen könnten noch roter werden, was die Parteizugehörigkeit der Führungskräfte betrifft. Außerdem hat eine Abteilungsleiterin Konkurrenz aus den eigenen Reihen bekommen, wobei ausgerechnet Präsident Hubertus Hess-Grunewald mitgewirkt hat.

Am 20. November wird bei der Mitgliederversammlung in der Glocke in Bremen gewählt – der Präsident, sein Vize und der Schatzmeister. Eine echte Wahl haben die Mitglieder des SV Werder Bremen dann allerdings nicht, der Wahlausschuss benennt gemäß der Satzung jeweils nur einen Kandidaten für die drei Ämter. Das siebenköpfige Gremium, das sich aus Mitgliedern des Ehrenrats (vier) und des Präsidiums (3) zusammensetzt, besitzt also wie schon vor einem Jahr bei der Wahl der Kandidaten für den Aufsichtsrat größtmöglichen Einfluss. Allerdings sind diese Entscheider auch von den Mitgliedern gewählt worden. Der Verein verspricht sich dadurch eine größere Stabilität. Kampfabstimmungen wie zuletzt bei Hertha BSC oder in der Vergangenheit beim Hamburger SV mit zuweilen unschönen Folgen sollen so vermieden werden. Beim SC Freiburg wird das zum Beispiel ähnlich gehandhabt.

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Einziger Kandidat: Werder Bremen-Präsident Hubertus Hess-Grunewald steht wohl vor der Wiederwahl

Hubertus Hess-Grunewald muss sich bislang keine Sorgen um seine dritte Amtszeit machen. Er ist nach Informationen der DeichStube der einzige Kandidat. In Folge der geplanten Strukturreform wird der 61-Jährige am Jahresende als Geschäftsführer der ausgegliederten Profi-Abteilungen ausscheiden, um dann den Vorsitz im Aufsichtsrat zu übernehmen. Dort sitzt bereits Schatzmeister Axel Plaat, der ebenfalls weitermachen will und dabei bislang konkurrenzlos ist.

Ganz anders stellt sich die Situation beim Vize-Präsidenten dar. Der Verzicht von Jens Höfer auf dieses Amt ist schon lange bekannt. Deshalb hat sich Hess-Grunewald bereits vor Monaten auf die Suche nach einem Nachfolger gemacht und schließlich Janne Herzog vorgeschlagen, die Schrift- und Pressewartin der größten Werder-Abteilung Turnspiele und Gymnastik. Deren Vorsitzende ist Claudia Lasch, die von Hess-Grunewalds Initiative wenig begeistert gewesen sein soll, weil sie selbst dieses Amt anstrebt und dafür nun auch kandidiert.

Die SPD ist sowohl im Präsidium als auch im Aufsichtsrat des SV Werder Bremen vertreten

Bemerkenswert ist zudem: Janne Herzog arbeitete bis zu ihrer Elternzeit im direkten Umfeld von Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) und ist als engagiertes SPD-Mitglied Jugendbeauftragte des Beirates Östliche Vorstadt. Hubertus Hess-Grunewald besitzt ebenfalls ein rotes Parteibuch und wurde von der SPD als sogenannter Quereinsteiger für die Bürgerschaftswahl 2023 aufgestellt. Auch im aktuellen Werder-Aufsichtsrat ist die SPD durch die ehemalige Staatsrätin Ulrike Hiller vertreten. Neu sind diese Verflechtungen mit der Politik beim Traditionsclub allerdings nicht. Willi Lemke war zu seiner Zeit als Bremer Senator auch Aufsichtsratsvorsitzender bei Werder Bremen.
 
Die Entscheidung liegt nun zunächst beim Wahlausschuss. Dessen Vorsitzender Norbert Sunder wollte sich mit dem Verweis auf Vertraulichkeit genauso wie alle anderen Beteiligten nicht öffentlich zu dem Thema äußern. (kni)

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