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Ishak Belfoldils Berater macht ordentlich Rabatz, doch für den Spieler hat das keine Konsequenzen.

Werder-Sportchef Baumann scharf attackiert

Belfodil darf trotz Berater-Rabatz spielen

Bremen - Der Berater von Ishak Belfodil macht ordentlich Rabatz, greift Werder-Sportchef Frank Baumann via Medien verbal hart an – doch für den Spieler hat das keine Konsequenzen. Der Stürmer darf am Samstag im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen sogar auf einen Einsatz in der Startelf hoffen.

„Das ist eine sportliche Entscheidung. Da lassen wir uns von Dingen, die in der Zeitung stehen oder von Dritten gesagt werden, nicht beeinflussen“, sagte Werder-Coach Florian Kohfeldt nach dem Abschlusstraining und betonte: „Ich habe Ishak heute engagiert im Training gesehen, das war okay – und deswegen hat er auch eine realistische Chance zu spielen oder eingewechselt zu werden.“ Auch Sportchef Baumann schloss Konsequenzen für Belfodil aus: „Nur, weil ein Berater mal was sagt, hat es nicht gleich Auswirkungen.“

Allerdings waren es nicht irgendwelche Aussagen von Mohamed Al Faiech. Der Belfodil-Berater hatte Baumann via „Bild“-Zeitung scharf attackiert. Es geht darum, wer schlussendlich die Kaufoption für Belfodil gekündigt hat. Der Algerier ist nur bis Saisonende von Standard Lüttich ausgeliehen. Al Faiech hatte Baumanns Version von einer gemeinsamen Entscheidung am Mittwoch gegenüber dem „kicker“ widersprochen. Daraufhin folgte am Donnerstag auf der Pressekonferenz für das Leverkusen-Heimspiel das Dementi von Baumann, der dabei auf einen entsprechenden Schriftverkehr verwies.

Am Freitag nun ließ Al Faiech die „Bild“-Zeitung Auszüge aus dem Vertrag des Spielers und Schriftstücke von Werder abdrucken. Aus denen geht hervor, dass Belfodil schon Mitte Dezember von dem vertraglich zugesicherten Recht, die Kaufoption selbst zu löschen, Gebrauch gemacht hat. Ein ungewöhnliches Vorgehen des Beraters, der Baumann damit öffentlich der Lüge bezichtigte und hervorhob: „Kein seriös arbeitender Verein in der Bundesliga würde so eine Klausel eingehen. So ist es menschlich, dass sie sich aus der Geschichte rauswinden möchten.“

Baumann reagierte relativ gelassen auf die Vorwürfe. „Alles was an Dokumenten nun zufällig aufgetaucht ist, widerspricht meinen Ausführungen in keiner Weise“, sagte der Sportchef und blieb bei seiner Darstellung: „Wir haben gemeinsam entschieden, dass wir Standard Lüttich mitteilen, dass die Kaufoption nicht gezogen wird.“ Alles weitere sei nur ein formeller Akt gewesen.

Wechselt Belfodil zu 1899 Hoffenheim

Näher wollte Baumann darauf nicht eingehen, aber sein Angebot „Nach der Saison kann ich gerne noch etwas dazu sagen“ ließ schon tief blicken. Das Verhalten des Beraters schmeckt ihm gar nicht, kann es auch gar nicht. Schließlich hat dieser vertrauliche Dokumente weitergegeben. Das macht eine weitere Zusammenarbeit über das Saisonende hinaus eigentlich unmöglich.

Bis dahin soll aber Ruhe herrschen. Spannend wird sein, wie sich Belfodil nun verhält. Hängt er sich gegen Leverkusen voll rein oder lässt er sich hängen? Sein Berater sondiert derweil weiter den Markt und rechnet offenbar mit einem Verbleib des Algeriers in Deutschland. Dabei soll nach Informationen von „Sport1“ die TSG 1899 Hoffenheim Interesse an einer Verpflichtung haben. Belfodil könnte dort Mark Uth ersetzen. Der Angreifer wechselt zum FC Schalke 04. Mit Wechseln kennt sich Belfodil bestens aus: Zehn Transfers seit 2009, an denen acht Clubs beteiligt waren. Am Saisonende macht sich der Wandervogel wahrscheinlich wieder auf die Reise.

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