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Ivan Klasnic, Stürmer-Legende des SV Werder Bremen, feiert am Mittwoch seinen 40. Geburtstag. 

Ex-Werder-Stürmer feiert Geburtstag

Werder-Legende Ivan Klasnic wird 40: „Ich fühle mich gut und möchte 100 werden“

Syke/Hamburg – Sieben Jahre lang ging Ivan Klasnic für den SV Werder Bremen auf Torejagd und noch heute feiern die Bremer Fans den Double-Helden von 2004. 77 Treffer schoss Klasnic in 205 Pflichtspielen für die Grün-Weißen. Am Mittwoch feiert der „Killer“ seinen 40. Geburtstag.

Irgendwann, das Gespräch neigt sich da bereits dem Ende zu, fällt dieser Satz, der sofort aufleuchtet. Der heraussticht aus all den anderen, die vorher gesprochen wurden, weil er mit neun einfachen Worten ausdrückt, wofür sein Urheber früher einmal stand und heute mehr denn je steht: „Ich bin ein Typ, der immer nach vorne geht.“ Gesagt hat ihn Ivan Klasnic

Der Ex-Stürmer und Double-Held des SV Werder Bremen, der Mann, den sie „Killer“ nannten – und der mit „immer nach vorne“ nach mittlerweile drei Nierentransplantationen längst nicht mehr den Strafraum, sondern seine optimistische Sichtweise auf die Zukunft meint. Am Mittwoch feiert Ivan Klasnic seinen 40. Geburtstag. „Ich fühle mich gut, bin glücklich und möchte 100 Jahre alt werden“, sagt er. Ein Telefongespräch.

Werder Bremen: Ivan Klasnic erklärt seinen „Haarflaum“

Leicht zu stellen ist die Frage nicht, weil sie doch arg persönlich ist und am anderen Ende der Leitung falsch verstanden werden könnte. Andererseits ist da aber dieser Eindruck aus Oldenburg, Anfang Januar. Vom Hallenturnier der Traditionsmannschaften – von Klasnic im Werder-Trikot, nur noch wenige Haare auf dem Kopf, die Gesichtszüge irgendwie anders. 

„Ach die Haare“, kürzt Klasnic das Thema ab, „wenn die bei einem hellen Typen wie mir fehlen, sieht es schnell so aus, als ob man krank wäre. Es ist aber nichts Dramatisches. Mit der Niere hat die Sache nichts zu tun.“ Vielmehr sei ein Virus dafür verantwortlich gewesen. „Der hat meine Haarwurzeln attackiert, wodurch sie sich verändert haben. Es war ja zu sehen, dass die Haare heller geworden sind und wie ein Flaum waren“, erklärt Klasnic, der inzwischen am ganzen Körper keine Haare mehr hat. 

Ivan Klasnic in Aktion: Der Stürmer kickte auch 2020 im Trikot der Tradionsmannschaft des SV Werder Bremen beim Hallenturnier in Oldenburg.

Ivan Klasnic über Umgang mit seiner Niere: „Will ein Vorbild für meine Kinder sein“

„Natürlich hoffe ich, dass sie wiederkommen, aber ich lasse mich von so etwas nicht runterziehen.“ Immer nach vorne. Klasnic hat schließlich schon ganz andere Dinge durchgestanden. Die Niereninsuffizienz, diagnostiziert im November 2005. Die Transplantationen, im Januar und März 2007 sowie im November 2017. Dazu der andauernde Rechtsstreit mit zwei Ärzten, die die Erkrankung nicht erkannt haben sollen. Heute sagt der Ex-Profi: „Ich bin ein positiver Mensch. Was passiert ist, ist passiert. Ich kann es nicht ändern.“

Deswegen ist der runde Geburtstag für Klasnic auch kein Zeitpunkt, um zurückzublicken. Er blickt lieber in die andere Richtung. Im kleinen Kreise, Freunde, Familie, wird am Mittwoch gefeiert. Vor fünfeinhalb Monaten ist Klasnic das zweite Mal Vater geworden, Töchterchen Iva und deren ältere Schwester Fabiana-Collien (13) halten ihn auf Trab. „Es ist doch klar, dass ich ein Vorbild für meine Kinder sein will und mich nicht hängen lasse“, sagt er – und betont: „Noch kann ich ja mithalten. So lange das so ist, ist alles gut.“ Ein Satz, der sich bei Klasnic problemlos auch auf den Fußball übertragen lässt.

Ivan Klasnic steht zweimal die Woche auf dem Fußballplatz: „Ich habe keine Angst“

Zwei Mal in der Woche steht der ehemalige Stürmer, der in seiner Laufbahn in 154 Bundesligaspielen 50 Tore erzielt hat, noch auf dem Platz. Montags mit Freunden, darunter auch Ex-HSV-Profi Ivica Olic („Bei uns ist immer Nordderby“), mittwochs als Spielertrainer von Croatia Hamburg, Ü32-Verbandsliga. Um seine Niere sorgt er sich dabei nicht. „Ich habe keine Angst. Den Schutzgurt trage ich schon lange nicht mehr“, sagt Klasnic, der sein Geld inzwischen als Spielerberater verdient und zudem in ein Unternehmen investiert, das Bluetooth-Kopfhörer produziert. Insgesamt, so klingt es während des Telefonats mehrfach durch, ist er mit seinem Leben zufrieden. 

„Ich erlebe die Dinge bewusst, denn so ein Leben kann schnell vorbei sein“, sagt Klasnic, der dunkle Gedanken an die Zukunft nicht an sich heranlässt. Dass eines Tages eine erneute Nierentransplantation nötig sein wird, weiß der Stürmer auch. „Aber soll ich mich deshalb verkriechen? Ich freue mich lieber, dass meine Niere schon zwei Jahre gehalten hat.“ Immer nach vorne. (dco)

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