Mbom mit Fehler im Frankfurt-Spiel

Fritz ist sich sicher: Werder-Talent Mbom braucht nach Patzer „keine Aufbauhilfe“

Bremen – Erst das beeindruckend abgeklärte Bundesliga-Debüt auf Schalke, danach dann vier mehr als nur ordentliche Spiele – und nun: der erste größere Fehler. Hinter Jean-Manuel Mbom liegen äußerst ereignisreiche Wochen, seit er Ende September zu einem festen Bestandteil der Startformation von Werder Bremen wurde.

„Er ist mit seiner Physis und seiner Präsenz unglaublich wichtig für uns“, betont Werders „Leiter Profifußball“ Clemens Fritz, der nicht davon ausgeht, dass Mbom nach dessen Patzer während des Auswärtsspiels in Frankfurt nun in ein Loch fallen könnte. In der 65. Minute hatte der 20-Jährige den Ball an der Außenlinie auf Höhe des eigenen Strafraums leichtfertig verloren. Die Folge: Aymen Barkok sah Daichi Kamada, der wiederum Andre Silva sah – und Werder Bremen und Manuel Mbom sahen alt aus: 1:1. Sicher hatte Mbom den Gegentreffer nicht alleinig, aber doch entscheidend mitverschuldet. „Wir sind uns darüber bewusst, dass wir eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft haben“, sagt Fritz, „und das bringt nun mal mit sich, dass wir Fehler machen.“ Das sei völlig normal, und speziell für einen Typen wie Mbom kein allzu großes Problem.

Werder Bremen: Vorherigen Leistungen von Manuel Mbom überzeugend

„Manu ist ein sehr reflektierter und aufgeräumter Junge, der gewillt ist, sich stetig weiterzuentwickeln. Er kann das sehr gut einschätzen“, sagt Fritz – und hält fest: „Ich habe nicht das Gefühl, dass er Aufbauhilfe braucht.“ Gemeinsam mit dem Jungprofi hatte der erfahrene Ex-Profi noch in Frankfurt über die Szene gesprochen, Tenor: bitter ja, aber größer machen als es ist, sollte man es auch nicht. Dafür waren Mboms vorherigen Leistungen für den SV Werder Bremen auch zu überzeugend gewesen. Dass Jean-Manuel Mbom in der Bundesliga bestehen kann, ist längst deutlich geworden. „Jetzt wird er positiv nach vorne schauen und sich im Training die Sicherheit zurückholen“, kündigt Fritz an. Und weiter: „Er ist einfach nicht der Typ, der sich von so etwas beeinflussen lässt. Da machen wir uns überhaupt keine Sorgen um ihn.“ (dco)

Zur letzten Meldung vom 02. November 2020:

Werder-Trainer Kohfeldt schützt Jean-Manuel Mbom nach Fehler: „Keiner reißt ihm den Kopf ab“

Bremen – Er ist die Entdeckung des SV Werder Bremen in dieser noch jungen Saison, doch in Frankfurt erlebte der noch junge Jean-Manuel Mbom nun den schmerzhaftesten Tag in seiner noch jungen Bundesliga-Karriere – sowohl körperlich als auch seelisch.

Letzteres dürfte ihn noch ein bisschen beschäftigen, denn sein Fehler führte zum 1:1-Endstand und verhinderte womöglich einen Auswärtssieg des SV Werder Bremen. Doch Werder-Coach Florian Kohfeldt nahm den 20-Jährigen ausdrücklich in Schutz. „Keiner wird ihm den Kopf dafür abreißen.“, sagte Kohfeldt über die Szene in der 65. Minute. An der Außenlinie in Höhe des eigenen Strafraums hatte Jean-Manuel Mbom den Ball ziemlich leichtfertig gegen Aymen Barkok vertändelt. Der eingewechselte Frankfurter bediente Daichi Kamada, der wiederum Andre Silva – und schon zappelte die Kugel zum 1:1 im Netz. „Ja, ,Manu' hat den Ball verloren, das war nicht gut. Das war aber auch der Beginn einer Fehlerkette. Wir können das Tor trotzdem noch verhindern. Das muss man auch klar sagen“, betonte Florian Kohfeldt und war damit noch lange nicht fertig: „Hey, der macht sein fünftes Bundesligaspiel, wenn der keinen Fehler machen würde – ganz ehrlich, dann hätten wir in den letzten zwei Jahren ziemlich viel falsch gemacht, dass wir ihn erst jetzt Bundesliga spielen lassen. ,Manu' hat mein volles Vertrauen.“

Werder Bremen mit Jean-Manuel Mbom noch ungeschlagen - Florian Kohfeldt baut Talent nach Fehler auf

Allerdings hatte Kohfeldt den Mittelfeldspieler, der im Sommer nach einjähriger Ausleihe an den Drittligisten KFC Uerdingen an die Weser zurückgekehrt war, nur wenige Minuten nach dem Ausgleich ausgewechselt. Das dürfte es für Jean-Manuel Mbom in der Verarbeitung des Fehlers nicht einfacher machen. „Der fällt in kein Loch – auf gar keinen Fall“, hielt Kohfeldt dagegen: „Wir werden das ansprechen, ihm sagen, was die Lösungsmöglichkeiten in der Situation gewesen wären. Und weiter gehts!“ Schon direkt nach dem Abpfiff war Kohfeldt zu seinem jungen Spieler gegangen und hatte ihm fürsorglich das Gesicht getätschelt. Der endgültige Vertrauensbeweis könnte dann am Freitag beim nächsten Spiel des SV Werder Bremen gegen den 1. FC Köln mit einem erneuten Platz in der Startelf folgen. Fünf Mal in Folge hatte Mbom zuletzt beginnen dürfen und dabei überzeugen können. Mit ihm ist Werder noch ungeschlagen, denn beim Ligaauftakt gegen Hertha BSC (1:4) war er noch kein Thema gewesen.

Werder Bremen: Jean-Manuel Mbom muss nach Fehler gegen Eintracht Frankfurt erstmals Lehrgeld zahlen

Nun ist er ein großes Thema geworden – erst mit guten Leistungen, nun mit einem Fehler. „Wir sind in der Zusammenstellung einer komplett neuen Mannschaft. Da gehört so etwas dazu“, verwies Kohfeldt auf den neuen Weg des SV Werder Bremen, viele junge Spieler einzubauen. Jean-Manuel Mbom ist mit seinen 20 Jahren einer davon, der nun erstmals Lehrgeld bezahlen musste. Und die Partie auch körperlich in Erinnerung behalten dürfte. Einmal hatte er den Ball dorthin bekommen, wo ihn ein Mann einfach nicht hinbekommen möchte. Und dann war ihm der Frankfurter Almamy Toure bei so heftig in den Rücken geflogen, dass fast die Bandscheiben herausgeflogen wären. Doch Mbom rappelte sich wieder auf, verzichtete sogar auf eine Behandlungspause, ist also hart im Nehmen. (kni/csa)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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