Manuel Mbom brennt darauf, sich seinen Wunschtraum zu erfüllen: in der Bundesliga für Werder Bremen aufzulaufen.
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Manuel Mbom brennt darauf, sich seinen Wunschtraum zu erfüllen: in der Bundesliga für Werder Bremen aufzulaufen.

Mbom in neuer Rolle eingeplant

Werder-Rückkehrer Manuel Mbom: „Ich bin als Mensch gereift“

Bremen – Es gibt, ganz tief im Weserstadion, einen Ort, an dem Manuel Mbom viele Stunden verbracht hat. An den er immer wieder zurückgekehrt ist, viele Jahre lang. Zum Teil, weil er es musste, ging eben nicht anders. Aber auch, weil er es unbedingt wollte. An den Hausaufgabenraum des Werder-Internats, das in der Ostkurve des Stadions untergebracht ist, denkt der 20-Jährige heute jedenfalls gerne zurück. Schließlich gibt es dort dieses Fenster, das besten Blick aufs Spielfeld des SV Werder Bremen bietet.

„Wir standen oft davor und haben die Spiele geschaut“, sagt Manuel Mbom, für den der sattgrüne Rasen damals, als Jugendspieler, ein Sehnsuchtsort, der Blick durchs Fenster wie ein Blick in die erhoffte Zukunft war. „Es ist immer noch mein riesengroßer Traum, für Werder Bremen in der Bundesliga zu spielen“, sagt Mbom heute, ein breites Grinsen im Gesicht. Denn läuft alles nach Plan, dürfte dieser Traum in der kommenden Saison endlich in Erfüllung gehen.

Nach einer einjährigen Ausleihe an den Drittligisten KFC Uerdingen hat Werder sein Talent in diesem Sommer zurückgeholt – und ihm einen neuen Status verpasst: Manuel Mbom, der eigentlich Jean-Manuel Mbom heißt, bei Werder Bremen aber nur Manuel, oder noch kürzer Manu genannt wird, gehört ab sofort fest dem Profikader von Trainer Florian Kohfeldt an. „Es ist schön, wieder hier zu sein“, sagt er. Groß eingewöhnen muss er sich nicht. Schließlich kennt er den Verein, wie er selbst sagt, „in- und auswendig“. Im Alter von 13 Jahren war Mbom 2013 vom JFV Göttingen nach Bremen gewechselt, durchlief danach die komplette Jugendabteilung des Vereins – und war in seinen Mannschaften immer einer der Leistungsträger. 

Werder Bremen: Leihe zum KFC Uerdingen hat Manuel Mbom sportlich aber auch menschlich reifen lassen

Höhepunkt: 2017 bekam der Mittelfeldspieler vom Deutschen Fußball-Bund die Fritz-Walter-Medaille in Silber verliehen, nachdem er in der U17-Bundesliga in 20 Spielen 18 Tore geschossen hatte. „Ich war damals sehr stolz“, erinnert sich Mbom, „so eine Auszeichnung spornt einen noch mehr an“. 2018 folgte der Sprung in den Herrenbereich: Erster Profivertrag und erste Einsätze für die U23 in der Regionalliga. Während des Auswärtsspiels in Stuttgart gehört Mbom im Februar 2019 sogar einmal dem Bundesligakader des SV Werder Bremen an, spielt aber nicht. Ein halbes Jahr später dann die Leihe in die 3. Liga, von der Manuel Mbom heute sagt: „Das hat mich weitergebracht. Sportlich, aber auch abseits des Platzes. Ich bin als Mensch gereift.“

28 Spiele hat Mbom für den KFC Uerdingen absolviert, mal als Abräumer vor der Abwehr, mal als kreativer Achter, aber auch als Spielmacher und im Sturm. „Das Jahr hat mich gut auf das vorbereitet, was jetzt kommt“, sagt Mbom. Denn auch bei Werder Bremen wird von ihm ab sofort vor allem eines verlangt: Flexibilität. Trainer Kohfeldt hatte unlängst erklärt, mit dem Rückkehrer künftig als Rechtsverteidiger zu planen. Auf dieser Position soll Manuel Mbom eine Art Back-up für Dauer-Stammspieler Theodor Gebre Selassie sein. „Es kam der Hinweis von der Scouting-Abteilung, dass Manu sich leichter tut, wenn er das Spiel vor sich hat. Das hat er als rechter Verteidiger.“, sagte Kohfeldt, der an Gebre Selassies Status zwar nicht rüttelt, aber dennoch betont: „Um Theo zu verdrängen, muss man schon außergewöhnlich sein. Aber Manu macht wirklich Druck im Training und in den Testspielen.“ 

Bei Werder Bremen schätzen sie die Mentalität von Manuel Mbom

Genau das ist es, was sie an Manuel Mbom bei Werder Bremen schon seit vielen Jahren schätzen: seine Mentalität, seine Kampfkraft. „Das ist schon eine Stärke von mir“, sagt der Spieler selbst – und wer weiß? Vielleicht kehrt er ja eines Tages über den „Umweg“ Rechtsverteidiger ins Zentrum zurück. Auch Torsten Frings und Clemens Fritz hatten bei Werder einst hinten rechts begonnen. Der Rest ist bekannt. Mbom wird jedenfalls alles dafür geben, bei seinem SV Werder eine ähnlich erfolgreiche Karriere hinzulegen.

„Ich bin Bremer“, sagt er, was gut klingt, Identität mit Stadt und Club signalisiert – aber gar nicht stimmt. Geboren und aufgewachsen ist Mbom in Göttingen. „Ich sage aber trotzdem, dass ich Bremer bin. Ich habe fast mein halbes Leben bei Werder Bremen verbracht“, betont er. Und viele Stunden davon wiederum vor dem kleinen Fenster im Hausaufgabenraum, vor dem in der neuen Saison wieder andere Nachwuchsspieler stehen und sehnsüchtig auf den Rasen blicken dürften. Vielleicht ja auch auf Manuel Mbom. (dco)

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