Simon Straudi guckt zu Jean-Manuel Mbom.
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Nach seinem Bundesliga-Debüt für Werder Bremen taugt Jean-Manuel Mbom (l.) als Vorbild für Simon Straudi (r.) und Co., die einen ähnlichen Umweg nehmen könnten.

Werder-Talente nehmen den Umweg Ausleihe

Jean-Manuel Mbom macht Werbung für Werders Leihmodell

Bremen – 45 Ballkontakte, eine Zweikampfquote von 59 Prozent und insgesamt knapp elf Kilometer gelaufen – das sind nur einige der Zahlen, die die ordentliche Bundesliga-Premiere von Jean-Manuel Mbom wiedergeben. Während Werder Bremens 3:1-Erfolg beim FC Schalke 04 hatte der 20-Jährige am Samstagabend sein Profidebüt gefeiert und dabei überzeugt.

„Ich freue mich sehr, dass Manuel zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz gekommen ist. Er hat eine wirklich ansprechende Leistung gezeigt“, sagte Sportchef Frank Baumann, für den Jean-Manuel Mboms gutes Debüt doppelt wertvoll ist. Einerseits, weil Werder plötzlich über eine sportlich vielversprechende Alternative mehr verfügt – und andererseits, weil Mbom ab sofort als das erste Positivbeispiel für Werder Bremens speziellen Umgang mit Nachwuchstalenten gilt, auf das der Verein sehr lange warten musste.

Funktioniert Werder Bremens Idee mit den Leihspielern überhaupt?

Stolze 13 Spieler hatte Werder Bremen in der vergangenen Saison an andere Vereine verliehen, Mbom war einer von ihnen. Die Idee dahinter: Talente, die in Bremen für den Bundesliga-Kader noch nicht reif genug, für die U23 in der Regionalliga aber bereits zu gut sind, sollen andernorts auf möglichst hohem Niveau Spielpraxis sammeln, um dann gestärkt nach Bremen zurückzukehren. Das Problem dabei: Funktioniert hatte das bisher nicht, ganz im Gegenteil.

Weder bei Felix Beijmo oder Ole Käuper, noch bei Thore Jacobsen oder Jonah Osabutey – um nur einige der Beispiele zu nennen – ging der Plan auf. Keiner von ihnen kam mit realistischer Bundesliga-Perspektive zurück nach Bremen. Auch in den Jahren davor findet sich kein Positivbeispiel für das Bremer Leihmodell, das unter der Leitung von Baumann aufgebaut wurde. Vielmehr galt: Erst von Werder Bremen verliehen, dann vielleicht nicht vergessen – aber schließlich ziemlich sicher doch wieder verliehen oder verkauft. Mbom hat durch sein gutes Profidebüt nun gezeigt, dass es offenbar doch anders geht, dass Werders Leihmodell doch Früchte tragen kann.

Werder Bremen: Ilia Gruev jetzt für die Leihspieler des Clubs verantwortlich


„Wenn man das wirklich mit einer klaren Idee dahinter versieht, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass solche Beispiele wie Manuel Mbom funktionieren und dass der Plan aufgeht“, sagte Baumann, der Mbom in der vergangenen Saison beim Drittligisten KFC Uerdingen geparkt, dann seinen Vertrag vorzeitig verlängert und ihn zurück zu Werder Bremen geholt hatte. „Wir haben das mit den Leihgeschäften seit zwei Jahren auf eine neue Stufe gestellt, was Werder betrifft und was die Idee dahinter betrifft“, erklärte Baumann. „Das gilt auch für den Aufwand, den wir betreiben. Das haben wir auf sehr gute Beine gestellt, insbesondere durch Clemens Fritz im vergangenen Jahr, und jetzt durch Ilia Gruev, der es fortsetzt und sich um die Leihspieler kümmert.“

Zehn Akteure sind es in der aktuellen Saison, die Werder Bremen an andere Clubs verliehen hat. In Julian Rieckmann, Isaiah Young, Ole Käuper und Simon Straudi sollen bis zum Ende der Transferphase am 5. Oktober noch vier weitere dazu kommen. Auch sie dürften Mboms Auftritt mit Interesse verfolgt haben – und nun etwas deutlicher vor Augen haben, dass eine Leihe nicht das Ende des viel zitierten Werder-Wegs bedeuten muss. (dco/kni)

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