Jens Stage bereitete in dieser Szene im Testspiel des SV Werder Bremen gegen den FC St. Gallen den Treffer zum 2:0 durch Leo Bittencourt sehenswert vor.
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Jens Stage bereitete in dieser Szene im Testspiel des SV Werder Bremen gegen den FC St. Gallen den Treffer zum 2:0 durch Leo Bittencourt sehenswert vor.

Werder-Trainer hilft dem dänischen Neuzugang

Das Warten auf den fallenden Groschen: Warum Werders Jens Stage gerade Nachhilfe von Trainer Ole Werner erhält

Murcia – Es war nur ein Pass. Mehr nicht. Aber für Jens Stage war es vielleicht doch etwas mehr. Der dänische Mittelfeldspieler hatte kurz vorher nämlich nicht nur einen guten Sprint angezogen, sondern mit seiner Vorlage auch noch Leonardo Bittencourt gefunden. Und da der offensivfreudige Profi des SV Werder Bremen den Ball anschließend im Testspiel gegen den FC St. Gallen (2:2) abgezockt über den gegnerischen Keeper hinweglupfte, hatte Stage mal wieder ein Tor vorbereitet. Und so ein ganz persönliches Erfolgserlebnis in einer für ihn durchaus schwierigen Zeit verbucht. Doch Stages Situation bleibt trotz des schönen Assists kompliziert.

Der 26-Jährige ist im vergangenen Sommer unverschuldet ein wenig zu sehr in den öffentlichen Fokus geraten. In einer Phase, in der Werder Bremen zwar neue Spieler holte, aber nur für einen einzigen eine Ablösesumme zahlte: eben für Jens Stage. 4,5 Millionen Euro haben sich die Bremer den Transfer vom FC Kopenhagen kosten lassen. Das weckt – ungewollt oder nicht – Erwartungen. Erwartungen, die sportlich bislang nur selten erfüllt wurden. Was auch mannschaftsintern, so ist zu hören, mitunter durchaus kritisch gesehen wird.

Werder Bremens Verantwortliche haben Jens Stage stets gestärkt, nicht selten auf die nötige Eingewöhnungszeit nach dessen erstem Auslandswechsel verwiesen. Doch auch sie sehnen sich nach dem nächsten Schritt. „Jens ist zuletzt immer wieder raus gewesen, jetzt auch im Trainingslager. Das ist nicht optimal für ihn gelaufen“, erklärt Trainer Ole Werner, der in Spanien unter der Woche im ersten Test gegen Real Murcia (2:0) auf den angeschlagenen Dänen verzichten musste. „Dieses Mal hat er trotzdem einen guten Eindruck gemacht. Er hat es von der Positionierung besser gemacht als in weiten Teilen der Hinrunde. Das ist sein Thema: Klarheit in seinem Spiel und in der Positionierung in den Zwischenräumen zu haben.“ Daran werde laut Werner gerade viel mit ihm gearbeitet.

Werder Bremen-Trainer Ole Werner über Jens Stage: „Das ist nicht optimal für ihn gelaufen“

Wer dem Coach des SV Werder Bremen zuhört, erkennt jedoch schnell, dass sich die Nachhilfe nicht immer als ganz so einfach gestaltet. „Es ist natürlich auch eine Sache von Machen und Erfahren. Es gibt Spieler, die von Anfang an das Gefühl dafür haben, die richtigen Positionen im Zwischenraum zu finden. Und es gibt Spieler, und zu denen würde ich Jens zählen, die grundsätzlich im Zweikampfverhalten, im läuferischen Bereich und in der Torgefahr ihre Stärken haben“, schildert Ole Werner. „Die anderen Sachen müssen sie auf dem Platz vielleicht etwas häufiger erlebt haben, bevor dann der Groschen endgültig fällt. Die Erwartungen sind immer das eine, die sind gerne mit dem Geld verbunden. Aber unsere Aufgabe war es, eine homogene Mannschaft zusammenzustellen. Da gibt es nicht den einen Spieler, der dich allein in der Liga hält.“

Zumal in den finanziellen Sphären, in denen sich Werder Bremen notgedrungen bewegen muss, auch selten ein Unterschiedsspieler für einen kleinen Preis zu bekommen ist. Deshalb muss es auf anderem Wege klappen. „Wir haben mit Jens ein Element für den zentralen Bereich dazu geholt, das wir ansonsten in der Form so klar im Kader nicht haben“, meint Werner. „Jetzt arbeiten wir mit ihm an den Themen, die noch nicht so gut funktionieren.“ Vielleicht war die Vorlage von Jens Stage im Test gegen St. Gallen am Ende ein kleines Puzzlestück auf dem Weg zur Vollendung des großen Ganzen. (mbü)

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