Jiri Pavlenka guckt genervt.
+
Jiri Pavlenka, Torhüter des SV Werder Bremen, ist frustriert und kann mit der Ansetzung der kommenden Länderspiele inmitten der Coronavirus-Pandemie nur bedingt etwas anfangen.

Torhüter kritisiert Länderspiel-Ansetzungen

Werder-Torwart Jiri Pavlenka und der Corona-Frust

Bremen – Es war eine kleine Corona-Odyssee, die Jiri Pavlenka bei seiner letzten Länderspielreise erleben musste. Und deshalb blickt der Keeper des SV Werder Bremen mit Unbehagen auf die nächsten anstehenden Partien mit der tschechischen Nationalmannschaft.

Zumal Jiri Pavlenka Anfang Oktober in Israel und Schottland antreten müsste – Länder, die gerade besonders mit der zweiten Coronavirus-Welle zu kämpfen haben, in Israel gibt es sogar einen Lockdown. „Ich weiß nicht, ob das der richtige Moment für Spiele in der Nations League oder für Freundschaftsspiele ist“, sagte Pavlenka am Donnerstagmittag in einer Presserunde des SV Werder Bremen: „Wir sollen in Israel spielen. Aber ich frage mich: Wie soll das aktuell gehen? Natürlich ist das nicht meine Entscheidung.“

Das würden letztlich die Fußballverbände und die Vereine entscheiden. Dabei wünscht sich der Keeper des SV Werder Bremen allerdings, eine einheitliche Regelung für alle Fußball-Profis – und zwar europa-, vielleicht sogar weltweit. Es könne nicht sein, dass der eine Profi nach einem Spiel in einem Land bei der Rückkehr in Quarantäne müsse, der andere wiederum nicht. „Jedes Land hat da seine eigenen Regeln. Aber das muss doch für alle Spieler, für alle Sportler gleich sein“, findet Pavlenka.

Werder Bremen: Jiri Pavlenka über positive Corona-Fälle beim tschechischen Nationalteam - „Wir haben alle fünf Minuten eine andere Info bekommen“

Der 28-Jährige hat es selbst erlebt, wie kompliziert es als Betroffener werden kann. Im Betreuerteam der tschechischen Nationalmannschaft hatte es Anfang September positive Corona-Fälle gegeben. Die Partie gegen die Slowakei wurde trotzdem gespielt, die Mannschaft erst nach einem zweiten positiven Test der Betroffenen aus Sicherheitsgründen nach Hause geschickt. Für die zweite Partie gegen Schottland wurde kurzerhand eine andere Mannschaft zusammengetrommelt.

„Wir haben damals alle fünf Minuten eine andere Information bekommen. Mal sollten wir spielen, dann in Quarantäne“, erinnerte sich Pavlenka an die Situation Anfang September. Schließlich durfte er vorzeitig zurück nach Bremen, musste dort aber vier Tage in Quarantäne, bis zwei negative Corona-Tests von ihm vorlagen. Die Langeweile sei die eine Geschichte gewesen, die Sorge um die Familie, Pavlenka ist vor einem Jahr Papa geworden, eine andere.
Angst hat er aber nicht, und der Keeper will sich auch nicht zu Hause einschließen. „Wir müssen ja alle arbeiten gehen, wir können die Welt nicht total stoppen“, sagte der Schlussmann und wünschte sich: „Das geht nun schon über ein halbes Jahr. Ich hoffe, es ist irgendwann wieder vorbei.“ Denn eigentlich spielt Jiri Pavlenka sehr gerne für sein Land, doch in der aktuellen Situation und vor dem Auswärtsspiel des SV Werder Bremen beim FC Schalke 04 hat er da so seine Zweifel. (kni)

Unterdessen gibt es Zoff zwischen Davie Selke und Martin Hinteregger: Der Frankfurt-Profi ätzt gegen den Stürmer des SV Werder Bremen! Und:  Positiver Corona-Test auf Schalke - ist das Spiel gegen Werder Bremen in Gefahr?

Zur letzten Meldung vom 9. September 2020:

Beide Tests negativ: Werder-Keeper Jiri Pavlenka wieder raus aus der Quarantäne

Aufatmen bei Werder Bremen! Nach dem ersten ist auch der zweite Covid-19-Test bei Torhüter Jiri Pavlenka negativ ausgefallen. Der Tscheche wird somit am Mittwoch wieder am Teamtraining teilnehmen.

Jiri Pavlenka war am Sonntag vorzeitig von der Nationalmannschaft zu Werder Bremen zurückgekehrt, weil der Verband nach positiven Corona-Tests bei zwei Betreuern das gesamte Team zu den Clubs zurückgeschickt hatte. Am Montagabend verlor dann eine eiligst zusammengestellte Truppe das Nations-League-Spiel gegen Schottland mit 1:2.

Am Freitag hatte die 1a-Besetzung noch in der Slowakei mit 3:1 gewonnen, dann folgte auf den ersten der zweite positive Coronavirus-Befund im Staff der tschechischen Auswahl. Um eine weitere Verbreitung des Virus' zu verhindern, wurden alle Spieler heimgeschickt. Allerdings wurde damit nur die Angst in die Clubs der Nationalspieler verlagert. Jiri Pavlenka wurde bei Werder Bremen von den Kollegen ferngehalten, erst nach nun zwei negativen Tests darf er Kontakt haben zu den Mitspielern.

Werder Bremen hält Länderspiele in der Corona-Zeit für wenig sinnvoll

Der Fall hatte Werder-Sportchef Frank Baumann in seiner Haltung bestätigt, dass Länderspiele in der Corona-Zeit wenig sinnvoll sind. „Irgendwann wird es auch uns treffen“, sagte er hinsichtlich der erhöhten Infektionsgefahr wegen der Reisen quer durch Europa. Werder Bremen erwartet am Mittwoch noch die österreichischen U21-Nationalspieler Marco Friedl und Romano Schmid sowie Ludwig Augustinsson zurück.

Der Schwede traf mit seinem Nationalteam am Dienstagabend auf Portugal. Zuvor war am Samstag Frankreich der Gegner gewesen. Der Weltmeister gewann 1:0, Kylian Mbappe erzielte das Tor des Spiels – und wurde zwei Tage später positiv auf das Coronavirus getestet. Aber wieder aufatmen: Linksverteidiger Augustinsson war in der Partie nicht zum Einsatz und damit Mbappe auch nicht sonderlich nahe gekommen. (csa)

Zur letzten Meldung vom 6. September 2020:

Der Fall Jiri Pavlenka und die Coronavirus-Gefahr - Was Werder-Sportchef Frank Baumann nun befürchtet

Bremen - Die gute Nachricht ist: Torwart Jiri Pavlenka kehrt schon am Sonntag und damit viel früher als gedacht zu Werder Bremen zurück. Die schlechte Nachricht ist: Zwei Coronavirus-Infektionen im Betreuerstab des tschechischen Nationalteams sind der Grund dafür.

Nach den beiden positiven Corona-Tests hat sich der tschechische Verband entschieden, das komplette Team vorzeitig zu den Clubs zurückzuschicken. Darunter auch Werder-Torhüter Jiri Pavlenka. Für die Nations-League-Partie gegen Schottland am Montag wird nun eine völlig neue tschechische Mannschaft zusammengestellt. Was Pavlenkas Rückkehr und seinen Kontakt zu den infizierten Betreuern für Werder Bremen bedeutet? Bislang nicht mehr, als dass die üblichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Jiri Pavlenka wird sofort nach seiner Ankunft beim SV Werder Bremen auf Covid-19 getestet, dann erneut am Dienstag. „Aus rein prophylaktischen Gründen wird er in der Zwischenzeit keinen Kontakt zur Mannschaft haben. Wenn die beiden Tests negativ ausfallen, wird er am Mittwoch wieder mit dem Team trainieren“, sagte Sportchef Frank Baumann gegenüber der DeichStube. Obwohl Pavlenka keinen längeren Kontakt zu den betroffenen Mitgliedern des Staffs der Nationalmannschaft hatte, „wollen wir kein Risiko eingehen“.

Werder Bremen: Jiri Pavlenka muss zum Corona-Test und in Kurz-Quarantäne

Ähnlich wie mit Jiri Pavlenka geht Werder Bremen auch mit Milot Rashica um. Nach der Rückkehr vom Nationalteam des Kosovo musste auch er den Kontakt zu den Bremer Kollegen vermeiden. Erst nach zwei negativen Tests geht es für ihn zurück ins Training, beziehungsweise zurück in den Mannschaftskreis.

Vorfälle und Vorgänge wie diese sind der Grund, weshalb Frank Baumann mit mehr als einem argwöhnischen Auge auf die Länderspiele blickt – und auf die in den Startlöchern stehenden internationalen Club-Wettbewerbe. Denn was passiert, wenn immer mehr Reisen in immer mehr Länder unternommen werden, liegt auf der Hand: Die Infektionszahlen in den Vereinen werden steigen. Wenn dann auch nationale und internationale Regeln Quarantänefristen von fünf oder gar zehn Tagen bei der Rückkehr aus Risikogebieten vorschreiben (was demnächst der Fall sein wird), ist schnell Schluss mit einem geregelten Spielbetrieb – auch in den nationalen Ligen. So befürchtet es der Sportchef des SV Werder Bremen und rät als erstes Gegenmittel zum Verzicht auf nicht zwingend nötige Länderspiele: „So wie es im Frühjahr der Fall war, sollten nationale Wettbewerbe immer Vorrang haben – ganz besonders während einer Pandemie. Dass Spieler wegen Anti-Corona-Maßnahmen anschließend in ihren Vereinen fehlen, darf keine Auswirkung von Länderspiel-Abstellungen sein.“

Im Fall Jiri Pavlenka wird das auch nicht passieren, doch viel gefehlt hat nicht, dass der Bremer Stammkeeper unter Quarantäne hätte gestellt werden müssen. Nach Absprache mit dem Bremer Gesundheitsamt wird darauf aber verzichtet. Am Freitagabend hatten die Tschechen das Bruderduell in der Slowakei ohne Pavlenka, der nur auf der Bank saß, mit 3:1 gewonnen. Schon vor dem Spiel war bekannt gewesen, dass ein tschechischer Betreuer positiv getestet worden war. Bei sämtlichen Spielern seien die Tests aber negativ ausgefallen, berichtete der tschechische Verband. Nach dem Spiel lag jedoch der positive Test eines weiteren Betreuers vor. Um nun eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern, wurden alle Nationalspieler noch aus der Slowakei zurück zu ihren Vereinen geschickt.

Sollte Jiri Pavlenka auch in Bremen zweimal negativ getestet werden, wäre alles noch mal gutgegangen. Das grundsätzliche Risiko einer Infektion sei aber bei jedem Länderspiel gegeben, meint Baumann, „und irgendwann wird es uns auch treffen“. Nationalmannschaftsabstellungen würden das grundsätzlich anwachsende Risiko einer Corona-Infektion weiter steigern.

Werder Bremen: Positiver Corona-Test und dann? Das sagt Frank Baumann

Mainz 05 hat es bereits getroffen, nach zwei positiven Fällen im Team wurde ein Testspiel gegen Eintracht Frankfurt abgesagt. Jetzt, in der Vorbereitungszeit, ist das zu verkraften. Im Spielbetrieb wird’s schwierig. Baumann überträgt den Fall auf den SV Werder Bremen, sagt: „Wenn die komplette Mannschaft bei einem positiven Test für zwei Wochen in Quarantäne müsste, was in Bremen durchaus der Fall sein könnte, wird das Problem.“ Und zwar nicht nur für den betroffenen Verein, sondern für die ganze Liga. „Wir als Club können weiterhin nur so vorsichtig wie möglich sein. Aber dass es eine sehr komplizierte Saison werden kann, ist klar.“

Um den Profi-Fußball so gut es geht vor Corona-Infektionen zu schützen, sollten aus Baumanns Sicht keine Spiele in Corona-Risikogebieten ausgetragen werden. Denn: „Wenn sich an ein Europapokalspiel eine fünftägige Quarantäne anschließt und deshalb ein Bundesliga-Spiel ausfällt, kann das keine Lösung sein. Es wird spannend sein zu sehen, wie es in den nächsten Wochen mit Länderspielen und internationalen Wettbewerben weitergeht. Da werden noch große Herausforderungen auf alle Sportarten warten.“ (csa)

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare