+
Jiri Pavlenka rettete Werder das 1:1-Remis gegen RB Leipzig.

Kohfeldt erklärt den Werder-Keeper

Pavlenka – der Held, der nicht sprechen mag

Bremen - Er war mal wieder der Held – und wie immer schwieg der 26-Jährige danach: Jiri Pavlenka ist Werders stiller Star.

Selbst Trainer Florian Kohfeldt wundert sich ein bisschen, aber ist natürlich total begeistert von seinem überragenden Torwart, der Werder das 1:1 gegen Leipzig gerettet hat. „Jiri hatte ja jetzt Geburtstag“, berichtet Kohfeldt vom Abschlusstraining am Samstag. Wie üblich gab es auf dem Platz ein Geburtstagsständchen der Mannschaft. „Da hatte ich gehofft, dass eine Ansprache kommt, damit wir ihn mal reden hören, aber er hat nichts gesagt, sondern sich mit Gesten für den Gesang bedankt.“

Kohfeldt erzählt das mit einem Augenzwinkern, er will seinen Keeper damit keineswegs bloßstellen. Im Gegenteil. „Jiri ist ein angenehmer Typ. Ich mag Spieler unheimlich, die diesen Fokus auf das haben, was wichtig ist“, schwärmt der Coach und erklärt: „Das sieht dann bei dem einen – wie zum Beispiel bei Max Kruse – etwas extrovertierter aus, bei Jiri eben ein bisschen ruhiger, aber es ist dasselbe. Sie lassen das weg, was für ihre Leistung abträglich ist.“

Pavlenka funktionierte schnell bei Werder

Pavlenka spielt erst seit Sommer in der Bundesliga. Die allgemeine Sorge, der Sprung aus der tschechischen Liga in die Bundesliga sei zu groß, war unberechtigt. Pavlenka funktionierte ziemlich schnell, wenngleich ihm anfänglich noch die Nervosität anzumerken war. Aber er blieb fehlerlos. Erst am 21. Spieltag erwischte es ihn mal so richtig. 

Werder gewann trotzdem 2:1 auf Schalke. Den Patzer hatte Pavlenka ganz cool weggesteckt. Eine wichtige Erkenntnis. Das macht das Vertrauen in einen Keeper noch größer, und er selbst fühlt sich natürlich auch sicherer. Spätestens jetzt war klar: Diese drei Millionen Euro Ablöse, die Werder an Slavia Prag überwiesen hatte, waren eine richtig gute Investition.

Fotostrecke: Lookman kontert Moisander - 1:1

Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © nordphoto
Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © dpa
Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © dpa
Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © imago
Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © nordphoto
Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © nordphoto
Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © imago
Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © imago
Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © gumzmedia
Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © nordphoto
Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © nordphoto
Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © nordphoto
Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © imago
Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © imago
Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © gumzmedia
Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © gumzmedia
Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © nordphoto

Den jüngsten Beweis dafür lieferte Pavlenka am Sonntagabend. In der 86. Minute lief Timo Werner allein auf ihn zu. „Normalerweise macht Timo diese Chancen rein, diesmal leider nicht“, seufzte Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl. Pavlenka war mal wieder zur Stelle gewesen, wie schon so oft in den vergangenen Wochen.

Er blieb ganz lange stehen und parierte dann perfekt mit dem Fuß. „Er ruht in sich“, sagt Kohfeldt zu der Szene, betont aber zugleich: „Er arbeitet auch hart mit Christian Vander. Sie sind ein Super-Gespann. Wie Jiri den Ball hält, das ist ein Ablauf, der trainiert ist. Natürlich hält er den Ball nicht jedes Mal, aber es ist klar dargestellt: Block, Fußverteidigung.“

Kohfeldt lobt auch Ersatzkeeper Drobny und Plogmann

Großes Lob also für Vander. Der 37-Jährige hat in der Bundesliga selbst elf Mal für Werder im Tor gestanden. Seit 2014 kümmert er sich um die Keeper der Profis, „überlebte“ dabei die Trainer Viktor Skripnik und Alexander Nouri. „Aber auch die anderen Torhüter haben ihren Anteil daran“, hebt Kohfeldt hervor und nennt die Ersatzkeeper Jaroslav Drobny und Luca Plogmann: „Sie funktionieren als Gruppe sehr gut.“

Am besten funktioniert aber eindeutig Pavlenka. Nur reden mag er darüber nicht so gerne. Nach Spielen spricht der Tscheche gar nicht. Sprachlich wäre das eigentlich kein Problem, denn Pavlenka kann ganz ordentlich Englisch. Aber er möchte nicht, heißt es bei Werder. Gelegentlich tritt er mal in einer Trainingswoche in der Mixed-Zone mit den Journalisten oder bei Pressekonferenzen vor Spielen auf – dann mit Dolmetscherin. Aber wirklich viel hat der 26-Jährige auch dann nicht zu sagen. Im Tor fühlt er sich wohler.

Schon gelesen?

Einzelkritik: Teufelskerl Pavlenka - Teilzeit-Tempomacher Rashica

Ein gefühltes Spitzenteam - aber Kohfeldt will davon nichts wissen

Thomas Delaney muss weiter auf seinen Rekord warten

Schon gesehen?

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Auch interessant

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare