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Jiri Pavlenka, Torwart des SV Werder Bremen, ist mit seiner Hinrunde nicht zufrieden.

„Ich bin mit mir nicht zufrieden“

Jiri Pavlenka kann seine Situation kaum begreifen

Palma – Zu sagen, die vergangene Hinrunde hätte die Welt von Jiri Pavlenka erschüttert, ist an der Wahrheit nicht so weit vorbei. Beim Blick auf die kassierten Gegentore schüttelt es den Torwart des SV Werder Bremen jedenfalls immer noch.

„Vor zwei Jahren habe ich in der gesamten Saison 40 Tore bekommen, jetzt sind es nach der Hinrunde schon 41 – ich habe noch nie eine solche Halbserie erlebt“, sagt der Tscheche, der damit leben muss, dass er bei der Schießbude der Bundesliga im Tor steht.

Und nicht nur in der Schießbude der Liga. Werder Bremen ist aus den Top-5-Ligen Europas das Team, das sich im vergangenen Jahrzehnt die meisten Treffer gefangen hat. 599 waren es an der Zahl. Was nur zeigt, dass die Gegentor-Problematik kein spezifisches Pavlenka-Problem ist, sondern eher ein traditionelles. Doch Pavlenka, seit zweieinhalb Jahren der Werder-Torhüter, ist einer der persönlich Leidtragenden. Vor gar nicht allzu langer Zeit war er ein sehr angesagter Keeper auf dem Kontinent. Einer, von dem man glaubte, er könne Werder bei einem Verkauf im kommenden Sommer sehr viel Geld einbringen. Nun ist er jedoch der Schlussmann eines Abstiegskandidaten, der selbst mehr Fehler gemacht hat, als man es von ihm gewohnt war.

Werder Bremen: Jiri Pavlenka ein bisschen übermütig im Abstiegskampf

„Ich bin mit mir nicht zufrieden“, lautet Pavlenkas persönliche Hinrundenbilanz, „41 Gegentore sind schlecht“. Sein Marktwert ist von zwölf auf zehn Millionen Euro gefallen (Quelle: transfermarkt.de). Und im tschechischen Nationalteam kämpft er ein halbes Jahr vor der Europameisterschaft auch nicht mehr mit Tomas Vaclik (FC Sevilla) um die Nummer eins, sondern mit Ondrej Kolar (Slavia Prag) um die Nummer zwei. Aber das, beteuert Pavlenka, ist derzeit sein geringstes Problem: „Ich bin nur auf die Situation mit Werder fokussiert, nur das ist wichtig.“

Der 27-Jährige ist vom Klassenerhalt zwar überzeugt („Wir haben Qualität im Team, das haben wir in der Vorsaison gezeigt“), doch natürlich muss der Kampf gegen den Abstieg erst geführt werden. Ein bisschen übermütig wirkt es schon, wenn Pavlenka sagt: „Wenn wir gut starten und aus den ersten drei Spielen neun Punkte holen, ist die Situation schon wieder eine ganz andere.“ Ja, wenn...

Werder Bremen: Jiri Pavlenka macht sich manchmal zu viel Druck

Pavlenka, schon ob seiner Position als Torwart ein Individualist, vertraut in der Krise übrigens nur auf sich und sonst niemanden. Die Hilfe des Teampsychologen nutzt er nicht: „Ich mache das alles mit mir selbst aus.“ Auch einen Fehler wie beim 2:2 gegen den SC Freiburg arbeitet er im Alleingang auf. „Nur mit mir selbst“ finde die psychologische Auseinandersetzung statt.

Denn Pavlenka hat sich im Laufe der Jahre so gut kennengelernt, dass er das kann. „Ich mache mir immer viel Erfolgsdruck. Manchmal vielleicht auch zu viel. Aber wenn du besser werden willst, musst du das auch machen. Als ich jünger war, haben Fehler mich noch sehr beschäftigt, ich habe dann viel nachgedacht. Das ist jetzt anders.“ Für die Rückrunde ist das eine möglicherweise ganz hilfreiche Eigenschaft. (csa)

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