Jiri Pavlenka würde Ende Mai gerne das Tor der tschechischen Nationalmannschaft hüten - der SV Werder Bremen hat aber etwas dagegen.
+
Jiri Pavlenka würde Ende Mai gerne das Tor der tschechischen Nationalmannschaft hüten - der SV Werder Bremen hat aber etwas dagegen.

Reiseverbot für die Länderspiele?

Jiri Pavlenkas Wunsch und die Haltung des SV Werder auf Konfrontationskurs

Den Wunsch formuliert Jiri Pavlenka ganz deutlich. „Ich will spielen“, sagt er, meint aber nicht etwa das nächste Bundesliga-Spiel des SV Werder Bremen am Sonntag bei 1899 Hoffenheim. Dann im Tor zu stehen, ist für Pavlenka auch eine ganz sichere Sache. Nein, dem Bremer Stammkeeper geht es um die nächste Länderspielperiode in der letzten März-Woche.

Für Tschechien beginnt mit Spielen in Estland (24. März) und zu Hause gegen Belgien (27. März) die WM-Qualifikation. Wichtige Partien also, die Jiri Pavlenka nicht verpassen will. Aber die strikte Haltung des SV Werder Bremen in Kombination mit einer neuen Verordnungslage in Bremen wird ihn wohl ausbremsen.

Denn bei den Bremern gilt weiterhin die Maxime, dass kein Nationalspieler abgestellt wird, wenn er nach einem Länderspiel-Trip eine mehrtägige Quarantäne absolvieren muss. Diese würde bei einem Spiel in Estland fünf und bei einem Spiel in Tschechien sogar 14 Tage betragen. Da Pavlenkas Heimatland als Virusvariantengebiet – amtsdeutsch für Mutationsgebiet – geführt wird, gilt in Bremen mittlerweile diese verlängerte – Achtung: noch mal amtsdeutsch – Absonderungsfrist. Übrigens ohne die Möglichkeit einer Verkürzung durch einen negativen Corona-Test.

Werder Bremen-Keeper Jiri Pavlenka möchte zur Nationalmannschaft reisen: „Die Situation ist nicht einfach“

Aber egal ob fünf oder 14 Tage – für Werder Bremen ist ohnehin klar, „dass wir da einfach nicht mitgehen, weil die Spieler für uns zu wichtig sind“, erklärt Clemens Fritz im Namen des Clubs und macht Spielern wie Pavlenka wenig Hoffnung auf eine Freigabe. Aktuell überlässt es der Weltverband Fifa weiter den Vereinen, ob sie Nationalspieler abstellen oder nicht. So leicht wie im November, als er die Nations-League-Heimspiele gegen Israel und die Slowakei verpasste, würde Jiri Pavlenka ein Verzicht diesmal nicht fallen: „Das ist jetzt nicht mehr Nations League, das ist WM-Qualifikation. Alle Nationalmannschaften wollen ihre besten Spieler dabei haben“, sagt er und hat schon mit seinem Arzt gesprochen, um die Möglichkeit einer Teilnahme auszuloten. „Die Situation ist nicht einfach, die Grenzen sind zu. Aber ich hoffe, da wird etwas kommen, dass alle Nationalspieler reisen und spielen können“, sagt er.

Werder Bremen: Darf Jiri Pavlenka wegen Corona nicht zur Nationalmannschaft?

Clemens Fritz ist da deutlich skeptischer. „Wenn wir als Verein reisen, bewegen wir uns in einer Blase. Länderspielreisen sind nochmal eine ganz besondere Herausforderung, weil die Spieler in verschiedene Destinationen fliegen und dort in verschiedene Gruppen eintauchen. Dieser Blasen-Charakter, wie wir ihn im Verein haben, ist dann natürlich nicht mehr gegeben“, argumentiert der Leiter Profifußball und formuliert statt eines Reiseversprechens für Jiri Pavlenka und andere Bremer Nationalspieler wie Ludwig Augustinsson, Milos Veljkovic und Milot Rashica nur Verständnis für deren Wunsch: „Es steht auch eine EM vor der Tür. Da wollen sich alle zeigen und für ihr Heimatland spielen.“  (csa)

Werder Bremen gegen die TSG Hoffenheim gibt es hier im Live-Ticker der DeichStube.

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare