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Der Tscheche Jiri Pavlenka, Torwart des SV Werder Bremen, wird von Keeper-Legende Dieter Burdenski in Schutz genommen und bekommt einen interessanten Tipp.

Werders Nummer eins „fehlt gerade dieses Glück“

Torwart-Legende Dieter Burdenski schützt Werder-Keeper Jiri Pavlenka und gibt ihm einen interessanten Tipp

Bremen – Ersatzkeeper Stefanos Kapino spekuliert schon darauf, im Sommer Nachfolger von Jiri Pavlenka als Stamm-Torhüter beim SV Werder Bremen zu werden. Doch ist Pavlenka wirklich so gut, dass sich Topclubs um ihn bemühen werden?

Jiri Pavlenka hält in dieser Spielzeit nicht so stark wie in der Vorsaison. Diverse Statistiken bestätigen diesen Eindruck. Zuletzt hat der Torhüter von Werder Bremen mit der tschechischen Nationalmannschaft einen bitteren Montagabend erlebt. Im Testspiel gegen Nordirland lagen die Gastgeber früh mit 0:3 zurück. Tschechische Medien berichten von „der Halbzeit des Grauens“. Trainer Jaroslav Silhavy hatte sein Team nach dem 2:1 in der EM-Quali gegen England auf zehn Positionen umgebaut. So rutschte auch Werder-Keeper Pavlenka in die Startelf. Am Ende kamen die Tschechien zumindest noch auf 2:3 heran. 

SV Werder Bremen: Dieter Burdenski macht sich keine Sorgen um Jiri Pavelnka

Auch Dieter Burdenski hat bemerkt, dass es bei Jiri Pavlenka nicht so gut wie in der vergangenen Spielzeit läuft, aber macht sich deshalb überhaupt keine Sorgen. „Natürlich gab es ein paar Bälle, bei denen er nicht so gut aussah. Aber ich bin froh, dass wir Jiri haben“, sagt die Torwart-Legende des SV Werder Bremen, erklärt das kleine Tief seines Nach-Nach-Nachfolgers und gibt ihm noch einen interessanten Tipp.

„Jiri hat nicht an Qualität verloren“, hält Dieter Burdenski erst mal ganz grundsätzlich fest. Für Torhüter sei es nun einmal nicht ganz so einfach, immer eine perfekte Figur abzugeben. „Du brauchst auch dieses berühmte Quäntchen Glück. Und Jiri fehlt gerade etwas dieses Glück“, sagt der 68-Jährige und verweist auf das zweite Gegentor von Werder Bremen in Frankfurt. Da wehrte Jiri Pavlenka einen Kopfball direkt vor die Füße von Andre Silva ab, der dann vollstrecken konnte. 

„In einer richtig guten Phase eines Torwarts steht dort einfach keiner. Und selbst, wenn du unter einer Flanke durchsegelst, geht der Kopfball danach nicht rein und keiner spricht später noch davon“, erinnert sich Dieter Burdenski und lacht. Kein Keeper sei eben absolut fehlerfrei.

SV Werder Bremen: Jiri Pavlenka musste die drittmeisten Torschüsse aller Bundesliga-Torhüter entschärfen

Ein Blick in die Statistik zeigt: Jiri Pavlenka, der Torwart des SV Werder Bremen, war an den ersten acht Spieltagen alles andere als arbeitslos. 25 Torschüsse entschärfte der Tscheche. Nur der Düsseldorfer Zack Steffen (36 Torschüsse) und der Leipziger Peter Gulasci (27) mussten noch häufiger eingreifen. 

Doch in der Rangliste der Keeper mit der besten Paraden-Quote ist der Name Jiri Pavlenka mit einem Wert von 61,9 Prozent erst auf Rang 15 zu finden. Dort führen der Wolfsburger Pavao Pervan (86,7), der Mainzer Robin Zentner (80) und Gulasci (79,4). 

Und auch in der von „ligainsider.de“ aufgeführten Rubrik „Großchancen vereitelt“ belegt Pavlenka mit 42,9 Prozent nur Rang neun. Ganz oben thront Pervan (100) vor dem Schalker Alexander Nübel (71,4).

SV Werder Bremen: Dieter Burdenski mit positivem Gesamteindruck von Jiri Pavlenka

Interessante Zahlenspiele, aber Dieter Burdenski kann damit nur bedingt etwas anfangen. Ihm ist der Gesamteindruck wichtiger. Und da sieht er bei Jiri Pavlenka keine ganz großen Veränderungen. „Solche Phasen gehören zu einer Entwicklung eines Torwarts dazu. Wichtig ist, ruhig zu bleiben – und das ist bei Jiri der Fall.“ 

Außerdem habe der Keeper der Mannschaft auch immer wieder mit tollen Paraden geholfen. Zum Beispiel in Dortmund, als er gegen Mahmoud Dahoud das wohl vorentscheidende 1:3 verhinderte. Am Ende durfte sich Werder Bremen über ein 2:2 freuen.

SV Werder Bremen: Torhüter-Legende Dieter Burdenski kritisiert Zuordnung bei gegnerischen Ecken 

Nur eines möchte Burdenski unbedingt noch kritisch anmerken: das Verhalten bei gegnerischen Ecken. „Da müssen beide Pfosten besetzt sein. Ich weiß nicht, welcher Trainer sich das mal ausgedacht hat, es anders zu machen – und jetzt machen es ihm ganz viele nach.“ 

Der SV  Werder Bremen hätte sich das eine oder andere Gegentor – zum Beispiel gegen Hoffenheim – ersparen können, glaubt Dieter Burdenski. Und deshalb rät er Jiri Pavlenka: „Der Torwart muss die Entscheidung treffen, wie es gemacht wird. Und als Torwart muss dir die Sicherheit, also zwei Leute an den Pfosten, am wichtigsten sein.“

SV Werder Bremen: Jiri Pavlenka stand im Frühjahr offenbar bei europäischen Top-Vereinen auf dem Zettel

Ansonsten ist der ehemalige Nationaltorwart, der für Werder Bremen 444 Mal in der Bundesliga gespielt und später auch als Torwarttrainer gearbeitet hat, mehr als zufrieden mit Jiri Pavlenka: „Jiri ist für den SV Werder ein überragender Torwart. Seit seiner Verpflichtung vor zwei Jahren haben wir endlich Ruhe auf dieser Position.“ Aber wie lange noch? 

Im vergangenen Frühjahr sollen Juventus Turin und der FC Liverpool an einer Verpflichtung interessiert gewesen sein. „Die Gefahr, dass Werder ein Spieler weggekauft wird, besteht immer“, weiß Dieter Burdenski: „Aber es ist noch früh in der Saison, deshalb mache ich mir darüber keine Gedanken. Viel wichtiger ist doch, dass wir am Samstag das Heimspiel gegen Hertha gewinnen und damit ans obere Drittel rankommen.“ (kni)

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Über seinen Umgang mit Fehlern spricht Jiri Pavlenka von Werder Bremen im Interview mit der DeichStube. Bleibt er noch an der Weser? Florian Kohfeldt kämpft darum, dass Nuri Sahin seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert. Bei dem einen läuft‘s, bei dem anderen weniger - so ergeht es den Leihspielern des SV Werder Bremen um Jean Manuel Mbom, Michael Zetterer und Co.. Derweil startet ein Neuzugang durch: Benjamin Goller von Werder Bremen ist auf den Spuren von Leroy Sane und Serge Gnabry.

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