Werder-Talent weiter außen vor

Johan Mina - darum darf der Neuzugang beim SV Werder Bremen immer noch nicht spielen

Bremen – Johan Mina wird wieder nur zugucken dürfen. Wenn für den SV Werder Bremen am Freitag (14.00 Uhr) das Testspiel gegen Zweitligist FC St. Pauli beginnt, wird der junge Mann aus Ecuador im Stadion „Platz 11“ allenfalls auf der Tribüne sitzen.

Auf die Reservebank geschweige denn auf den Platz wird er es erneut nicht schaffen. „Er ist meines Wissens nicht eingeplant für das Spiel“, bestätigt Clemens Fritz, Leiter Profi-Fußball beim SV Werder Bremen. Doch es stellt sich die Frage: Wieso eigentlich nicht? Sind Begegnungen wie die am Freitag nicht wie gemacht für Spieler wie Johan Mina?

Sind sie! Akteure, die sonst nicht so zum Zug kommen, brauchen diese Matches, um Spielpraxis zu bekommen. Johan Mina, der Werder-Neuzugang, gehört grundsätzlich und mehr als manch anderer in diese Kategorie Spieler, weil er seit einer kleinen Ewigkeit Fußball nur trainiert, aber nicht mehr spielt. Bevor er im Sommer den großen Schritt nach Europa und zum SV Werder Bremen wagte, war er wegen eines internen Zwists bei seinem Heimatclub CS Emelec bereits über Monate kaltgestellt gewesen.

Werder Bremen: Johan Mina noch nicht weit genug - offenbar nicht mal für ein Testspiel

Bei Werder Bremen darf er nun wegen seiner südamerikanischen Herkunft nicht in Pflichtspielen für die U19 oder die U23 (in deren Trainingsbetrieb er eingebunden ist) auflaufen. Und für die Profis ist er noch nicht fit und fußballerisch noch nicht weit genug. Offenbar noch nicht mal für ein Testspiel wie von Werder gegen St. Pauli. Anders ist es kaum zu erklären, dass der 18-Jährige, der perspektivisch für das Bundesliga-Team eingeplant ist, noch dermaßen konsequent außen vor ist.

Clemens Fritz versucht, eine möglichst vorsichtige Erklärung dafür abzugeben. „Dass Johan ein feiner Fußballer ist, darüber müssen wir ja gar nicht reden“, setzt der Leiter Profi-Fußball an, „es ist aber die körperliche Komponente, an der er noch arbeiten muss.“ Soll wohl heißen: Mina, zwar 1,76 Meter groß, aber noch ziemlich schmächtig, würde von gestandenen Profis noch weggepustet. Und: Im internen Ranking steht er nach einem Vierteljahr in Bremen noch weit hinten – was Fritz verbal so verpackt: „Die Profi-Spieler sollen natürlich auch ihre Spielpraxis bekommen. Wir müssen immer gucken, was das Sinnvollste ist.“

Werder Bremen gibt Johan Mina Zeit bis Winter: Neuzugang wird noch nicht zu Profis hochgezogen

Bislang ist Johan Mina seit seiner Ankunft in Bremen im August nur einmal ins Werder-Trikot geschlüpft – es war beim 5:1-Testspielerfolg der U23 über Oberligist TB Uphusen Ende September. Knapp eine halbe Stunde durfte er ran – dabei ist es bis jetzt geblieben. Und wird es auch bleiben, denn Testspiele mit der U23, „die sicherlich wichtig für ihn wären“, so Fritz, sind wegen der aktuellen Corona-Beschränkungen nicht in Sicht. Für Mina sei es insgesamt also „eine sehr spezielle Situation“.

Dennoch käme von U23-Trainer Konrad Fünfstück ein gutes Feedback. Fritz: „Ich habe mit ihm gesprochen, er meint, Johan nimmt eine sehr gute Entwicklung.“ Diese Entwicklung wird nach Weihnachten, wenn für den Spieler die erste Eingewöhnungsphase abgeschlossen sein sollte, bewertet und dann darüber nachgedacht, ob Johan Mina auch mal bei den Profis reinschnuppern darf. Voreilig wird er aber nicht hochgezogen, so Fritz: „Bis zum Winter wollen wir ihm Zeit geben.“ (csa)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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